
In einer guten Woche beginnen mit Karfreitag am 3. April die Ostertage - und Eier spielen dann traditionell eine wichtige Rolle, egal ob zubereitet zum Brunch, verarbeitet im Osterlämmchen oder ausgeblasen und bemalt am Osterstrauch. Doch ausgerechnet jetzt, wo die Eier kurz vor ihrer Hochsaison stehen, wird über eine drohende Knappheit geraunt. Wie ernst sind die Befürchtungen zu nehmen?
Die Geflügelbauern machen sich offenbar Sorgen. So sprach der Bundesverband Ei gegen über der Mitteldeutschen Zeitung davon, dass sie mit ihrem Angebot die Nachfrage derzeit nicht mehr decken könnten. Weiter ist die Rede von einer Verschärfung zu Ostern. Supermarktregale könnten teilweise leer bleiben.
Dass die Eier nun knapp werden könnten hat mehrere Gründe. Zum einen essen die Deutschen mehr Eier als noch vor einigen Jahren. Seit 2022 steigt der Verbrauch kontinuierlich an. Zu Ostern dürfte er nochmals nach oben gehen. 2025 lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 252 Eiern, teilt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft mit.
Während die Nachfrage steigt, gerät das Angebot zum anderen unter Druck. Laut Bundesverband Ei gingen die wichtigen Importe zurück. Rund ein Viertel des Bedarfs wird eingeführt, um die Nachfrage decken zu können. Die wichtigsten Importländer sind die Niederlande und Polen.
Die Betriebe wiederum kämpfen mit den Auswirkungen von Krankheiten. Aufgrund der Vogelgrippe mussten bereits hunderttausende Legehennen in Deutschland getötet werden. Auch Betriebe in anderen Ländern waren betroffen. In Polen, dem zweitwichtigsten Importland, ging die Zahl der gekeulten Tiere in die Millionen.
Neuerdings macht zusätzlich die Newcastle-Krankheit Schlagzeilen. Einen Ausbruch meldeten auch bayerische Betriebe. Anfang März waren in diesem Zusammenhang bereits 125.000 Tiere vorsorglich getötet worden. Die Newcastle-Krankheit ist sehr ansteckend und zeigt sich mit ähnlichen Symptomen wie die Geflügelpest. In Deutschland besteht eine Impfpflicht gegen die Krankheit.
Zu groß müssen die Sorgen vor Ostern aber auch nicht werden. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft teilt gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk mit, das Angebot an Eiern im Handel sei zwar knapp, aber stabil. Auch das Bundeszentrum für Ernährung erklärt, die Versorgung mit Eiern zu Ostern sei sicher.
Ein Wehmutstropfen bleibt: Die Preise für Eier sind zuletzt gestiegen. Während die Zehner-Packung aus Bodenhaltung im Discounter lange für unter zwei Euro zu bekommen war, liegt der Preis inzwischen bei rund 2,50 Euro.

