
Der Anlass ist traurig, die Bilder sind dennoch ergreifend: In einem Zoo in Japan nahe der Hauptstadt Tokyo ist ein kleiner Affe in seinem Gehege mit einem Artgenossen aus Plüsch unterwegs. Das sechs Monate alte Makakenbaby mit dem Namen Punch wurde von seiner echten Mutter kurz nach seiner Geburt im Sommer verstoßen. Ersatz hat sich der Kleine in einem Orang-Utan aus Stoff gesucht und den lässt er gar nicht mehr von seiner Seite weichen. Die Videos des kuriosen Gespanns gingen in den vergangenen Tagen im Netz viral. Zu sehen ist, wie der Makake das schon etwas lädierte Stofftier hinter sich herzieht.
Makakenbabys klammern sich eigentlich an ihre Mütter, um sich sicher zu fühlen und um Muskeln aufzubauen - so erklärt es einer der Tierpfleger gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Nachdem Punchs Mutter sich nicht um ihr Jungtier kümmerte, hatten Punch nichts, woran er sich festklammern konnte. Die Tierpfleger in Japan suchten nach einem Ersatz für den kleinen Affen und boten ihm zunächst, so berichtet es der Pfleger im Gespräch mit Reuters, aufgerollte Handtücher an.
Punch entschied sich aber schließlich für das Stofftier als Begleiter. Das könne er gut halten und vielleicht gefiele es ihm auch, das es aussieht wie ein Affe, sagt einer der Pfleger. Ansonsten zogen die Betreuer das Tier auf. Sie vermuten, dass die Mutter sich nicht kümmerte, weil es ihr erstes Jungtier war oder weil eine grassierende Hitzewelle Stress auslöste. Inzwischen soll sich Punch aber bereits recht gut in die Gruppe seiner Artgenossen integriert haben, heißt es in übereinstimmenden Medienberichten. Der Stoff-Orang-Utan bleibt aber wohl vorerst sein Begleiter.
Ein weiteres Video von Punch sorgte unterdessen für weniger Verzückung und viel mehr für Sorge. Zu sehen gewesen ist laut Medienberichten, wie Punch von einem erwachsenen Affen weggezerrt wurde. Der Zoo reagierte mit einem schriftlichen Statement auf der Plattform X, indem die Pfleger erklärten, es handle sich hierbei um eine Interaktion zwischen den Affen.
Punch sei wohl von seinem Artgenossen ausgeschimpft worden. Er lerne gerade mit den anderen Tieren zu interagieren. Nach dem Vorfall habe sich Punch zunächst zu seinem Plüschaffen zurückgezogen und dann auch wieder die Nähe zu seinen echten Artgenossen gesucht. Der Zoo fügt hinzu, dass keines der Tiere in der Gruppe bisher Aggressionen gegenüber Punch gezeigt habe. Den kleinen, von Hand aufgezogenen Makaken in die Gruppe zu integrieren, bringe aber einige Herausforderungen mit sich. Dies sei zu erwarten gewesen.
