
Bei Bauarbeiten im neuen Nürnberger Stadtteil Lichtenreuth ist am Montagnachmittag (9. März 2026) eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Wie die Stadt Nürnberg mitteilt, handelt es sich dabei um einen 450-Kilogramm schweren, amerikanischen Blindgänger mit doppelseitigen Zündern an Front und Heck.
Der Sprengkörper wurde zwar freigelegt, liegt aber weiterhin unbewegt an seiner Fundstelle mitten im Gelände, etwa 300 bis 350 Meter von der Münchener Straße entfernt. Um die Sicherheit vor Ort zu gewährleisten, werden schützende Container rund um die Fundstelle aufgebaut. Rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Kampfmittelräumdienstes, Polizei, Hilfsorganisationen und THW waren am Montag vor Ort im Einsatz.
Für die Bevölkerung besteht laut Angaben der Stadt Nürnberg derzeit keine Gefahr. Noch am Montagabend wird die Feuerwehr an den betroffenen Gebäuden Informationszettel anbringen, um die Bewohnerinnen und Bewohner über die bevorstehende Evakuierung zu informieren.
Evakuierung und Entschärfung am Dienstag
Die Evakuierung soll am Dienstag, 10. März 2026, um 8 Uhr beginnen. Betroffen sind rund 390 Personen: die neue Häuserzeile im Stadtteil Lichtenreuth sowie das Gebäude der Technischen Universität Nürnberg (UTN). Der Evakuierungsradius beträgt 450 Meter. Eine Liste aller betroffenen Straßen sowie eine Karte des Evakuierungsgebiets findet sich auf der Website der Stadt Nürnberg.
Die Entschärfung der Fliegerbombe ist für 10 Uhr vorgesehen und wird von Sprengmeister Michael Weiß durchgeführt. Während der Arbeiten wird die Münchener Straße im Bereich der Fundstelle gesperrt. Außerdem muss die U-Bahn-Linie 1 (Langwasser Süd - Fürth Hardhöhe) unterbrochen werden. Sie fährt aus Richtung Langwasser kommend bis zum U-Bahnhof Messe und aus Richtung Innenstadt bis Hasenbuck. Auch die Buslinie 53 (Luitpoldhain - Schwand) muss eine Umleitung fahren.
Die Entscheidung, die Entschärfung nicht bereits am Montagabend durchzuführen, wurde auch vor dem Hintergrund getroffen, dass sich am Dienstag tagsüber voraussichtlich weniger Menschen in ihren Wohnungen aufhalten werden.
Betreuung und Unterstützung für Betroffene
Für Menschen, die während der Evakuierung keine andere Aufenthaltsmöglichkeit haben, richten die Nürnberger Hilfsorganisationen am Dienstagvormittag eine Betreuungsstelle ein. Der genaue Standort soll zeitnah von der Stadt Nürnberg bekanntgegeben werden. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits.
Zudem halten die Hilfsorganisationen eine Schnelleinsatzgruppe Transport bereit. Diese Einheiten aus Rettungs- und Krankentransportwagen unterstützen Menschen, die ihre Wohnungen nicht selbstständig verlassen können - etwa aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder eingeschränkter Mobilität. Bei Bedarf können sowohl der Transport als auch eine medizinische Betreuung gewährleistet werden. Insgesamt werden am Dienstagvormittag 26 Einsatzkräfte der Nürnberger Hilfsorganisationen im Einsatz sein.
Ab Dienstagmorgen um 7 Uhr steht den Bürgerinnen und Bürgern ein Bürgertelefon der Stadt Nürnberg unter der Nummer 09 11 / 64 37 58 88 für Fragen zur Verfügung.
Dieser Artikel wurde am 09.03.2026 um 20 Uhr mit neuen Informationen aktualisiert.
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