Erlangen - Bei einer Sportveranstaltung in Erlangen-Bruck ereignete sich ein tragischer Unfall: Ein siebenjähriger Junge verlor dabei sein Leben.

Noch vor dem eigentlichen Spielbeginn wurde am Samstag, 21. März, gegen 14:00 Uhr ein siebenjähriger Junge von einem umstürzenden Tor so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken sollte an diesem Nachmittag ein Spiel der F-Jugend in Erlangen-Bruck stattfinden. Für den Spielbetrieb wurden mehrere mobile Tore aufgestellt, die zuvor flach auf dem Spielfeld lagen. Eines dieser Tore geriet aufgrund der an der rückwärtigen Querverbindung angebrachten Zusatzgewichte in eine unkontrollierte Kippbewegung und erfasste den siebenjährigen Jungen. Das Kind wurde in die Uniklinik Erlangen gebracht, wo es kurze Zeit später an seinen schweren Verletzungen starb.

Die Polizeiinspektion Erlangen-Stadt und der Kriminaldauerdienst Mittelfranken waren mit Streifen vor Ort. „Soweit ich weiß, ist es auf einem der hinteren Plätze passiert. Auf den Hauptplätzen sollte später auch ein Spiel stattfinden, das dann letztlich abgesagt wurde, nachdem bekannt wurde, was auf dem hinteren Platz passiert ist“, erklärte Kai Schmidt, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, gegenüber der Nachrichtenagentur News5. Zur Betreuung der Anwesenden wurden mehrere Kriseninterventionsteams hinzugezogen.

Die Ermittlungen zum genauen Hergang dauern an. Dabei wird insbesondere geprüft, welche Rolle die vor Ort befindlichen Personen gespielt haben könnten. Nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Untersuchungen wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob ein vorwerfbares Handeln vorlag. Grundlage dafür wird unter anderem ein Gutachten eines Sachverständigen sein.

FSV Erlangen-Bruck meldet sich mit Statement zu Wort

Am Sonntagnachmittag meldet sich der FSV Bruck mit einem Statement zum dem tragischen Unfall am Vortag. Vorstand Thomas Neudecker wird auf der Webseite des Vereins zitiert: „Wir sind alle sehr geschockt. Nach dem unfassbaren Geschehnis befindet sich der gesamte Verein in tiefster Trauer. Der Fußball ist nun absolute Nebensache. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Angehörigen, Freunden, Mitspielern und Trainern. In aller Verbundenheit wünschen wir ihnen viel Kraft, das Unbegreifliche zu überstehen. Der Verein wird alles tun, um die Beteiligten zu unterstützen.“

In diesem schweren Moment würde der FSV „aus Rücksicht auf die Betroffenen keine weiteren Ausführungen machen. Ruhe in Frieden“. Auch auf Social Media thematisiert der Verein den Vorfall:

Laut Bayerischem Fußballverband ist noch unklar, ob das Kind als Spieler oder Zuschauer auf dem Vereinsgelände war. Der Brucker Verein spricht auf seiner Webseite von einem „FSV-Spieler“.

Alle für den Sonntag geplanten Spiele der Junioren auf Kreisebene im Fußballkreis Erlangen/Pegnitzgrund wurden infolge des Unglücks abgesagt, berichtet die dpa am Sonntagvormittag. „Wir sind alle tief erschüttert und fassungslos. Uns fehlen die Worte“, schreibt der Verband. Man wolle den Fußball ruhen lassen. „Die Fußball-Familie ist in Gedanken bei all denen, die begreifen müssen, was es in dieser Stunde einfach nicht zu begreifen gibt.“

Blumen am Vereinsgelände in Erlangen-Bruck nach Tod von Jungen

Am Sonntagvormittag kamen zahlreiche sichtlich betroffene Menschen mit Blumen zum Vereinsgelände, darunter auch Kinder und Jugendliche, wie ein dpa-Fotograf berichtet. Die Blumen sollen auf dem Gelände niedergelegt werden.

Unfälle mit Toren sind grundsätzlich selten. In Deutschland gab es 2013 einen Fall in Hamburg, in dem ebenfalls ein Siebenjähriger durch ein umfallendes Tor erschlagen wurde. 2010 starb ein Zwölfjähriger im münsterländischen Nottuln. 2021 wurde ein Elfjähriger schwer verletzt. Auch in früheren Jahren und im Ausland gab es weitere ähnliche Unfälle.

Diese Meldung ist am 25. März um 10 Uhr mit neuen Informationen der Polizei ergänzt worden.


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