
Es ist eine Romanze, mit der die kanadische Schriftstellerin Rachel Reid genau ins Schwarze getroffen hat. Aus eigenen Angaben habe sie, selbst Hockeyfan, aus eigener Wut auf die homophobe Eishockeykultur die Gamechanger-Buchreihe gestartet. Und damit vielen „Girls and Gays“ ein wahrlich fantastisches Outlet geliefert. Emotional aufgeladen und gesellschaftlich relevant handeln die Bücher von queeren Liebesgeschichten im hypermaskulinen Profisport. Reids Charaktere verkörpern meist den Typus des „harten Sportlers“, zeigen sich aber unter dem hohen Leistungsdruck und in der Liebe verletzlich und emotional abhängig.
So wie in der Verfilmung von „Heated Rivalry“: Die Serie handelt von Shane Hollander und Ilya Rozanov - Eishockey-Profis und erbitterte Rivalen, die hinter verschlossenen Türen jedoch einfach nicht voneinander lassen können.
Während Shane Kapitän der Montreal Voyageurs ist, ist Ilya Kapitän der Boston Bears, und selbsternannter König des Eises - großspurig, talentiert. Daneben ist Shane eher zurückhaltender, doch die beiden stehen sich in Sachen Ehrgeiz nichts nach.
Doch was mit einiges One-Night-Stands beginnt, wird bald zur leidenschaftlichen Gay Romance, die den beiden nicht nur die Karriere kosten kann.
Riesiger Streamingerfolg führt zu ganzen Eventreihen
Die Serie (HBO Max) und der Boom des Buchs scheinen sich 2025 gegenseitig befeuert zu haben. Die Auflagen mussten teilweise hochgefahren werden, zum Staffelfinale wurden über 324 Millionen Streaming-Minuten erreicht. 2027 können sich Fans bereits auf Staffel 2 freuen. Reid hat mit ihrer Geschichte und der darin enthaltenen Repräsentation der queeren Community im Sport den Zahn der Zeit getroffen. Dieser Hype geht nach BookTok und dem Serienhit mittlerweile in neue Märkte wie Eventreihen über. In Kanada, USA, aber auch europaweit können Fans zu queeren Popsongs und den beliebtesten Filmszenen feiern. Partyreihen in Deutschland sind „The Cottage - Heated Rivalry Tour“ oder die Eventreihe „Hudcon“ (2. Mai, Z-Bau, Nürnberg). Die Partygänger können dort zum Beispiel unter Screens Songs mitsingen und sich dem „Heated“-Vibe hingeben. Die „Cottage“-Tour macht unter anderem am 22. Mai in Nürnberg einen Halt.
Kritik an Fandom und Eventreihen
Doch es gibt auch negative Stimmen zu der intensiven Fankultur und den Eventreihen: Zum einen sehen Kritikerinnen und Kritiker die eigentlich wichtigen gesellschaftlichen Themen der Reihe verdrängt. Coming-out-Probleme im Profisport, der hohe Leistungsdruck und psychische Gesundheit würden durch „Meme-Momente“ oder die Konzentration auf „Hot Scenes“ zu wenig Raum bekommen. Das gemeinsame Hineinsteigern der Fans auf Social Media sorgte für die Schauspieler der Serie bereits in den letzten Wochen für Probleme - teilweise waren sie massiven Hasskommentaren ausgesetzt. Fans forderten diese zum Beispiel vehement zum Outing ihrer sexuellen Orientierung auf. Der Cast war auch homophoben Äußerungen ausgesetzt.