Nürnberg - Ab diesem Mittwoch sollen den Mineralölkonzernen Preiserhöhungen an den Tankstellen per Gesetzesänderung schwerer gemacht werden. Zuvor wird der Kraftstoff erst einmal teurer.

Benzin und Diesel sind kurz vor dem Inkrafttreten des als Preisbremse gedachten Maßnahmenpakets der Bundesregierung teurer geworden. Der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Super E10 kletterte nach Berechnung des ADAC am Montag um knapp einen Cent auf 2,087 Euro je Liter, den bisher höchsten Stand in diesem Jahr. Diesel kostete 2,295 Euro, 1,2 Cent mehr als am Sonntag. Am Dienstag lagen die morgendlichen Preisspitzen dann noch einmal etwas höher, mit 2,159 Euro für Super E10 und 2,368 Euro für Diesel.

In der vergangenen Woche hatten die Spritpreise zwischenzeitlich etwas nachgegeben, eine Trendwende war das aber nach derzeitigem Stand nicht. An diesem Mittwoch tritt eine Neuregelung für die Tankstellen in Kraft, nach der die Preise künftig nur noch einmal am Tag erhöht werden dürfen, um 12.00 Uhr. Außerdem erhält das Bundeskartellamt zusätzliche Befugnisse.

Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar sind die Tagesdurchschnittspreise stark gestiegen: Diesel kostete am Montag knapp 55 Cent mehr als vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran. Super E10 war knapp 31 Cent teurer.

Stark begrenzte Möglichkeiten zur Preiserhöhung an Tankstellen

Für Verbraucherinnen und Verbraucher soll es nun aber positive Aussichten geben. Denn: Ab dem Mittwoch, 1. April 2026, tritt eine neue Regelung in Kraft, laut der Benzin- und Dieselpreise nur noch einmal pro Tag erhöht werden dürfen. Preissenkungen sind hingegen weiterhin möglich, schreibt unter anderem das Portal chip.de. Dem Magazin Auto Motor und Sport zufolge ist ab 12 Uhr die einmalige Erhöhung der Spritpreise möglich. Die Expertinnen und Experten erwarten daher, dass zu dieser Zeit „regelmäßig das höchste Niveau des Tages erreicht“ wird.

Autofahrerinnen und Autofahrer sollten daher am Vormittag tanken, um den höchsten Preis des Tages zu umgehen. Ob und inwiefern Tankstellen die Preise dann wieder sinken lassen - dafür wird es wohl keine Garantie geben. Das Niveau bleibt nach der Erhöhung aber vermutlich meist höher, als die angebotenen Spritpreise am Vormittag.

Aufgrund stark gestiegener Preise: Bürgerinnen und Bürger sorgen sich

Grund für die neuen Regelungen sind laut der Bundesregierung die „stark gestiegenen Kraftstoffpreise in Folge des Iran-Nahost-Konflikts“, die viele Menschen sorgen. Das Paket wurde von Seiten des Bundestags am 26. März beschlossen, vom Bundesrat nach abschließender Beratung die Maßnahmen begrüßt.

Bislang wurden die Spritpreise laut Angaben der Bundesregierung bis zu 22 Mal pro Tag im Durchschnitt geändert, was für Autofahrerinnen und Autofahrer äußerst intransparent und ärgerlich war. Um dem entgegenzuwirken, gibt es die neue Regelung - bei Verstoß drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro, heißt es in einer Mitteilung vom 27. März.