
Das Kleeblatt war einer der großen Gewinner des 23. Spieltages, das wichtige 2:1 gegen Bielefeld hat für etwas aufatmen trotz Verbleib im Tabellenkeller gesorgt. So trennen den Tabellen-Achtzehnten gerade einmal drei Punkte von Rang 12 - damit bleibt das rettende Ufer weiter scharf im Fürther Sichtfeld. Die Aufgabe am Samstagabend könnte allerdings kaum größer sein. Das Schlusslicht empfängt im Topspiel den Tabellenführer - und trotz faktischem Heimrecht droht ein atmosphärisches Heimspiel für die Gäste aus dem Ruhrpott. Über 16.000 Fans werden erwartet, mehr als 5000 davon in blau-weiß. Der Ronhof meldet ausverkauft.
Der Schalker Ansturm auf die Karten im freien Verkauf hat unter der Woche für Schlagzeilen gesorgt. Begeisterung darüber dürfte auch bei Fürths Hauptübungsleiter Heiko Vogel nicht aufkommen. „Ich thematisiere das gar nicht so vor der Mannschaft, aber wir wissen um unsere Fans“, die seien „auch im Stadion, es ist unser Wohnzimmer“, so Vogel.
„Nach aktuellem Stand ist davon auszugehen, dass leider ein Großteil der frei verkäuflichen Tickets im Stehblock ‚Der Lohner‘ an Fans des FC Schalke 04 verkauft wurde“, schreibt das Kleeblatt auf seiner Vereinsseite. Weiter bitten die Fürther darum, dass beide Fanlager verschiedene Eingänge benutzen und sich dementsprechend positionieren. „Unabhängig davon bitten wir alle Anhängerinnen und Anhänger beider Vereine, die empfohlene räumliche Trennung innerhalb des Blocks (Heimfans rechter Bereich, Gästefans linker Bereich) konsequent einzuhalten. Wir appellieren ausdrücklich an gegenseitigen Respekt und ein besonnenes Auftreten. Provokationen, gleich welcher Art tragen nicht zu einem positiven Stadionerlebnis bei“, heißt es in dem Schreiben abschließend.
Zudem gilt es zu beachten, dass es am Spieltag aufgrund eines Warnstreiks im ÖPNV auch in Fürth zu Einschränkungen kommt. Die Busse verkehren auf einem eingeschränkten Streckennetz im 60-Minuten-Takt (Linie E77 im 30-Minuten-Takt). Die NightLiner entfallen, auch U-Bahnen werden nicht verkehren. Die Deutsche Bahn und damit auch die S- und R-Bahnen sind vom Streik nicht betroffen. Die Verstärkerbusse zum Stadion werden von privaten Unternehmen übernommen. Der Verein rät Fans, sich vor Fahrtantritt auf jeden Fall kurzfristig zu informieren und mehr Zeit für die Fahrt einzuplanen.
Ein gutes Gefühl haben sich die Fürther Kicker neben dem Bielefeld-Erfolg zudem unter der Woche bei einem 4:1 Testspielsieg gegen Bayernliga-Primus ASV Neumarkt geholt. „Ein Sieg tut immer gut. Es ist aber auch wichtig zu gewinnen, weil wir die letzten Wochen richtig gut arbeiten. Es beseitigt Zweifel. Der Blick auf die Tabelle ist eine Momentaufnahme, aber wir sind immer noch Tabellenletzter“, konstatiert Vogel nüchtern. Ähnlich analytisch-trocken versucht der Fürther Trainer mit Blick auf Schalke-Starneuzugang Edin Dzeko seine Abwehr einzustellen: „Ohne ihn schmälern zu wollen, er alleine kann nichts ausrichten ohne seine Mannschaft. Wie verteidigt man ihn? Es ist relativ einfach - nie im Eins-gegen-Eins, sondern immer im Verbund. Uns ist auch klar, dass er nicht über 90 Minuten komplett auszuschalten ist.“ Der Mittelstürmer absolvierte im Laufe seiner Karriere über 500 Einsätze in den höchsten Ligen Italiens, Englands und Deutschlands und erzielte dabei über 200 Tore. Am Samstagabend ab 20.30 Uhr werden die Fürther gegen Dzeko und Co. und eine lautstarke Schalker Kulisse ankämpfen müssen - der ultimative Härtetest im Abstiegskampf, der allerdings auch große Chancen auf einen Saison-Wendepunkt für das Kleeblatt bietet.
