Nicht nur Morlock, Mai und Matthäus: Diese deutschen Nationalspieler haben Franken-Bezug
26.03.2026, 16:09 Uhr
Manche haben bei fränkischen Vereinen gespielt, andere sind in Franken geboren: Die Liste an deutschen Nationalspielern, die einen Bezug zu Franken aufweisen ist lang und prominent - und sie könnte bald um einige Shootingstars erweitert werden.

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1/21 - Max Morlock, Lothar Matthäus und David Raum: Drei Generationen an deutschen Nationalspielern, die entweder in Franken aufgewachsen sind oder in Franken gespielt haben. Welchen Franken oder Ex-Franken sonst noch das Trikot deutschen Nationalmannschaft bei einer Welt- oder Europameisterschaft tragen durften, sehen Sie hier. © picture alliance / SZ Photo / HMB Media / Heiko Becker

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2/21 - In einer Liste der wichtigsten Nationalspieler mit fränkischem Bezug darf er niemals fehlen: Max Morlock. Nürnbergs Vereinslegende zählte zu den Helden von Bern, leitete mit einem Anschlusstreffer die Aufholjagd gegen Ungarn selbst ein und bezeichnet es als „mein liebstes und wichtigstes Tor“ unter den 21 Treffern, die er in 26 Länderspielen verbuchte. Trotz allem war es nicht nur das Tor oder die Erfolge, die ihn auszeichneten, sondern auch und vor allem, wie ehemalige Wegbegleiter über den gebürtigen Nürnberger sprachen. „Max Morlock war der größte Kämpfer, den ich kannte“, adelte etwa Fritz Walter, Heini Müller bezeichnete den langjährigen Club-Kapitän als „feinen Kerl“. © Horstmüller/picture alliance / SZ Photo

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3/21 - Ähnliches gilt für Andreas Köpke: Der gebürtige Kieler glänzte als Torhüter des 1. FC Nürnberg nicht nur zwischen den Pfosten, sondern gewann insbesondere als loyaler, edelmütiger und höflicher Mensch schnell die Herzen der Fans. Der Schlussmann nahm an zwei Europameisterschaften und drei Weltmeisterschaften teil und gewann beide Titel: Bei der WM 1990 bliebt Köpke zwar als dritter Keeper ohne Einsatz, als Stammtorhüter trug er dann aber maßgeblich zum Triumph in bei der EM 1996 bei – auch weil er im Verlauf des Turniers zwei Elfmeter hielt. Bis heute hat er im Hinblick auf die Gegentore pro Länderspiel eine der besten Quoten aller deutschen Nationalkeeper. © Oliver_Berg/picture-alliance / dpa

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4/21 - Unter allen Nationalspielern mit fränkischen Wurzeln ragen seine Wurzeln mit am tiefsten: Norbert Eder wurde in Bibergau im Landkreis Kitzingen geboren und verbrachte insgesamt elf Jahre, erst bei den Junioren und dann bei den Herren, beim 1. FC Nürnberg. 331 Pflichtspiele im rot-schwarzen Trikot hieven ihn in die Top 10 der Rekordspieler beim Club. In die Nationalmannschaft wurde der Defensivspieler aber erst nach seinem Wechsel zum FC Bayern berufen und nahm dann an der WM 1986 teil. © Herbert Rudel/picture alliance / Pressefoto Rudel

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5/21 - In der Checkliste „Fränkische Wurzeln bei deutschen Nationalspielern“ erfüllt Niclas Füllkrug viele Kriterien: Zwar ist der kantige Mittelstürmer in Hannover geboren, spielte aber sowohl für den Club (29 Scorer in 49 Einsätzen) als auch für das Kleeblatt (7 Scorer in 24 Einsätzen). Seine vier Frankenderbys bestritt „Lücke“ aber allesamt im rot-schwarzen Trikot. Für die deutsche Nationalmannschaft debütierte der Spätzünder erst im Alter von 29 Jahren, bei der Weltmeisterschaft 2022 avancierte er zum Edeljoker mit drei direkten Torbeteiligungen in 66 Minuten Einsatzzeit. Auch bei der Europameisterschaft im eigenen Land kam der wuchtige Stoßstürmer überwiegend von der Bank. © Revierfoto/picture alliance / dpa

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6/21 - Mit Erich Beer gibt es einen weiteren deutschen Nationalspieler, der auf beiden Seiten der Stadtgrenze aktiv war. Der offensive Mittelfeldspieler, der mitunter auch im Sturm auflief, wurde in Neustadt bei Coburg geboren. Er spielte zu Beginn seiner Karriere eine halbe Saison für die Reserve der SpVgg Fürth, ehe er sich im Sommer 1968 dem Lokalrivalen anschloss, wo er allerdings auch nur ein Jahr verweilte. Sieben Jahre später debütierte „Ete“ unter Trainer Helmut Schön in der Nationalmannschaft, es folgten eine Teilnahme an der Europameisterschaft 1976 inklusive dem zweiten Platz sowie die Teilnahmen an der Weltmeisterschaft 1978. Auf Vereinsebene feierte Beer die größten Erfolge mit Hertha BSC. © Roland Witschel/picture-alliance/ dpa

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7/21 - Im Finale der Weltmeisterschaft 1954 hat er „den Kocsis geschnupft“ – das soll Karl „Charly“ Mai gegenüber Trainer Sepp Herberger tatsächlich so gesagt haben. Der gebürtige Fürther stand als defensiver Mittelfeldspieler zwar weniger im Fokus als etwa Max Morlock oder Uwe Rahn, nahm aber mit Sandor Kocsis den ungarischen Torschützenkönig des Turniers komplett aus dem Spiel und leistete damit einen wichtigen Beitrag zum „Wunder von Bern“. Insgesamt absolvierte Mai 21 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft. © STR/Picture-Alliance/KEYSTONE

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8/21 - Zu den Helden von Bern zählt auch ein weiterer gebürtiger Fürther: Herbert Erhardt. Der Rechtsverteidiger nahm mit der deutschen Nationalmannschaft an den WM-Turnieren 1954, 1958 und 1962 teil, wurde Weltmeister und absolvierte 50 Länderspiele. Auf dem Platz brachte er seine Gegner durch seine rustikale Spielweise als Mittelläufer oder Stopper zum Verzweifeln, abseits des grünen Rasens präsentierte er sich als nahbarer Fußballer. Nach seiner Karriere kickte er mit Jugendlichen oftmals im Freibad, was ihn den Spitznamen „Boadmassder“ einbrachte. © Horstmüller/picture alliance / SZ Photo

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9/21 - Fußballer des Jahres, Deutscher Meister, Champions-League-Sieger, fünffacher englischer Meister, noch einige weitere Titel – und sein Stern ging in Nürnberg auf: Ilkay Gündogan wechselte als Nachwuchsspieler des VfL Bochum zum Club und entwickelte sich dort binnen kürzester Zeit zum Stammspieler. Gut zwei Jahre nach seinem Profidebüt kam der damals 20-Jährige unter Jogi Löw zu seinem ersten Einsatz mit dem Adler auf der Brust. Mit der deutschen Nationalmannschaft nahm er an fünf großen Turnieren teil und führte die DFB-Elf zwischenzeitlich als Kapitän aufs Feld. © Laci Perenyi/picture alliance / Laci Perenyi

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10/21 - Obwohl der fränkische Fußball stark mit Nürnberg, Fürth und ihren traditionsreichen Aushängeschildern verbunden wird, sollte man die Region keineswegs allein auf den Club und das Kleeblatt beschränken. Ein prägnantes Gegenbeispiel liefert Frankens wohl bekanntester Fußballer: Der aus Herzogenaurach stammende Lothar Matthäus spielte nie für einen der großen fränkischen Spitzenvereine. Die Liste seiner Erfolge ist lang und reicht von individuellen Titeln wie dem Weltfußballer oder dem Ballon D’Or über je einen EM- und WM-Titel (1980 und 1990) bis hin zu 17 Titeln mit dem FC Bayern und Inter Mailand. Im DFB-Dress absolvierte „Loddar“ 150 Länderspiele. © Werek/picture alliance / SZ Photo

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11/21 - Neben Lothar Matthäus gibt es noch einige andere gebürtige Franken, welche nie für den Club oder das Kleeblatt, dafür aber für die Nationalmannschaft gespielt haben. Dazu zählen die Aschaffenburger Felix Magath (43 Länderspiele, drei Teilnahmen an großen Turnieren und der EM-Titel 1980) und Rudi Bommer (ein Kurzeinsatz bei der EM 1984) sowie der Schweinfurter Torwart Günter Bernard (Vize-Weltmeister bei der WM 1966). © Herbert Rudel/picture alliance / Pressefoto Rudel

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12/21 - David Raum darf sich auch vor der Weltmeisterschaft 2026 berechtigte Hoffnungen auf einen Stammplatz machen: Der gebürtige Nürnberger zählt seit Jahren zu den konstantesten Linksverteidigern der Bundesliga und führt inzwischen RB Leipzig als Kapitän aufs Feld. Ausgebildet wurde der einstige Derbyheld beim Tuspo Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth, wo er auch seine ersten Schritte im Profifußball ging. Bei der Europameisterschaft 2020 und der Weltmeisterschaft 2022 kam der Linksfuß bereits regelmäßig zu Spielzeit. © Heiko Becker/picture alliance / HMB Media/ Heiko Becker

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13/21 - Apropos Linksverteidiger der deutschen Nationalmannschaft, die in Franken gespielt haben: Marvin Plattenhardt spielte ab der U17 für den Club und reifte am Valznerweiher zum Profi, ehe er sein fußballerisches Glück in der Hauptstadt fand und neun Jahre bei der Hertha verbrachte. Der Linksfuß spielte 2017 erstmals für die A-Nationalmannschaft und gehörte dem Kader zur Weltmeisterschaft 2018 an. Bei der 0:1-Auftaktniederlage gegen Mexiko stand der Außenverteidiger in der Startelf. © MiS/picture alliance / M.i.S.-Sportpressefoto

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14/21 - Genau wie Plattenhardt ging auch Frank Baumann seine ersten Schritte im Profifußball beim Club, ging aber als Legende bei anderen Vereinen in die Annalen ein – in seinem Fall beim SV Werder Bremen, wo er Spielführer wurde, zwei Pokalsiege und die deutsche Meisterschaft bejubeln durfte. Zuvor stieg der gebürtige Würzburger mit dem Club in die Bundesliga auf. Der Defensivallrounder durfte in seiner Karriere 28 Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft tragen und darf sich als Vize-Weltmeister von 2002 ausgeben. © SVEN SIMON/picture-alliance / Sven Simon

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15/21 - Ein Unterfranke ist aktuell Co-Trainer beim FC Barcelona: Die Rede ist von Heiko Westermann, der in der Kleinstadt Alzenau geboren wurde. Der Innenverteidiger begann seine Karriere beim Kleeblatt und wurde im Jahr 2008, damals dann schon im Trikot des FC Schalke 04, in die Nationalmannschaft berufen. Insgesamt stehen 27 Länderspiele und die Teilnahme an der EM 2008, welche Deutschland als Vize-Europameister abschloss, zu Buche. © Thomas Eisenhuth/picture-alliance / dpa

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16/21 - Eine ähnliche Vita kann Stefan Kießling vorweisen: Der Instinktstürmer wurde ebenfalls in Franken, nämlich in Lichtenfels, geboren und schaffte bei einem fränkischen Vorzeigeverein, nämlich dem Club, den Sprung in den Profifußball. Den Großteil seiner Karriere verbrachte Kießling dann aber bei Bayer 04 Leverkusen, wo er nicht nur zur Vereinslegende avancierte, sondern auch zum Nationalspieler reifte. Im Jahr 2010 zählte er zum deutschen WM-Kader, kam aber in Südafrika nur zu zwei Kurzeinsätzen. Ein Treffer in einem Pflichtspiel der Nationalmannschaft blieb ihm verwehrt. © Pressefoto ULMER/Bjoern Hake/picture-alliance / Pressefoto ULMER/Bjoern Hake

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17/21 - 69 Länderspiele, vier Teilnahmen an großen Turnieren sowie der Weltmeister-Titel 1990 und der Europameister-Titel 1996: Stefan Reuter kann auf eine beeindruckende Bilanz seiner Nationalmannschaftskarriere blicken. Der gebürtige Dinkelsbühler gewann – auch auf Vereinsebene mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund – nahezu alle relevanten Pokale, und auch die Zweitliga-Meisterschaft mit dem Club in der Saison 1984/85 darf hier nicht unterschlagen werden. © SVEN SIMON/picture alliance / SvenSimon

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18/21 - Wer A sagt, muss auch B sagen: Nach Rekordtorschütze Max Morlock schaffte es auch der zweiterfolgreichste Nürnberger Torjäger in die Nationalmannschaft. Heinz Strehl, der 187 Tore im Trikot des 1. FC Nürnberg bejubeln durfte, kam ebenfalls für die deutsche Nationalmannschaft zum Einsatz – allerdings debütierte er erst 1962, ebenfalls unter Sepp Herberger. Mittelstürmer Strehl bekam sogar einen Kaderplatz für die Weltmeisterschaft 1962 in Chile, wurde aber nicht eingesetzt. © Schirner Sportfoto/picture alliance / Schirner Sportfoto

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19/21 - Wer A und B sagt, muss auch D sagen: Auch der viertbeste Nürnberger Torschütze durfte seine Torjäger-Qualitäten im DFB-Dress unter Beweis stellen, schaffte es aber nicht. Beim 1. FC Nürnberg verdeutlichten 103 Tore und Assists in 248 Einsätzen seinen Wert als offensive Lebensversicherung, in seinen sieben Länderspielen gelang Dieter Eckstein indes kein Treffer. „Eckes“ fuhr mit zur EM 1988, wurde aber beim 1:1-Auftaktremis gegen Italien nur spät und in den darauffolgenden Spielen gar nicht mehr eingewechselt. © Herbert Rudel/picture alliance / Pressefoto Rudel

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20/21 - Es gibt noch eine Reihe an Spielern, die für den 1. FC Nürnberg gespielt und später für die deutsche Nationalmannschaft bei einer Welt- oder Europameisterschaft dabei waren. Dazu zählen der gebürtige Regensburger Hans Dorfner (122 Einsätze für den Club, sieben Länderspiele) sowie Martin Wagner (108 Einsätze für den Club, sechs Länderspiele), Jörg Böhme (16 Einsätze für den Club, zehn Länderspiele) und Cacau (46 Einsätze für den Club, 23 Länderspiele). Letzterer erzielte bis heute das zweitschnellste Joker-Tor bei einer Fußball-Weltmeisterschaft: Im Auftaktspiel der WM 2010 gegen Australien traf er nur 110 Sekunden nach seiner Einwechslung. © Achim Scheidemann/picture-alliance / dpa

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21/21 - Vielleicht sind diese drei Spieler die nächsten Nationalspieler mit fränkischem Bezug, die Deutschland bei einer Weltmeisterschaft repräsentieren dürfen: Lennart Karl ist im unterfränkischen Frammersbach geboren, Jonas Urbig spielte eine Saison für die SpVgg Greuther Fürth und der Nürnberger Jamie Leweling verwirklichte sich beim Kleeblatt den Traum vom Profifußball. Sie alle waren für den letzten Lehrgang der deutschen A-Nationalmannschaft der Saison 2025/26 nominiert und dürfen daher auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in diesem Sommer hoffen. © Ulrich Wagner/picture alliance / Wagner
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