Nürnberg - Anfang der Woche provozierten Mitglieder des Teams Menschenrechte Kunden und Personal in der Buchhandlung Jakob in Nürnberg. Die Buchhandlung spricht von einem Einschüchterungsversuch. Die Solidarität ist groß.

„Danke für Eure Solidarität“, diese Worte prangen in einem aktuellen Post auf dem Instagram-Kanal der Nürnberger Buchhandlung Jakob. Damit reagieren die Verantwortlichen des Traditionsgeschäfts auf einen „Besuch“ vom Team Menschenrechte Anfang der Woche.

Auslöser war demnach ein Plakat im Schaufenster der Buchhandlung. Darauf zu lesen sind unter anderem die Zeilen „Nazis raus“, „Gegen Team Menschenrechte“ und der Aufruf „Beschwere dich bei der Stadt Nürnberg. In dem Post bei Instagram heißt es weiter, „nachdem gestern ein Mitglied des sogenannten ,Team Menschenrechte‘ von einem Plakat gegen die Montagsdemos an unserer Tür Kenntnis genommen hatte, standen kurz darauf drei weitere Mitglieder in unserer Buchhandlung.“ Sowohl das Personal als auch anwesenden Kunden und Kundinnen seien von den Personen provoziert worden.

Nach dem Zwischenfall geben sich die Verantwortlichen in dem Post bei Instagram kämpferisch: „Wir als unabhängige Buchhandlung in der Nürnberger Innenstadt stehen für Vielfalt, Meinungsfreiheit und Antirassismus. Daran ändert auch kein Einschüchterungsversuch was.“ Viele Nachrichten und Nachfragen hätten die Buchhandlung im Nachgang erreicht. „Wir sind soweit wohlauf und fühlen und gestärkt, euch hinter uns zu wissen.“

2388 Likes hat der Post bei Instagram am Freitagvormittag, einen Tag nach seiner Veröffentlichung, gesammelt. Im Vergleich zu den anderen Posts auf dem Kanal der Buchhandlung ist das eine hohe Zahl. Die 136 Kommentare, die ebenfalls eingingen, sind am Freitag nicht mehr einsehbar.

Der Arbeitskreis gegen Rechts der SPD Nürnberg teilt mit, dass ein Mitglied des Teams Menschenrechte angedroht habe, Anzeige wegen Beleidigung und übler Nachrede zu stellen, sollte das Plakat im Schaufenster der Buchhandlung nicht abgehängt werden. Des Weiteren plane das Team Menschenrechte dem Arbeitskreis zufolge, ihre Demonstration am Montag nahe der Buchhandlung zu starten. „Das kann durchaus als weiterer Einschüchterungsversuch gegen die Buchhandlung interpretiert werden“, heißt es hierzu in einem Facebook-Post des Arbeitskreises.

Das Team Menschenrechte entwickelte sich aus der Quer-Denker-Bewegung, die ihren Höhepunkt wiederum während der Corona-Pandemie erlebte. Seither versammeln sich Anhänger und Anhängerinnen des Teams Menschenrechte immer wieder zu Demonstrationen auf zentralen Plätzen in Nürnberg. Der bayerische Verfassungsschutz beobachtet die Gruppierung seit dem vergangenen Jahr.