
Es ist ein Vorgang, der - rein auf dem Papier - Millionen von Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland treffen könnte. Wie die Verbraucherzentrale in einer aktuellen Warnmeldung bekannt macht, ist derzeit auch ein Schreiben in Umlauf, das angeblich im Namen des Finanzamtes verschickt worden sei.
Der Inhalt des Schreibens hier: Zur Vermeidung angeblicher Abweichungen und möglicher steuerlicher Konsequenzen solle eine kurzfristige Überprüfung der eigenen Krypto-Angaben erfolgen. Als Begründung wird im Namen des Bundeszentralamts für Steuern unter dem Betreff „Amtliches Schreiben: Datenabgleich erforderlich“ ein angeblicher Datenabgleich im Zusammenhang mit Krypto-Vermögenswerten angeführt.
Als Grundlage werden zudem rechtlich klingende Inhalte wie die EU-Richtlinie DAC8 sowie detaillierte Angaben zu Krypto-Transaktionen genannt, um die Nachricht möglichst offiziell erscheinen zu lassen. Typischerweise werde durch die kurze Frist (innerhalb von fünf Werktagen) und die Androhung schwerer Konsequenzen (z. B. hohe Geldbußen oder strafrechtliche Folgen) starker Druck aufgebaut, um zu schnellem und unüberlegtem Handeln zu verleiten.
Auch weitere Anzeichen für Phishing seien hier gegeben: unpersönliche Anrede, unseriöse Absenderadresse, Link in der Mail, kurze Fristsetzung sowie der Druck durch Strafandrohungen. Von Seiten der Expertinnen und Experten heißt es dazu wörtlich weiter: „Wir raten dazu, solche Nachrichten zu ignorieren und unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben, um persönliche und finanzielle Daten zu schützen. Steuerliche Angelegenheiten sollten ausschließlich über das offizielle ELSTER-Portal („elster.de“) oder direkt über das zuständige Finanzamt geprüft werden.“
In sämtlichen Fällen gilt ganz allgemein: Keinesfalls darauf reagieren. Oft fragen sich auch Menschen, ob irgendetwas falsch gemacht wurde, weil man solche Spam-Nachrichten erhält. Hier kann man für Beruhigung sorgen. Mittlerweile arbeiten Betrüger mit hochintelligenten Maschinen. Diese generieren in der Sekunde Hunderte Zahlenkombinationen – bis irgendwann eine echte Nummer zufällig herauskommt, die dann angeschrieben wird. Gleiches gilt in Sachen Buchstabenkombinationen und Mailadressen. Zudem könnte dein Kontakt auch in einem Datenleck aufgetaucht und dadurch in die Hände von Betrügern gelangt sein. Heißt im Klartext: Auch wenn du nicht auf „gefährlichen Seiten“ surfst, kann es dich mit einer Nachricht hier einmal treffen.
Solange du aber darauf nicht reagierst, kann dir auch nichts passieren. Gefährlich kann es erst dann werden, wenn du auf Links klickst und dort persönliche Daten wie Passwörter oder Kontonummern eingibst. Meist treten diese Spam-Mails alle zwei, drei Monate schubweise auf. Dann erhälst du mehrere Nachrichten auf ein paar Tage verteilt. Irgendwann hört der Spam dann wieder auf – bis eine künstliche Maschine in ein paar Monaten wieder zufällig bei deiner Telefonnummer beziehungsweise deiner Mailadresse herauskommt.
In einem Beispiel, das unserer Redaktion vorliegt, kam es gleich zu drei verschiedenen Nachrichten innerhalb weniger Tage. Auch hier hat der Empfänger einfach nicht darauf reagiert, beziehungsweise die Nachrichten über die SMS-Funktion sogar als Spam gemeldet. Vorteil: Nach einiger Zeit erkennt dein Telefon den Absender und leitet die Nachricht automatisch in den Spam-Ordner weiter, ohne dir die Nachricht extra zu pushen.
