Bamberg - Einst saß sie als Gesundheitsministerin neben Ministerpräsident Markus Söder. Aber im Rennen um das Amt des Bamberger Oberbürgermeisters muss sich CSU-Politikerin Melanie Huml geschlagen geben.

Melanie Huml (CSU) war bereits Staatsministerin im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und Bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und internationale Beziehungen. Bei den ikonischen Pressekonferenzen während der Corona-Pandemie saß sie anfangs an der Seite von Ministerpräsident Markus Söder. Nun wollte sie Oberbürgermeisterin in ihrer Heimatstadt Bamberg werden. Doch sie blieb glücklos.

Mit dem Ende der Auszählungen am Sonntagabend ist klar: Huml verpasst den Einzug ins Bamberger Rathaus. Mit 28,2 Prozent der Stimmen landet sie auf Platz drei und damit hinter Jonas Glüsenkamp (Grüne) und Sebastian Niedermeier (SPD).

Glüsenkamp, derzeit zweiter Bürgermeister der Stadt Bamberg, landet mit 30,3 Prozent der Stimmen auf Rang eins. Niedermeier bekommt 29,0 Prozent der Stimmen und sichert sich damit den zweiten Platz. Zwischen den beiden Männern wird am 22. März eine Stichwahl stattfinden. Für Huml dagegen endet der Traum vom Amt der Oberbürgermeisterin bereits am 8. März.

Im Wahlkampf hatte Huml auf Themen wie Sicherheit und Familienfreundlichkeit gesetzt. Die Wirtschaft wollte sie zur Chefinnen-Sache machen. Zudem rückte sie ihre große politische Erfahrung in den Vordergrund.

Eine zweischneidige Rolle dürfte ihre Funktion während der Corona-Pandemie gespielt haben. Zwar war sie zeitweise in aller Munde und viel in der Öffentlichkeit zu sehen, dann aber folgte ihre Abberufung aus dem Ministerinnenamt, nachdem es Probleme mit Corona-Testzentren an bayerischen Autobahnen gegeben hatte. Später wurde ebenfalls bekannt, dass Huml in die Emix-Maskengeschäfte verwickelt war. Sie musste vor einem Untersuchungsausschuss aussagen.

Im Wahlkampf bekam sie unter anderem Unterstützung von Lisa Müller, der Frau von Ex-Nationalspieler Thomas Müller.