
Wer abends in Nürnberg nach einem Parkplatz sucht, braucht Geduld. Besonders in dicht bebauten Stadtteilen drehen Autofahrerinnen und Autofahrer oft lange ihre Runden, bis sich eine freie Lücke auftut. Ein neues Pilotprojekt im Norden der Stadt soll nun zumindest ein bisschen Entlastung bringen.
Seit Donnerstag, den 5. März 2026, können Anwohnerinnen und Anwohner ihr Auto außerhalb der Öffnungszeiten auf dem Parkplatz des Discounters Aldi Süd in der Grolandstraße im Stadtteil Gärten hinter der Veste abstellen. Oberbürgermeister Marcus König nahm das sogenannte „Feierabend- und Wochenendparken“ gemeinsam mit Bau- und Planungsreferent Daniel F. Ulrich sowie Vertretern des Unternehmens am Donnerstag offiziell in Betrieb, wie die Stadt mitteilt.
Anwohnerparken auf Discounter-Areal in Nürnberg - soviel kostet es
Die Idee dahinter ist simpel: Während tagsüber Kundinnen und Kunden den Parkplatz nutzen, bleiben viele Stellplätze nach Ladenschluss leer. Gleichzeitig ist der Parkdruck in den umliegenden Straßen gerade abends hoch. Deshalb öffnet Aldi für das Pilotprojekt seine Kundenparkplätze nach Feierabend sowie am Wochenende.
„Ich bin auf die Resonanz im Stadtteil gespannt“, wird Oberbürgermeister Marcus König in der Mitteilung der Stadt zitiert. „Damit gibt es eine Möglichkeit für Anwohnerinnen und Anwohner, ihr Auto sicher und kostengünstig über Nacht abzustellen.“
Geparkt werden darf täglich von 20 Uhr abends bis 7 Uhr am Morgen. Am Wochenende gilt die Regelung von Freitag 20 Uhr bis Montag 7 Uhr. Die Nutzung wird über eine Kennzeichenerfassung organisiert, gebucht und bezahlt wird direkt vor Ort. Pro Nacht fallen drei Euro an, für das gesamte Wochenende fünf Euro. Wer den Parkplatz regelmäßig nutzt, zahlt maximal 35 Euro im Monat.
Wichtig ist allerdings: Am Morgen muss der Parkplatz wieder frei sein, damit er den Supermarktkunden zur Verfügung steht.
Aldi öffnet Parkplatz in Nürnberg für Anwohner - auch in anderen Städten geplant
Ganz neu ist das Konzept nicht. Erst vor wenigen Tagen wurde ein ähnliches Pilotprojekt bereits in Augsburg gestartet. Auch dort sollen Parkflächen von Supermärkten außerhalb der Geschäftszeiten geöffnet werden. Weitere Städte in Bayern sollen folgen - auch in der Region. Wie der „Bayerische Rundfunk“ berichtet, sei ein solches Projekt neben München nämlich auch für Regensburg oder im fränkischen Kulmbach geplant.
In Nürnberg geht das Projekt auf eine Initiative des Oberbürgermeisters aus dem Herbst 2024 zurück. Damals seien insgesamt 17 Einzelhandelsunternehmen sowie Bau- und Elektromärkte angesprochen worden, ihre Parkplätze entweder zu begrünen oder sie zeitweise für Anwohner zu öffnen, so die Stadt weiter.
Langfristig verfolge man damit auch ein weiteres Ziel: Wenn weniger Autos dauerhaft am Straßenrand parken, könnten frei werdende Flächen entsiegelt und begrünt werden. Gerade in dicht bebauten Vierteln soll das helfen, die Auswirkungen von Hitzeperioden im Sommer zu verringern.