
Das Lächeln der Mauritier genießt nach eigenen Angaben einen Status, der sogar Thailand den Rang ablaufen könnte. Die Insel blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und lockt auch gerade deshalb Globetrotter und Pauschalurlauber aus aller Welt ein, einfach mal die Seele baumeln zu lassen – wenigstens für ein kleines Weilchen. Unser Redakteur war selbst dort, um sich von der äquatorialen Sonne bescheinen zu lassen.
Ein Schmelztiegel der Kulturen
Wie kaum in einem anderen Land versammeln sich auf dem malerischen Eiland zahlreiche Weltreligionen. Hindus, Buddhisten, Christen, Muslime und Menschen mit verschiedenen anderen Glaubenszugehörigkeiten leben auf kleinstem Raum zusammen. Und das ohne nennenswerte Differenzen, die – wie in anderen Regionen dieses Planeten – in teils öffentlicher Gewalt resultieren. Im Gegenteil. Die verschiedenen Kulturen scheinen sich eher zu befruchten, was sich zur Freude der Touristen vor allem in einem Sektor niederschlägt: Der Cuisine. Kaum ein anderes Land der Welt kombiniert asiatische, afrikanische und europäische Küche so geschickt wie Mauritius.
Eine bewegte Geschichte
Diese Vielfalt ist ein Glücks-, aber kein Zufall der Geschichte. Mauritius blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Im beginnenden 16. Jahrhundert von portugiesischen Seefahrern entdeckt, wurde Mauritius nacheinander von den Niederlanden, Frankreich und schließlich 1810 von Großbritannien besetzt, das die Insel zur Kronkolonie ausrief. Der britische Einfluss ist auch heute noch spürbar: Auf Mauritius fährt man links. Die Geschichte beinhaltet allerdings auch eine tragische Anekdote.
Das Ende der Sklaverei
Auf dem 556 Meter hohen, berühmtesten Berg im Südwesten der Insel, dem Le Morne Brabant, trug sich ein historisches Drama zu. Im 19. Jahrhundert flohen Sklaven in größerer Zahl auf den Gipfel. Als am 1. Februar 1835 eine Polizeiexpedition in Mauritius auf den Berg geschickt wurde, um das Ende der Sklaverei zu verkünden, deuteten viele Sklaven die Geste falsch und stürzten sich in den Tod. Seitdem wird dieser Tag in der kreolischen Gesellschaft als Feiertag für das Ende der Sklaverei begangen.
Im Schatten des Klimawandels
Im Vergleich zu anderen Orten auf der Welt ist das marine Ökosystem vor Mauritius noch vergleichsweise intakt. Doch auch hier ist der Klimawandel spürbar. Wer mit einem der Glasbodenboote fährt und einen Blick nach unten wirft, sieht jede Menge ausgebleichter Korallen-Skelette. „25 Prozent sind unwiederbringlich tot.“, erklärt Raphael Nicolas vom Shandrani-Resort. Dennoch gibt es Hoffnung. Laut einem Meeresbiologen, der eng mit der Hotelleitung zusammenarbeitet, regenerieren sich aktuell 75 Prozent.
Sonnenuntergänge und Seele baumeln lassen
Allem voran überzeugt die kleine Insel vor der ostafrikanischen Küste durch ihre pittoreske Natur. Vor den Küsten tummeln sich zu bestimmten Jahreszeiten Wale, Delphine und Schildkröten. Neben einem reichen Angebot an Wander-, Wassersport- und Vergnügungsmöglichkeiten aller Art gewährt die Insel vor allem eine unvergleichliche Aussicht auf den hypnotisch vor sich hin säuselnden Indischen Ozean. Jeder Sonnenuntergang scheint seine eigene, individuelle Nuance zu entfalten und es fällt kinderleicht, bei diesem Ambiente die eigenen Probleme und die der Welt zu vergessen. Einfach mal die Seele baumeln lassen, kaum an einem anderen Ort der Welt scheint dies leichter zu fallen, als an den traumhaften Stränden von Mauritius.