
Die Polizeiinspektion Ebermannstadt ermittelt nach eigenen Angaben gegen einen 24‑jährigen Mann aus dem Landkreis Forchheim. Wie die Beamtinnen und Beamten mitteilen, war der Fall im Dezember 2025 bekannt geworden, nachdem eine Zeugin ein manipuliertes Foto über soziale Medien zugespielt bekommen hatte.
Nach Darstellung der Polizei soll der Tatverdächtige über mehrere Monate hinweg sogenannte Deepfake‑Bilder erstellt haben. Dafür habe er unverfängliche Fotos mit digitaler Bearbeitungssoftware so verändert, dass daraus Nacktdarstellungen oder sexualisierte Motive entstanden seien. Als Ausgangsmaterial dienten laut Polizei sowohl eigene - teils heimlich gefertigte - Aufnahmen als auch Fotos aus sozialen Netzwerken, auf die der Mann Zugriff hatte. Die manipulierten Dateien seien anschließend auf Erotikplattformen hochgeladen und in einschlägigen Chatgruppen verbreitet worden.
Viele Frauen kannten den Tatverdächtigen persönlich
Wie die Polizei weiter berichtet, führten die Ermittlungen über Wochen hinweg zu insgesamt 21 betroffenen Frauen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. Viele von ihnen stammen demnach aus dem Landkreis Forchheim oder angrenzenden Regionen und kannten den Beschuldigten teilweise persönlich, waren laut Polizei zum Teil sogar mit ihm befreundet. Entsprechend erschüttert hätten die Betroffenen reagiert, als sie mit den Ergebnissen der Ermittlungen konfrontiert wurden.
Bei der Auswertung der sichergestellten IT‑Geräte fanden die Ermittlerinnen und Ermittler nach eigenen Angaben zahlreiche Bilder und Chatverläufe. Digitale Spuren ließen sich bis ins Jahr 2024 zurückverfolgen. Die Analyse des Materials sei aufwendig gewesen und habe mehrere Wochen gedauert. Zusätzlich seien während der Ermittlungen Hinweise auf weitere mögliche Fälle im Bundesgebiet aufgetaucht; zuständige Behörden seien laut Polizei bereits informiert worden.
Gegen den 24‑Jährigen bringt die Polizei nun mehrere Tatbestände zur Anzeige, darunter Nachstellung, Beleidigung auf sexueller Grundlage, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, Verbreitung sexualisierter Darstellungen, Verleumdung und Hausfriedensbruch. Auch Verstöße gegen das Kunsturhebergesetz stehen im Raum. Die abschließende juristische Bewertung liege nun bei der Staatsanwaltschaft Bamberg, betont die Polizei.
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Hinweis der Redaktion
Gewalt an Frauen geschieht meist im Verborgenen und hat viele Gesichter. Psychische, physische oder sexuelle Gewalt kann jede Frau betreffen. Stalking, Schläge oder Missbrauch sind oft nur ein Teil davon. Wenn auch Sie das Gefühl haben betroffen zu sein, können Sie die kostenlose Nummer des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ wählen. Unter der 08000/116016 haben Sie die Möglichkeit, rund um die Uhr anonym und vertraulich Kontakt zu Beraterinnen aufzunehmen. Die Beratung kann auch über einen Online-Chat oder per E-Mail erfolgen. Das Frauenhaus in Nürnberg erreichen Sie ebenfalls 24 Stunden am Tag unter der 0911/333915, das Frauenhaus in Fürth rund um die Uhr unter 0911/729008. Von Gewalt betroffene Männer können sich beim „Hilfetelefon Gewalt an Männern“ unter der 0800/1239900 ebenfalls Unterstützung suchen.