
Bislang war er auf dem Rasen zuhause, doch das ist nun für Alexander Nouri Vergangenheit. Seit Beginn des Jahres ist der ehemalige Kicker und spätere Bundeligatrainer nämlich unter die Gastronomen gegangen. In Nordrhein-Westfalen führt der 46-Jährige nun als Franchise-Nehmer zwei Fastfood-Filialen, eine steht in Würselen, die andere in Herzogenrath.
In seiner Fußball-Karriere lebte Nouri den Traum eines deutschen Fußball-Trainers: Er arbeitete in der Bundesliga, trainierte Werder Bremen und den Zweitligisten FC Ingolstadt und stand als Assistent bei Herta BSC Jürgen Klinsmann zur Seite. Auch für den griechischen Klub AO Kavala arbeitete Nouri, doch dann wurde es ruhig in der sportlichen Vita des gebürtigen Buxterhuders. Alexander Nouri hatte entschieden, sich eine neue Existenz aufzubauen.
Mehrere Medien, darunter Sport Bild oder welt.de haben den ehemaligen Bundesligatrainer besucht und mit ihm über die Neuerung und vor allem den Grund gesprochen, warum Nouri dem Profifußball den Rücken kehren wollte. Leicht sei ihm die Entscheidung nicht gefallen, er habe sie auch nicht leichtfertig oder schnell getroffen, so Nouri.
Gegenüber Sport Bild erklärt er: „Der Fußball spielte in meinem Leben immer eine riesengroße Rolle, ich habe dem Sport unheimlich viel zu verdanken. Natürlich hätte ich im Trainerbereich weiterarbeiten können, ich hatte interessante Angebote aus dem Ausland. Aber ich habe mich nach Stabilität in meinem Leben gesehnt.“ Er wollte nicht mehr in Gefahr geraten, plötzlich nach einem halben Jahr ohne Trainerposten dastehen, weil die Ergebnisse dem Verein nicht gereicht haben. Auch wollen er und seine Familie nicht mehr im Turnus weniger Jahre Standortwechsel erfahren, weil das mit dem Job eines Trainers einhergehe, erklärt Nouri den Medien gegenüber weiter. Nach einem intensiven Austausch mit seiner Frau habe er entschieden, „einen Cut zu machen und einen neuen Weg zu gehen“, zitiert ihn Sport Bild.
Dafür hat er sich für ein völlig anderes Metier entschieden als das, in dem er bislang tätig war — nachdem er 2024 im privaten Umfeld zufällig ein Mitglied der Fürhrungsriege von McDonald‘s in Deutschland getroffen hatte, war seine „Neugier geweckt“. Nouri durchlief ein Bewerbungssystem und einen Auswahlprozess für Franchise-Interessierte, der sich über mehrere Runden zog.
In der Hamburger University in München, dem Ausbildungscamp des Fastfood-Giganten, absolvierte er verschiedene Kurse und machte unter anderem Scheine in Personalführung. Nach einem dreimonatige Mentorenprogramm, in dem es vor allem um die praktische Arbeit ging, war Nouri startklar. Zwar hat der ehemalige Kicker und Coach nicht Betriebswirtschaftslehre, sondern Gesundheitsmanagement studiert, doch einiges von dem Erlernten könne er nun auch in seinem neuen Berufsfeld einsetzen. In diesem möchte der ehemalige Profisportler „nachhaltig etwas aufbauen. Ich möchte ein verlässlicher und guter Arbeitgeber für die Region sein. Ich habe jetzt die Verantwortung für 95 Mitarbeiter“, erklärt er gegenüber welt.de. Und schiebt direkt hinterher: „Mein neues Leben macht unheimlich viel Spaß.“
Persönlich gratuliert hat ihm übrigens Werder-Legende und Vize-Weltmeister von 2002, Torsten Frings, der aus der Gegend um Herzogenrath stammt. Frings habe Nouri eine WhatsApp geschickt, in der er schreibt, dass er als Kind häufiger in der Filiale zum BigMac-Essen gewesen sei. „Übrigens ist das auch mein Lieblingsburger“, verrät der frische Franchise-Nehmer noch.