
Wer Antonio Gaudis Sagrada Familia oder auch Lionel Messis ehemaliges Wohnzimmer, das Camp Nou, aus nächster Nähe bestaunen will, muss künftig draufzahlen. Die katalanische Metropole Barcelona erhebt ab 1. April eine Touristensteuer, die darauf abzielt, den Massentourismus einzudämmen. Für Reisende können die Kosten insgesamt bis zu 15 Euro pro Person und Nacht betragen. Das Geld soll insbesondere dem sozialen Wohnungsbau in der bei Urlaubern beliebten Millionenstadt zugutekommen.
Die Höhe der Abgabe variiert dabei abhängig vom Unterkunftstyp. In Ferienwohnungen werden zusätzliche 12,50 Euro pro Nacht fällig, während Hotels 10 bis 15 draufschlagen - je nach Sterne-Klassifizierung. Reisende zahlen die Mehrkosten bereits bei der Buchung ihrer Unterkunft. Spanischen Medienberichten zufolge dürfte die Steuer bereits im kommenden Jahr weiter erhöht werden.
Tücken des Massentourismus
Über 15 Millionen Touristen strömen jährlich nach Barcelona. Immer wieder kommt es deshalb zu Protesten von Einheimischen, die die unmittelbaren Auswirkungen der Besuchermassen etwa auf dem Wohnungsmarkt spüren. Insbesondere die bei Kurz-Urlaubern häufig beliebten Ferienwohnungen von Anbietern wie Airbnb verschärfen den Wohnungsmangel vielerorts. Dem soll auch in der katalonischen Metropole begegnet werden: Ein Viertel aus den neu generierten Einnahmen fließt laut Gesetzesentwurf in Projekte der Wohnungs- und Sozialpolitik.