Kronach - Kater Xandro sitzt seit Dezember im Kronacher Tierheim. Seine bisherige Lebensgeschichte gleicht einer Tortur - ein neues zu Hause soll für das überfällige Happy End sorgen.

„Bildschön, aber nicht perfekt – Xandro sucht sein Für-Immer-Zuhause“, so das Tierheim Kronach in seiner Pressemitteilung. Der schöne Xandro ist geschätzt circa acht Jahre alt, männlich und kastriert. Mit seinem silbergrauen Fell, das teilweise aber auch rötlich schimmert und seinen blauen Augen – das Tierheim sagt, er sei möglicherweise Siam-Vorfahren – ist er außergewöhnlich schön.

Auch charakterlich lasse der Kater er keine Wünsche offen, so seine Pfleger aus dem Tierheim. Xandro sei zutraulich, super lieb und sehr verschmust. Er ist sehr menschenbezogen und begrüßt Besucher im Katzenzimmer in der Regel als erster, schmiegt sich an sie und bietet sich zum Schmusen an, schwärmt das Tierheim in seiner Mitteilung. Auch mit seinen Katzenkollegen verträgt er sich in der Regel gut. Trotz seinem geschätzten acht Jahren ist er zwar kein Jungspund mehr, was Temperament und Verhalten angeht sei er aber immer noch topfit.

Rettung aus Animal-Hoarding-Hölle

„Doch nichts auf der Welt ist perfekt – wir Menschen nicht und das gilt auch für die Tiere. Dass Xandro so ist, wie er ist, hat er wohl hauptsächlich seiner Vorgeschichte zu verdanken, denn die war leider alles andere als rosig“, schreibt das Tierheim.

Xandro stammt demnach aus einem Animal-Hoarding-Haushalt und kam zusammen mit 13 weiteren Katzen im Dezember in das oberfränkische Tierheim. 18 weitere Katzen aus derselben Haltung wurden auf andere Tierheime verteilt. „So viele Neuzugänge hätten wir nicht auf einen Schlag allein stemmen können“, schildert das Kronacher Tierheim.

Die Zustände vor Ort seien katastrophal gewesen, heißt es weiter: „Xandro und seine Leidensgenossen mussten in einem total zugemüllten und stinkenden Haus leben, inmitten ihrer eigenen Exkremente, ohne tierärztliche Betreuung, ohne Pflege, dafür aber mit Massen an Flöhen. Nur an Futter mangelte es anscheinend nicht.“

Im Tierheim wurden die Tiere ärztlich versorgt, entfloht, entwurmt, geimpft und kastriert. Die meisten von ihnen wurden mit chronischem Schnupfen diagnostiziert und leiden unter tränenden Augen leiden – so auch Kater Xandro. Bei ihm seien hauptsächlich die Augen betroffen, die immer mal wieder tränen. Bisherige Therapieversuche haben keine dauerhafte Besserung erbracht und somit wird erwartet, dass Xandro auch weiterhin damit leben muss. Xandro scheint sich laut den Mitarbeitern des Tierheims damit abgefunden, denn von seinen tränenden Augen abgesehen wirke er fit, fröhlich und lebenslustig.

Leben zwischen Müll und Exkrementen hat Spuren hinterlassen

Auch wenn wärmeres Wetter und ein stabiles stressfreies zu Hause die Symptome lindern können, kann der Schnupfen immer mal wieder auftreten. Dies müssen Interessenten für Xandro wissen und damit leben.

Ein weitere Folge des Lebens im Animal-Hoarding-Haushalt: Xandro ist nicht wirklich stubenrein. Die Katzen hatten in ihrem früheren Zuhause keine Katzentoiletten und hatten daher nie die Chance, die Stubenreinheit zu erlernen. Im Tierheim habe man schon so viel ausprobiert: verschiedene Streu, die Platzierung der Katzenklos an verschiedenen Stellen, verschiedene und vor allem sehr viele Katzentoiletten, die zweimal täglich gereinigt werden. Doch leider hat sich Xandro an das Benutzen des Katzenklos noch nicht ganz gewöhnt, sodass es immer wieder zu kleinen „Malheurs“ komme.

Doch dass es so bleibt, sei nicht in Stein gemeißelt, da die Katzen im Winter noch nicht ins Außengehege können und Xandro daher mit vielen Leidensgenossen auf engem Raum lebt, was auch eine Art Protestverhalten in Form von Unreinheit auslösen könnte.

In seinem neuen Zuhause sollte der achtjährige Kater auf jeden Fall Freigang haben. Auf diese Weise könnte sich sein Sauberkeitsproblem vielleicht von allein lösen, so das Tierheim. „Vielleicht wäre auch ein Bauernhof oder ein Reiterhof für ihn ideal, wo er notfalls draußen leben (aber natürlich mit warmem Plätzchen in Stall oder Scheune), aber trotzdem viel Kontakt zu seinen Menschen haben könnte.“

Für Xandros Schwächen sind andere Menschen verantwortlich, nicht der Kater selbst. Ausbaden muss er es trotzdem nun selbst und wartet im Tierheim auf ein neues zu Hause mit viel Freiraum, Sicherheit und Liebe.

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