BRUCKMÜHL - In Bayern ermittelt die Polizei derzeit in einem spektakulären Fall. LKA, SEK sowie über 100 Beamte sind bereits in den Fall involviert.

Es ist ein Vorfall, der den Ermittlerinnen und Ermittlern aus Bayern derzeit alles abverlangt. Rückblick: Am Samstag (7. März 2026) wurde der Polizeiinspektion Bad Aibling gegen 12.10 Uhr eine verdächtige Wahrnehmung bezüglich eines 82-jährigen Mannes sowie einer 71-jährigen Frau mitgeteilt, welche zusammen ein Anwesen in Bruckmühl bewohnten. Die Polizeiinspektion Bad Aibling führte daraufhin die erforderlichen Überprüfungen durch, heißt es dazu in einem entsprechenden Pressebericht.

Da eine Gefährdung für die eingesetzten Beamten nicht auszuschließen war, überprüften Spezialeinsatzkräfte in den Abendstunden des 7. März 2026 in Bruckmühl das Haus, das beide Personen gemeinsam bewohnten. Dabei konnten keine Personen angetroffen werden. Kurz Zeit später wurde jedoch im Zuge weiterer polizeilicher Maßnahmen in einem zum Anwesen angrenzenden Bach eine zunächst unbekannte weibliche Leiche aufgefunden.

Inzwischen wurde die Tote als die vermisste 71-jährige Frau identifiziert. Aufgrund der gerichtsmedizinischen Untersuchungen bestehen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Frau gewaltsam zu Tode kam. Im Zuge der weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim erhärtete sich dann ein Tatverdacht gegen einen 42-jährigen Mann aus München.

Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, führt daher die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts zum Nachteil der 71-jährigen Frau die Ermittlungen. Noch in der Nacht zum Sonntag wurde die Sonderkommission „Bach“ eingerichtet. Diese umfasst derzeit rund 35 Beamtinnen und Beamte aus verschiedenen Kommissariaten der Kriminalpolizei Rosenheim. An der Aufklärung des Sachverhalts sind zudem Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts beteiligt. Der zuständige Staatsanwalt leitete die Maßnahmen der Sonderkommission vor Ort mit.

Da die Ermittler nicht ausschließen konnten, dass sich der vermisste 82-Jährige in der Gewalt des Tatverdächtigen befindet, erfolgte am Sonntagabend an der Wohnadresse des Mannes in München die Festnahme durch Spezialeinsatzkräfte. In der Wohnung konnte der Vermisste gefesselt aufgefunden werden. Er wurde mit schweren Verletzungen in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Nach Auskunft der behandelnden Ärzte befindet sich der Mann derzeit in einem stabilen Gesundheitszustand.

Bei den zahlreichen polizeilichen Maßnahmen am Samstag und Sonntag waren weit über 100 Einsatzkräfte der Schutz- und Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sowie des Polizeipräsidiums München beteiligt. Unterstützt wurde die Polizei durch die Wasserwacht Bad Aibling und örtliche Feuerwehren.

Aufgrund des vorliegenden Sachverhalts stellte die sachleitende Staatsanwaltschaft Haftantrag gegen den 42-jährigen Tatverdächtigen. Er wurde am Montag (9. März 2026) dem zuständigen Ermittlungsrichter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt. Der Richter folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ einen Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts. Der 42-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Die Aufklärung der Todesumstände der Frau sowie die Hintergründe des Geschehens im Zusammenhang mit dem 82-jährigen Mann sind nun Gegenstand der weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen, die derzeit andauern. Neben Erkenntnissen, die aus den bisherigen rechtsmedizinischen und kriminaltechnischen Untersuchungen stammen, stehen personal- und zeitintensive Tätigkeiten, insbesondere im Bereich der digitalen Spuren, der kriminaltechnischen Spurensicherung sowie Vernehmungen von Zeugen derzeit im Vordergrund, heißt es dazu von Seiten der Polizei vorerst abschließend.