Herzogenaurach - Blau statt Pink! Auch zur WM 2026 setzen die DFB-Elf und Ausrüster Adidas auf eine ungewöhnliche Farbe bei den Auswärtstrikots. Die Reaktionen der nordbayern.de-User fallen deutlich aus – und vernichtend.

Erinnern Sie sich noch an das Freundschaftsspiel der deutschen Nationalmannschaft im Mai 1986 gegen den mexikanischen Klub Atletico Morelia? Nein? Das ist ärgerlich, schließlich war es das einzige Spiel, in dem die DFB-Elf in blauen Trikots auflief – bisher. Auch bei der anstehenden Weltmeisterschaft werden Joshua Kimmich, David Raum, Jamal Musiala und Co. in tiefblauen Shirts auflaufen – eine Farbwahl, die insbesondere bei den nordbayern.de-Usern für Irritationen sorgt.

Wir haben in einem Facebook-Beitrag nach den Meinungen unserer Community zu den jüngst vorgestellten Auswärtstrikots gefragt, der Tenor ist ernüchternd. Einige Fans vergleichen das Trikot mit einem „Schlafanzug“ und urteilen: „Adidas ist nur noch daneben im Design.“

Abgesehen davon konzentriert sich der Großteil der Kritik auf die Farbe. Für das Tiefblau sprechen die Historie, die Erfahrungen vor der Heim-Europameisterschaft, als das pinke Shirt einen gigantischen Hype auslöste, und Florian Wirtz. Der Liverpool-Star wird auf der DFB-Website wie folgt zitiert: „Ein Deutschland-Trikot in dieser Farbe finde ich ungewöhnlich - aber richtig gut.“

Dass die deutschen Feldspieler künftig in Blau spielen, argumentiert der fränkische Ausrüster Adidas mit der Geschichte: Die Grundfarbe soll an historische Trainingsoberteile der DFB-Elf erinnern, die diagonalen Zackenstreifen sind vom klassischen Look früherer Adidas-Schuhkartons inspiriert. Blöd nur, wenn sich heutzutage kaum mehr jemand an diese sicherlich durchdachten, aber mutmaßlich zu weit gedachten Referenzen erinnert. Zumindest spiegeln das die Kommentare unter unserem Facebook-Post wider.

„Hat nix mit Deutschland zu tun“, schreibt ein Nutzer auf Facebook. Ein Anderer poltert: „Total nichtssagend, null Bezug zu Deutschland. Man könnte grad meinen, wir müssten uns verstecken.“ Viele User bringen das Trikot sogar mit anderen Nationen wie Frankreich oder Argentinien in Verbindung. Auf Instagram fragen Fans „Seit wann sind wir Les Bleus?“ oder kommentieren „Geiles Argentinien-Trikot! Bestelle ich gleich mit Messi drauf“. Ein User wirft eine Frage auf: „Was ist das für ein Land?“

Die nordbayern.de-User lassen in ihren Kommentaren kaum ein gutes Haar am neuen Jersey. Das höchste aller Gefühle: Ein Nutzer findet das tiefblaue Shirt „besser als das pinke“.

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Interessant ist, dass die Kommentare auf Instagram, etwa auf dem DFB-Profil, insgesamt wohlwollender ausfallen. „Sehr gelungene Trikot-Styles für den Abschied. Danke, Adidas. Ich werde mir danach kein Nationalmannschafts-Trikot mehr kaufen, bis ihr zurück seid“, schreibt ein User. Andere sehen „Adidas am Kochen“ und bezeichnen das Shirt als „unnormal geil“.

Dennoch dominieren auch auf Instagram die Diskussionen um die unkonventionelle Farbwahl. „Während das Heimtrikot ein Volltreffer mit vielen historischen Anleihen ist, lässt dieses Auswärtstrikot so ziemlich jede Verbindung zu Deutschland oder den DFB vermissen. Für mich das am wenigsten gelungene Trikot ever.“ Letztendlich bringt es aber ein User auf den Punkt: „Am Ende ist es aber auch einfach Geschmackssache und zum Glück nur ein Stück Stoff.“

Und: Wichtiger als das Stück Stoff ist, dass die deutsche Nationalmannschaft damit erfolgreicher und besser spielt als in ihrem bisher einzigen Auftritt in Blau. Damals gewannen Lothar Matthäus, Rudi Völler und Co. zwar mit 2:1, hatten sich diesen Sieg gegen Atletico Morelia aber nach einer schwachen Leistung gegen einen überlegenen Gegner nicht ansatzweise verdient.