Nürnberg - Nicht selten werden heftige Wetterumschwünge bei einigen Menschen von Kopfschmerzen und Müdigkeit begleitet. Gerade jetzt, wo der Frühling vor der Tür steht, ringt der Körper mit der Umstellung. Was dann helfen kann.

Ein Blick in den Wetterbericht und auf das Thermometer zeigt: Der Frühling steht vor der Tür. Und während sich die meisten über die milderen Temperaturen freuen dürften, geht der Wetterumschwung an einigen nicht ganz spurlos vorbei.

Eine Studie des Deutsches Wetterdiensts (DWD) im Auftrag des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2015 ergab, dass die Hälfte von gut 1600 Befragten der Meinung ist, dass das Wetter auf ihre Gesundheit viel oder zumindest etwas Einfluss hat. Zu den häufigsten Symptomen gehören Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen und Gelenkschmerzen.

Grundsätzlich muss der Körper auf Temperatur- und Wetteränderungen mit einer Regulation des vegetativen Nervensystems reagieren. Das kann auch Auswirkungen auf den Hormonhaushalt haben. Ob die Anpassungsvorgänge unbemerkt ablaufen oder zu Beeinträchtigungen führen, hängt von der Intensität des Wettereinflusses und von der Sensibilität eines einzelnen ab. Als besonders sensibel gelten beispielsweise ältere Menschen oder Frauen in den Wechseljahren.

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärt Andreas Matzarakis, Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Medizin-Meteorologischen Forschung in Deutschland, dass ein Wetterumbruch nicht in dem Sinne eigene Symptome hervorruft. Vielmehr werden sowieso schon vorhandene Beschwerden durch bestimmte Wetterlagen verbessert oder verschlimmert.

Der DWD bietet auf seiner Webseite eine Karte mit Gefahrenindizes für wetterfühlige Menschen an. Tagesaktuell lässt sich dort ablesen, ob Menschen mit Vorerkrankungen, wie Herzkreislauferkrankungen, rheumatische Erkrankungen, Atemwegserkrankungen oder allgemeinen Befindensbeeinträchtigungen aufgrund des aktuellen Wetters mit einem Einfluss auf ihren Organismus rechnen müssen. Grundsätzlich wird zwischen vier Stufen entschieden: Wetterlagen, die sich positiv auf das Befinden auswirken, Wetterlagen, die keine Auswirkungen haben, Wetterlagen mit geringen Auswirkungen und Wetterlagen mit starken Auswirkungen.

Die Krankenkasse AOK empfiehlt verschiedene Maßnahmen, um negative Auswirkungen des Wetters auf den Organismus so gering wie möglich zu halten.

  • Viel Bewegung an der frischen Luft: Das tägliche Spazierengehen bei jedem Wetter helfe, den Organismus besser auf die natürlichen Temperaturwechsel einzustellen
  • Ausreichend viel Trinken
  • Sport treiben: Sportarten, wie Rad fahren, Walken oder Schwimmen stärken dem Körper und können dabei helfen, den Wetterwechsel besser zu verkraften
  • Passende Kleidung: Im Idealfall sollte man sich leicht kühl fühlen, aber nicht frieren - das trainiert die Thermoregulation des Körpers
  • Tagesroutinen entwickeln: Ausreichend viel Schlaf und regelmäßige Essenszeiten können helfen
  • Angemessenes Raumklima: Wer permanent der Klimaanlage oder starker Heizungsluft ausgesetzt ist, reagiert empfindlicher auf natürliche Klimareize