Fürth - Am Samstagabend empfängt das Kleeblatt den FC Schalke 04 im Ronhof. Im Duell Schlusslicht gegen Tabellenführer ist die Favoritenrolle klar verteilt - oder? Nicht, wenn es nach Felix Kroos geht.

Nicht nur der Pokal hat im Fußball seine eigenen Gesetze. Auch in der 2. Bundesliga werden in dieser Saison die vermeintlichen Kräfteverhältnisse regelmäßig auf den Kopf gestellt. Entsprechend eng geht es in der Liga zu: Nach 23 Spieltagen trennen den Zwölftplatzierten gerade einmal drei Punkte von Platz 18, zwischen den Rängen eins und fünf liegen vier Zähler. Verbittet es sich in dieser Gemengelage selbst dann von einer klaren Angelegenheit zu sprechen, wenn der Tabellenführer beim Schlusslicht gastiert?

Ja - zumindest, wenn es nach Felix Kroos geht. Wenn der FC Schalke 04 am Samstagabend im Fürther Ronhof antritt, sieht der ehemalige Bundesligaprofi keinen klaren Favoriten: „Das Schöne in der zweiten Liga ist, egal ob der Letzte gegen den Ersten spielt, andersrum oder auch im Mittelfeldduell, man kann es einfach schwer vorhersagen“, sagte Kroos, mittlerweile TV-Experte für RTL, im Interview mit RTL und ntv.

Kroos rechnet dem Kleeblatt Chancen aus

In Kroos‘ Augen hat das Kleeblatt noch reelle Chancen im Rennen um den Klassenerhalt. Der Sieg gegen Arminia Bielefeld am vergangenen Wochenende sei zwar „erstmal nur ein kleiner Schritt“ nach „wirklich verheerenden Wochen“ gewesen. Dennoch glaubt Kroos, dass man in Fürth „jetzt nachlegen will“ - womöglich gerade, wenn es gegen den Tabellenführer geht. Schließlich sei dann die Chance vorhanden, „ein Ausrufezeichen“ im Abstiegskampf zu setzen.

Dass die Spielvereinigung reichlich punkten muss, um noch die Klasse halten zu können, weiß Kroos. Unentschieden würden demnach nicht mehr weiterhelfen - „die Spiele müssen gewonnen werden.“ Gegen Schalke 04 rechnet der Ex-Profi den Fürthern durchaus Chancen aus: „Du kannst in dieser Liga gegen jeden gewinnen, du kannst gegen jeden verlieren und deswegen glaube ich dieses Mal auch nicht, dass es ein klares Spiel wird und dass wir da auf jeden Fall Spannung erleben werden. Für mich ist der Ausgang relativ offen.“

Bilanz spricht für Fürth

In der 2. Bundesliga trafen die Schalker und das Kleeblatt bislang siebenmal aufeinander. Die Bilanz fiel dabei klar zu Gunsten der Fürther aus: Erst einmal konnten die Knappen gewinnen, dreimal siegten die Weiß-Grünen, die übrigen drei Partien endeten unentschieden. Wettbewerbsübergreifend feierte die Spielvereinigung fünf Siege in zwölf Partien, dreimal durfte der FC Schalke jubeln, viermal wurden die Punkte geteilt.

Das letzte Gastspiel der Schalker im Ronhof endete mit einem Remis, 3:3 hieß es am Ende. Die Partie am 27. Spieltag der Vorsaison fand allerdings unter tabellarisch gänzlich anderen Voraussetzungen statt: Die Fürther und die Knappen belegten punktgleich die Ränge zwölf und elf, zum Ende der Saison mussten beide Vereine sogar noch um den Klassenerhalt bangen. In diesem Jahr treiben nur das Kleeblatt Abstiegssorgen um - denen ein Heimsieg gegen Schalke zumindest etwas Linderung verschaffen würde.