Nürnberg - Einigermaßen unverhofft findet sich der Club im Abstiegskampf wieder. Sportvorstand Joti Chatzialexiou äußerte sich nun zur bedenklichen FCN-Entwicklung und sprach auch über die Vertragsverlängerung mit Miroslav Klose.

Pünktlich zum Saison-Endspurt herrschen auch rund um den 1. FC Nürnberg erste Anflüge von Endzeitstimmung. Zwar haben die aktuell elftplatzierten Franken noch immer einige Mannschaften hinter sich, doch der Schein trügt: Mit nur vier Zählern Abstand auf Relegationsrang 16 und zahlreichen direkten Duellen vor der Brust gestaltet sich die Lage ernst. Entpuppt sich die Vertragsverlängerung mit Miroslav Klose schon jetzt als Fehlentscheidung? Im exklusiven Interview mit den Nürnberger Nachrichten analysiert Chatzialexiou, woran es beim Club derzeit krankt.

Nach weiteren äußerst dürftigen neunzig Minuten der Klose-Elf hagelte es gegen Düsseldorf erstmals Pfiffe von den Rängen. Der Sportvorstand konnte die Reaktionen der Fans nach der für ihn „schlechtesten Leistung in der Rückrunde“ durchaus nachvollziehen. Wie schon in der Vorwoche im Berliner Olympiastadion agierte der Club erneut fahrig und uninspiriert im Spiel mit Ball. Folglich setzte es die nächste Pleite, die auch den Druck auf Miroslav Klose erhöht.

War die Klose-Verlängerung richtig?

Nicht wenige Fans machen Klose für die sportliche Talfahrt mitverantwortlich. Die erst kürzlich vollzogene Vertragsverlängerung mit dem Weltmeister wird zunehmend kritisch beäugt, als überstürzt eingeordnet. Chatzialexiou allerdings steht zu seiner Entscheidung: „Ich bereue die Vertragsverlängerung nicht.“

Zwar räumt der Sport-Chef ein, dass die Nürnberger Punktausbeute auch im Vergleich zum Vorjahr mager ausfällt, das sei jedoch nicht das alleinige Kriterium. „Die Entwicklung sieht man auch an anderen Dingen. Wir haben auch in der letzten Saison gute Arbeit geleistet. Wir haben Spieler entwickelt und Geld mit ihnen verdient. Das ist auch die Arbeit des Trainerteams“, so Chatzialexiou. „Aber natürlich stehen wir nicht da, wo wir hinwollten.“

Sportvorstand vertraut auf seinen Kader

Ganz sicher ist derweil auch, dass der Club nicht den Gang in Liga drei antreten will. Die beiden letzten Auftritte der Klose-Elf taugen dabei nur bedingt als Mutmacher. Sowohl in Berlin als auch gegen Düsseldorf ließen die Franken nahezu alles vermissen, was sie eigentlich auszeichnen soll, in der laufenden Spielzeit jedoch viel zu selten abgerufen wird.

Darüber hinaus stimmte auch die Intensität bei einigen Akteuren nicht. „Wenn es uns gelingt, die angesprochenen Basics auf den Platz zu bringen, dann werden wir die notwendigen Punkte einfahren“, zeigt sich Chatzialexiou, der dem „guten Kader“ ausreichende Klasse attestiert, trotz der aktuellen Misere zuversichtlich.