Nürnberg - Nach traurigen Schlagzeilen um den Jahreswechsel zu zwei toten Löwenjungen, gibt es nun ein neues Update aus dem Tiergarten Nürnberg: Vier Löwenkinder sind wohlauf - und das Raubtierhaus öffnet wieder, unter Vorbehalt.

Nachdem es wochenlang eher ruhig um die Löwenjungen geworden war, gibt der Nürnberger Tiergarten in dieser Woche erstmals tapsige Einblicke: Das Raubtierhaus ist seit diesem Montag, den 2. März, „unter Vorbehalt“ wieder geöffnet. Die vier verbliebenen Löwenjungtiere haben ihre erste Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche erhalten und erkunden neugierig ihre Anlage, wie auf einem Video des Zoos zu sehen ist.

Die Kleinen verlassen immer öfter ihre Wurfbox, klettern und knabbern bereits an Knochen und Fleisch, obwohl sie noch gesäugt werden. „Unsere Löwenjungtiere haben nun ihre erste Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche hinter sich und erkunden weiter neugierig die Anlage“, heißt es vom Tiergarten. Inzwischen steht auch fest: Es sind drei Männchen und ein Weibchen. Besucherinnen und Besucher können die vier Kleinen nun mit Glück täglich ab 10 Uhr sehen.

Trauriger Verdacht im Nürnberger Tiergarten: Löwin fraß wohl Jungtier auf

Die vergangenen Wochen waren jedoch von einer traurigen Entwicklung überschattet. Ende Dezember brachte Löwin Aarany sechs Junge zur Welt, eines starb kurz nach der Geburt. Später waren auf Kameraaufnahmen nur noch vier Jungtiere eindeutig zu erkennen. Der Tiergarten ging bereits damals davon aus, dass ein weiteres nicht mehr lebte - möglicherweise wurde es von der Mutter gefressen, hieß es in einer Mitteilung Mitte Januar.

Was bei vielen für Bestürzung sorgte, ist im Tierreich aber durchaus kein ungewöhnliches Verhalten, so erklärte der Zoo damals: „Wenn eine Löwenmutter die Überlebenschancen eines Jungtieres als gering einschätzt, wird dies in der Regel vom Muttertier aufgefressen.“ So werde die Energie für die übrigen Welpen genutzt und die Gruppe geschützt.

In den ersten Wochen hielten sich die Tierpflegerinnen und Tierpfleger bewusst zurück. Die Tiere seien in dieser sensiblen Phase besonders störanfällig. Auch weiterhin behielten die Verantwortlichen sich vor, das Raubtierhaus erneut zu schließen, sollte es zu unruhig werden.