
Personen, die gerne in der Küche stehen und auf dem Herd oder im Backofen leckere Gerichte zaubern, die kommen meist nicht drum herum, zu dem ein oder anderen Gewürz zu greifen. Beliebt sind dabei oftmals auch fertige Gewürzmischungen - die sind zuhauf in Supermarktregalen zu finden. Eine Mischung, die fast jeder kennt, sind „Kräuter der Provence“.
Laut Öko-Test ist der Begriff aber nicht geschützt, was dazu führt, dass die Gewürzmischungen mit dem gleichen Namen von unterschiedlichen Herstellern teilweise unterschiedlich zusammengesetzt sind. Laut dem Portal sind häufig Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut, Basilikum und Oregano enthalten. Teilweise kommen aber auch Gewürze wie Lavendel, Majoran, Salbei oder Lorbeer hinzu. Eher untypische Bestandteile sind Schnittlauch, Liebstöckel, Wacholder, Petersilie oder Zwiebeln.
Im Test des Portals wurden nun 23 „Kräuter der Provence“, neun davon mit Bio-Siegel, getestet - in ihnen kommen „Kräuter aus der ganzen Welt zusammen, nur die Provence ist kaum vertreten“.
Im Test wurde allerdings ein mehr schlechtes als rechtes Ergebnis erzielt. Denn: Es wurden teilweise Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen und auch Pestizidcocktails nachgewiesen. Also „ein paar Stoffe, auf die Verbraucherinnen und Verbraucher sicher gern verzichten würden“, heißt es in dem Bericht des Portals Öko-Test. „Nur“ fünf der Kräutermischungen konnten mit einem „gut“ abschneiden.
„Besonders bedenkliche“ Ergebnisse aus dem Labor
In zahlreichen Gewürzmischungen wurden Pestizide nachgewiesen, viele waren „mit mindestens zwei unterschiedlichen Spritzmitteln belastet“, zeigten Laboranalysen. Als Negativ-Rekord gilt ein einzelnes Produkt, in dem mehr als zehn Pestizidspuren nachgewiesen werden konnten.
Als „besonders bedenklich“ wurden zwei gefundene Pestizide befunden. Zum einen der Wirkstoff Difenoconazol, der laut CLP-Verordnung unter Krebsverdacht steht, sowie das Fungizid Dimethomorph, das als wahrscheinlich reproduktionstoxisch (also fortpflanzungsgefährdend) beim Menschen eingestuft ist. Dieses seit laut Öko-Test seit 2024 nicht mehr im Anbau zugelassen - in der gesamten EU.
Ein noch größeres Problem seien aber die Verunreinigungen mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH), die nachgewiesen werden konnten. Diese reichern sich im menschlichen Fettgewebe (vor allem Leber, Milz, Lymphknoten) an. Was genau die Auswirkungen davon sind, sei noch unklar, klar ist aber, dass die Stoffe im Essen zum großen Teil vermeidbar wären, da sie während des Produktionsprozesses (etwa durch Schmieröl von Maschinen) in die Lebensmittel gelangen.
Weitere bedenkliche Gifte und Keime nachgewiesen
Konkret in dem Test wurden auch Pyrrolizidinalkaloide (PA) (Gifte, die Pflanzen zum Schutz gegen Fraßfeinde bilden und die durch mitgeerntete Beikräuter in Kräutermischungen landen können) und Bacillus cereus (ein Keim, der unangenehme Infekte des Magen-Darm-Trakts verursachen kann) nachgewiesen und bemängelt werden.
Nur fünf Kräutermischungen der 23 getesteten schneiden final mit einem „gut“ ab. Öko-Test rät beim Einkaufen dazu, zu Bio-Kräutern zu greifen, um Pestizidrückstände zu vermeiden, da im Bio-Anbau die Verwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden verboten ist.
Getestet wurden unter den 23 Kräutermischungen unter anderem bekannte Marken wie Alnatura, Ankerkraut, K-Classic, Le Gusto, Ostmann, Rewe Beste Wahl oder auch Tegut.