
Nach der Sperrung des Bahnverkehrs wegen maroder Eisenbahnbrücken im fränkischen Pegnitztal sollen auf einem Teil der Strecke bald wieder Züge rollen. Zwischen Neuhaus und Pegnitz soll bereits ab Anfang Mai der reguläre Zugverkehr wieder durchgehend möglich sein, teilte die Deutsche Bahn mit. Auf diesem Abschnitt müssen Reisende dann nicht mehr auf Ersatzbusse ausweichen. Auf der gesamten Strecke zwischen Hersbruck (rechts der Pegnitz) und Pegnitz sollen die Züge voraussichtlich bis zum Ende der Sommerferien wieder fahren.
Das Pegnitztal wird von mehreren historischen Stahlbrücken überspannt. Einige Bauwerke waren zuletzt so stark beschädigt, dass die Sicherheit des Zugverkehrs nicht mehr gewährleistet war. Die DB InfraGO hatte den Abschnitt zwischen Hersbruck und Pegnitz daher am 19. September 2025 kurzfristig sperren müssen. Seitdem wurden die Brücken stabilisiert. Nach Angaben der Bahn haben nun erste Instandsetzungsarbeiten begonnen.
Spezialisierte Ingenieurbüros hatten den Zustand und die Statik der Brücken überprüft. Derzeit erneuern Bautrupps unter anderem Fugen, verstärken lose Mauerwerkssteine mit Nadeln und Ankern, schließen Risse und verfüllen Hohlstellen, um die Lasten gleichmäßig zu verteilen. Auch die angrenzenden Böschungen werden angepasst. Parallel laufen die Planungen für eine grundlegende Erneuerung der Brücken.
Ersatzverkehr bleibt bestehen
Bis zur vollständigen Wiederaufnahme des Bahnverkehrs können Fahrgäste weiterhin einen umfassenden Ersatzverkehr nutzen. Auf den RE-Linien 30, 31, 32 und 38 enden die Züge ab Anfang Mai von Norden kommend in Neuhaus. Von dort fahren stündlich Busse mit allen Halten bis nach Hersbruck.
Zusätzlich fahren auf den Verbindungen Bayreuth - Nürnberg, Pegnitz - Nürnberg und Neuhaus - Nürnberg stündlich Direktbuslinien. Zwischen Hersbruck und Nürnberg verkehren auf der rechten Pegnitzstrecke die Züge der RE-Linie 40/41 und die RB-Züge der Mittelfrankenbahn. Auf der linken Pegnitzstrecke fährt die S-Bahn.
Modernisierungsarbeiten auf weiterer Strecke im Nürnberger Land
Auch auf der Strecke zwischen Neunkirchen am Sand und Simmelsdorf gibt es bald Einschränkungen. Vom 4. April bis 1. Mai erneuern DB-Bautrupps Schwellen, Brückenbalken und teilweise das Schotterbett. Grund sind witterungsbedingte Schäden nach starken Regenfällen im Februar, die eine vorgezogene Instandsetzung erforderlich machen.
Während der Bauarbeiten ist die Strecke komplett gesperrt. Für Reisende wird in dieser Zeit ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.