München - Amazon überrascht seine Kundschaft: Eine zentrale Versandregel wurde ohne große Ankündigung angepasst. Betroffen sind Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland.

Amazon hat in Deutschland den Mindestbestellwert für den kostenlosen Standardversand ohne Prime-Mitgliedschaft deutlich angehoben. Wer keine Liefergebühren zahlen möchte, muss künftig mindestens 49 Euro ausgeben – bislang lag die Grenze bei 39 Euro. Die Änderung wurde ohne große Vorankündigung auf der Website des Unternehmens umgesetzt und inzwischen offiziell bestätigt.

Erhöhung des Mindestbestellwerts um 10 Euro

Erste Hinweise auf die neue Schwelle tauchten in sozialen Netzwerken und Blogs auf, nachdem Nutzer Screenshots der geänderten Versandbedingungen teilten. Kurz darauf war der neue Grenzwert auch in den offiziellen Versandinformationen zu finden.

Amazon begründet die Anpassung mit gestiegenen Logistik‑ und Lieferkosten. In einer Stellungnahme heißt es, man habe die Entscheidung „nicht leichtfertig getroffen“, überprüfe die Preisstruktur jedoch regelmäßig und passe sie bei Bedarf an. Ziel sei es, weiterhin schnelle und qualitativ hochwertige Lieferungen anbieten zu können.

Neue Versandkosten – abhängig von Produktkategorie

Wer unter 49 Euro bestellt, muss künftig je nach Warengruppe Liefergebühren zahlen. Für Medien, Kleidung, Sportartikel oder Amazon‑Geräte fallen 2,99 Euro an, für viele andere Kategorien 3,99 Euro. Bei Lieferungen an Abholstationen oder Schließfächer werden meist 1,99 Euro fällig.

Die nun eingeführte Versandgrenze von 49 Euro ist nicht die erste Anpassung. Bereits 2025 hatte Amazon bei ausgewählten Konten mit einem Mindestbestellwert von 59 Euro experimentiert. Solche Tests fanden immer wieder statt – teils mit späterer Rücknahme. 2023 war der Mindestbestellwert von 29 auf 39 Euro gestiegen.

Amazon erhöht Mindestbestellwert: Prime-Mitglieder nicht betroffen

Kundinnen und Kunden mit Prime-Abo erhalten weiterhin kostenlosen Standardversand, egal wie hoch der Bestellwert ist. Für sie ändert sich nichts.