
Der 1. FC Nürnberg erwischte einen regelrechten Horror-Start in die laufende Saison: Nach den ersten fünf Spielen lag das Team von Miroslav Klose mit nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz, die Angst vor einer Saison im Abstiegskampf war groß. Doch der FCN stabilisierte sich und schien spätestens zum Jahreswechsel auf eine entspannte Rückrunde zuzusteuern: Nach Siegen gegen die Spitzenteams Hannover 96 und die SV Elversberg kletterte der FCN auf Rang acht, baute den Abstand auf Relegationsrang 16 auf sechs und den auf den ersten Abstiegsplatz auf acht Punkte aus.
Doch der Abstiegskampf in der 2. Bundsliga ist zäh und erbarmungslos - und sitzt dem 1. FC Nürnberg nach der Niederlage bei Hertha BSC Berlin doch wieder im Nacken: Nach dem 24. Spieltag beträgt der Abstand auf Rang 16 nur noch fünf, der auf Platz 17 sieben Punkte. Zwar rangiert die Klose-Elf auf Rang neun und damit vermeintlich im gesicherten Mittelfeld. Doch genau hier liegt das Problem: Besagtes Mittelfeld ist fast nonexistent. Die einzigen Mannschaften, für die es nach dem 24. Spieltag aller Voraussicht nach weder um den Aufstieg noch gegen den Abstieg geht, sind der 1. FC Kaiserslautern und Hertha BSC Berlin, die mit jeweils 37 Punkten die Ränge sechs und sieben belegen. Der KSC, mit 33 Punkten auf Platz acht, hat ein einigermaßen beruhigendes Polster von acht Punkten auf Rang 16, ist aber noch nicht gänzlich frei von jeglichen Abstiegssorgen.
Und so führt der 1. FC Nürnberg in einer wahnwitzig engen Liga als Neuntplatzierter das Feld der Mannschaften an, die um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Dass der FCN noch zu diesem illustren Kreis zählt, liegt auch an der wiedererstarkten Konkurrenz: Dynamo Dresden, zur Hinrunde noch Tabellenletzter, mischt derzeit die Liga auf und liegt mit zwölf Zählern auf Rang vier der Rückrundentabelle. Auch Fortuna Düsseldorf dreht nach einer verkorksten Hinserie auf und hat seit dem Jahreswechsel bereits elf Punkte gesammelt, drei mehr als der 1. FC Nürnberg. Arminia Bielefeld und das derzeitige Schlusslicht, die Spielvereinigung aus Fürth, sammelten in der Rückrunde bislang immerhin genauso viele Zähler wie der FCN.
Auswärtsschwäche kostet wichtige Punkte
Dass der Blick beim FCN nach wie vor nach unten geht, liegt auch an der in dieser Saison chronischen Nürnberger Auswärtsschwäche. Die Niederlage in Berlin markierte bereits die achte auf fremdem Platz in der laufenden Spielzeit. Aus zwölf Partien in der Fremde holte der FCN gerade einmal acht Zähler - Platz 18 in der Auswärtstabelle. Würde der FCN zuhause nicht ein gänzlich anderes Gesicht zeigen - im Achteck gelangen im Umkehrschluss schließlich 22 der 30 Zähler - wären die Abstiegssorgen am Valznerweiher noch wesentlich größer.
Zehn Punkte fehlen dem FCN noch auf die 40 Punkte, die dem engen Abstiegsrennen zum Trotz auch in dieser Saison zum Klassenerhalt reichen sollten. Zehn Spiele verbleiben noch, um diese magische Marke zu knacken. Letztendlich ist es zwar egal, ob der 1. FC Nürnberg vor heimischem Publikum oder in der Fremde punktet. Die Motivation, der Ergebniskrise auf fremdem Geläuf entgegenzuwirken, sollte dennoch da sein; schließlich könnten die Nürnberger den Klassenerhalt deutlich früher eintüten, wenn sie ihre Punkte nicht nur zuhause einfahren. Und damit zumindest noch den letzten Teil der Rückrunde frei von Abstiegssorgen bestreiten.