Nürnberg/Bayreuth - In Mittel- und Oberfranken hat die Polizei die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Unfallzahlen bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Mittel- und Oberfranken war im vergangenen Jahr ähnlich hoch wie im Jahr zuvor. Das geht aus den Mitteilungen der zuständigen Polizeipräsidien hervor, die am Donnerstag die offizielle Verkehrsunfallstatistik 2025 veröffentlichten. Demnach registrierte die Polizei im Jahr 2025 insgesamt 48.711 Verkehrsunfälle in Mittelfranken - und damit einen leichten Rückgang von 0,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024. Ähnlich gestaltet sich die Lage in Oberfranken: Dort bedeuten 30.028 Verkehrsunfälle ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im niederbayerischen Landkreis Kelheim kam es zu derweil zu weniger Verkehrsunfällen als im Vorjahr: Die Zahl sank von 2376 auf nun 2270 im Jahr 2025. Vier Personen verunglückten tödlich, eine weniger als im Jahr zuvor.

Annähernd unverändert blieb auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden (Mittelfranken: insgesamt 7491, drei weniger als im Vorjahr). In Oberfranken stieg sie derweil um 102 Verletzte auf nun 4604 Personen. 59 Menschen verloren bei Verkehrsunfällen in Mittelfranken im Jahr 2025 ihr Leben, eine Person weniger als im Jahr zuvor. Der Wert liege Polizeidirektor Ingo Lieb zufolge „unter dem langjährigen Durchschnitt“, jedoch sei „jede im Straßenverkehr getötete Person eine zu viel.“ Auch in Oberfranken sank die Zahl der Verkehrstoten von 40 auf 37.

Radfahrer und Landstraßen im Fokus

Als besonders gefährdet macht die Polizei Mittelfranken Personen „ohne Knautschzone“ aus - Verkehrsteilnehmer, die zu Fuß, auf dem Fahrrad oder einem motorisierten Zweirad, also ohne schützende Karosserie, unterwegs waren. 34 der 59 Unfalltoten in Mittelfranken entfallen auf diese Kategorie. Besonders hebt die Polizei Fahrradfahrer hervor: Die Anzahl der Unfälle, in die Radler involviert waren, stieg um mehr als 3,5 Prozent auf insgesamt 2409. Dabei wurden 2.223 Radfahrer verletzt (70 mehr als im Vorjahr) und 15 getötet (eine Person mehr als 2024). Die Polizei richtet deshalb einmal mehr einen Appell an Fahrradfahrer, im Straßenverkehr einen Helm zu tragen. In Oberfranken ging die Zahl der getöteten Radfahrer insgesamt auf neun zurück. Während sich die Unfallzahlen mit den klassischen Radfahrern um 1,3 Prozent reduziert haben, nahmen gleichzeitig Unfälle mit der Beteiligung von E-Bikes um etwa 33,6 Prozent zu.

Einen „Schwerpunkt“ innerhalb der Verkehrsunfallstatistik macht die Polizei auf Landstraßen aus. Hier würden hohe Geschwindigkeit sowie der Gegen- und Kreuzungsverkehr ein „großes Unfallrisiko“ darstellen. Auf den mittelfränkischen Landstraßen ereigneten sich im Jahr 2025 über 12.000 Unfälle, bei denen 1944 Personen verletzt wurden. 42 der 59 Verkehrstoten, also mehr als zwei Drittel, kamen bei Unfällen auf Landstraßen ums Leben. Auch in Oberfranken endeten Verkehrsunfälle auf Landstraßen überproportional häufig tödlich.

Geschwindigkeit, Alkohol, Drogen: Häufige Unfallursachen

Wie schon in den Jahren zuvor erkennt die Polizei die Hauptursache bei Unfällen mit schwer verletzten oder getöteten Personen in überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit. Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle stieg in Mittelfranken im Vergleich zum Vorjahr um über fünf Prozent auf insgesamt 2013 an. Mit 1136 Personen wurden dabei 58 mehr als im Vorjahr verletzt, 16 Personen verloren ihr Leben, eine weniger als im Jahr 2024. In Oberfranken blieb die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle auf konstantem Niveau: 1421 Vorfällen stehen 1374 im Vorjahr gegenüber. Acht der dortigen 37 Verkehrstoten starben aufgrund eines derartigen Unfalls.

Auch die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss stieg im vergangenen Jahr an: In Mittelfranken registrierte die Polizei 564 Alkoholunfälle (vier mehr als im Vorjahr), bei denen 311 Personen verletzt wurden (2024: 288 Verletzte). Ein Mensch verlor dabei sein Leben, im Vorjahr waren es noch drei. In Oberfranken starben wie auch schon 2024 drei Personen bei sogenannten Alkoholunfällen. Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss stieg dort um 7,6 Prozent auf 440.

Die Anzahl der Unfälle unter Drogeneinfluss - die Polizei Mittelfranken legt in ihrer Mitteilung den Schwerpunkt auf Unfälle unter Cannabis-Einwirkung - sank von 68 im Jahr 2024 auf 65 im vergangenen Jahr. Allerdings wurden mit 37 Personen fünf mehr als im Vorjahr verletzt, zudem verloren zwei Personen ihr Leben, 2024 gab es keine Verkehrstoten durch Unfälle unter Drogeneinfluss. In Oberfranken endete im vergangenen Jahr keiner der 56 Verkehrsunfälle unter Einfluss von Betäubungsmitteln tödlich.

E-Scooter: „Trendthema“ im urbanen Raum

Einen Fokus widmete die Polizei Mittelfranken in ihrer Statistik Unfällen, an denen E-Scooter-Fahrer beteiligt waren. Das Fortbewegungsmittel erfreue sich wachsender Beliebtheit und habe sich in den vergangenen Jahren als „fester Bestandteil des Straßenbildes“ etabliert. Die Anzahl der Verletzten bei Unfällen mit E-Scootern stieg von 314 im Jahr 2024 auf 337 im Jahr 2025 an, die Zahl der schwerwiegenden Verletzungen ging allerdings von 37 auf 57 zurück. 40 Prozent der Unfälle mit E-Scootern passierten ohne Fremdeinwirkung, in 30 Fällen standen die Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Substanzen. Für Mittelfranken liegen keine gesonderten Werte von E-Scootern vor.


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