
„Gute Lebensmittel“, doch ungute Zeiten: Das 1947 in Fulda gegründete Unternehmen Tegut wirbt seit Jahrzehnten mit dem Slogan „tegut... gute Lebensmittel“. Doch damit ist bald Schluss – zumindest in Deutschland. Wie die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich (GMZ), die die Kette 2013 übernommen hatte, kürzlich mitteilte, wird die Tegut-Gruppe strategisch neu beurteilt.
Die Folge: Nach gut einem Jahrzehnt mit hohen Verlusten zieht sich der Migros-Konzern aus Deutschland zurück und verkauft die Supermarktkette Tegut. Eine entsprechende Vereinbarung wurde nach Angaben von Migros bereits unterzeichnet. So übernimmt Edeka voraussichtlich Tegut-Standorte. Zustimmen muss allerdings noch das Bundeskartellamt. Laut GMZ wurde über den Kaufpreis zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart.
Vor allem in Hessen hat die Supermarktkette Tegut Filialen, weitere Geschäfte finden sich aber auch im Südwesten Deutschlands sowie in Süd- und Nordbayern. In der Region gibt es unter anderem Standorte in Fürth und Erlangen, die von der Übernahme wohl betroffen sind. Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet, handelt es sich insgesamt um knapp 300 Filialen, die künftig in der Hand von Edeka liegen sollen, 100 weitere sollen dem Bericht zufolge an Rewe gehen.
Damit würde die Konzentration auf die vier großen Lebensmittelkonzerne, die vom Bundeskartellamt bereits vor einigen Jahren als „Big Four“ bezeichnet wurden, hierzulande zunehmen: Lidl, Aldi, Edeka, Rewe hatten demnach bereits 85 Prozent Marktanteil inne.
Die Gewerkschaft Verdi kritisiert diese Marktkonzentration in einer Mitteilung: Silke Zimmer, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand, fürchtet, dass das „nicht zu fairen Preisen und auch nicht zu besseren Arbeitsbedingungen“ führt. „Die hohe Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel ist für die Verbraucherseite und die Beschäftigten besorgniserregend“, sagt sie der Mitteilung zufolge.
Edeka hat sich laut Migros dazu verpflichtet, die Mitarbeitenden weiterzubeschäftigen. Es sei zwar auch überlegt worden, Tegut an einen anderen Händler zu verkaufen, der noch nicht auf dem deutschen Markt präsent ist. Doch wie das Unternehmen mitteilt, sei daraus nichts geworden.
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