Landkreis Miltenberg - Am Dienstagmorgen hat die Polizei mit einem Großaufgebot an Kräften Durchsuchungen in Unterfranken durchgeführt. Im Hintergrund stehen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Korruption.

Das Polizeipräsidium Unterfranken informiert über großangelegte Durchsuchungen am Dienstagmorgen, welche in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg durchgeführt wurden. Der Grund seien Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Bestechung und Bestechlichkeit.

Konkret bestehe ein Tatverdacht gegen 15 Personen im Alter von Anfang 20 bis Mitte 60. Zwei der verdächtigen Personen sollen zum Zeitpunkt der Tat Mitarbeitende im Landratsamt Miltenberg gewesen sein. Den Verdächtigen werden Bestechung und Bestechlichkeit vorgeworfen. Erste Hinweise soll es bereits im Sommer 2025 gegeben haben, seitdem würden die Ermittlungsbehörden an dem Fall arbeiten, heißt es in der Pressemeldung des Polizeipräsidiums.

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge sollen die beiden im Amt tätigen Personen von den weiteren Beschuldigten Sach- und Geldzuwendungen erhalten haben. Im Gegenzug sollen diese bei Auftrags- und Vergabeverfahren unberechtigte Bevorzugungen erhalten haben.

Korruptionsverdacht in Unterfranken - Polizei stellt Beweismittel sicher

Schließlich hätten die Ermittlungen zu einer Reihe von richterlichen Durchsuchungsbeschlüssen geführt. Die Kriminalpolizei Würzburg wurde in diesem Zuge am Dienstagmorgen von zahlreichen Kräften der Bereitschaftspolizei, der Einsatzeinheit der Polizei Unterfranken und von IT-Forensikern der Polizei Oberfranken unterstützt. Auch das Zollfahndungsamt Würzburg und die Steuerfahndung Nürnberg waren an den Durchsuchungen beteiligt.

Durchsucht wurden über 20 Wohn- und Gewerbegebäude im Landkreis Miltenberg, eine der Räumlichkeiten befand sich in einer benachbarten Gemeinde in Baden-Württemberg. Die Einsatzkräfte durchsuchten zudem das Landratsamt nach Beweismitteln. Die Beamten stellten insbesondere Datenträger sicher, die nun ausgewertet werden müssen.

Polizei nahm einen der Hauptverdächtigen vorläufig fest

Während des Einsatzes konnte die Polizei alle Beteiligten antreffen. Einen der Hauptbeschuldigten nahmen die Beamten vorläufig fest, nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde dieser wieder entlassen.

Das Amtsgericht hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg auch Vermögensarreste gegen die Tatverdächtigen erlassen. Die Kriminalpolizei konnte Taterträge im Wert eines hohen sechsstelligen Geldbetrags sichern. Neben Bargeld handelte es sich auch um hochwertige Fahrzeuge und weitere Gegenstände.

Das Polizeipräsidium informiert, dass die Untersuchungen nun weitergeführt werden, besonders die Sicherung und Auswertung der Datenträger werde jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen.


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