
Die Olympischen Winterspiele lieferten auch abseits des Sports reichlich Geschichten, viele auch zum Lachen oder Kopfschütteln. Ein Hund im Langlaufstadion, das F-Wort beim eigentlich stillen Eis-Schach Curling und ein Affären-Geständnis mitten im TV-Interview: Das waren die kuriosesten Geschichten aus Italien.
Ein ausgebüxter Hund macht Zielfoto beim Langlauf
Als im Langlaufstadion plötzlich ein Hund in der Loipe auftauchte und an der Seite von zwei Athletinnen fröhlich ins Ziel lief (incl. Zielfoto), trauten viele Fernsehzuschauer ihren Augen nicht. Doch der Tschechoslowakische Wolfshund namens Nazgulwar war wirklich keine KI-Kreation, sondern echt. „Er ist aus der Wohnung meines Bruders ausgebüxt. Er hat gleich zwei Türen selbst geöffnet und war plötzlich weg“, sagte die Schwester des Besitzers, die den Hund eine Zeit lang vergeblich gesucht hatte. „Als wir ihn dann im Fernsehen gesehen haben, waren wir ganz erschrocken.“ Erschrocken waren die Langläuferinnen eher nicht. „Er war süß und nicht aggressiv“, sagte die Griechin Konstantina Charalampidou.
Laegreids Affären-Geständnis im TV-Interview
Ein solches Interview gab es bei Olympia wohl noch nie: Der norwegische Biathlet Sturla Holm Laegreid legte nach dem Gewinn der Bronzemedaille in einem TV-Interview ungefragt ein Affären-Geständnis ab. „Vor drei Monaten habe ich meinen größten Fehler begangen“, sagte Laegreid dem TV-Sender NRK unter Tränen. Er habe seine Partnerin, die er erst vor sechs Monaten kennengelernt hatte, betrogen. Sie sei die „Liebe meines Lebens“ gewesen, sagte der 28-Jährige. Der Grund für sein Interview? Er hoffte, seine Partnerin („Meine persönliche Goldmedaille“) zurückzugewinnen. Klappte nicht. Laegreid tröstete sich mit weiteren Medaillen, am Ende wurden es fünf.
Wie und vor allem warum Max Langenhan den Kanzler wegdrückte
Der Kanzler rief an, aber Max Langenhan sah sich eben gerade „Die Geissens“ an. Als ihm die Realitystars Carmen und Robert Geiss mit einer Videobotschaft zu Gold gratulierten, wischte der Rodel-Olympiasieger einen anonymen Anruf weg. Das Problem: Am Telefon war Friedrich Merz. Der Kanzler nahm’s sportlich, sprach von einer „schönen Geschichte“ und drohte augenzwinkernd: „Beim nächsten Mal gehst du ran.“ Vielleicht, um sich in Merz‘ Heimat im Sauerland zu einer gemeinsamen Rodelfahrt zu treffen, wie sie Langenhan vorschlug. Die Bahn in Winterberg liegt quasi um die Ecke.
Schummelvorwürfe und „Verpiss dich“-Eklat beim Curling
Schummelvorwürfe und das „F-Wort“ beim Curling: Ausgerechnet beim Schach auf dem Eis gerieten bei Olympia Spieler aneinander. Der Schwede Oskar Eriksson warf dem Kanadier Jack Kennedy eine irreguläre mehrmalige Berührung des Steins während der Abgabe vor. Der giftete sichtlich verärgert zurück: „Wer macht das? Wer? Ich hab‘ das kein einziges Mal gemacht.“ Danach rief er dem Schweden noch ein derbes „Fuck off“ hinterher: „Verpiss dich.“ Der Curling-Weltverband verwarnte Kennedy mündlich und führte wegen mehrerer angeblicher Schummeleien dieser Art eine verstärkte Überwachung der Steinabgaben ein. Auch das Netz schaute genauer hin: Lustige Memes der angeblichen Schummelei Kennedys eroberten soziale Medien.
„Nicht damit springen“: Medaillen-Pannen bei Olympia-Stars
Was haben Abfahrtsolympiasiegerin Breezy Johnson, Eisschnelllaufstar Jutta Leerdam und Eiskunstlauf-Queen Alysa Liu mit Deutschlands Biathlet Justus Strelow gemeinsam? Sie alle zerlegten kurz nach ihrer jeweiligen Medaillenzeremonie ihr Edelmetall in Einzelteile. Die Medaille selbst blieb zwar ganz, löste sich aber bei vielen Athletinnen und Athleten vom Medaillenband. Obwohl Johnson recht früh den Tipp „Nicht damit springen“ gab, fanden sich immer mehr Opfer, die gewissermaßen einen Medaillenbandriss erlitten. Die Olympia-Macher reagierten und lösten das Konstruktionsproblem: „Wir fühlen uns verpflichtet, dass die Medaillen die höchsten Qualitätsstandards erfüllen“, hieß es. Betroffene Athleten konnten ihre Medaillen umtauschen.
Kondom-Alarm bei Olympia - mal wieder
Kondom-Alarm bei Olympia: Seit vielen, vielen Jahren kommen Sommer- wie Winterspiele nicht ohne diese Schlagzeile aus. 10.000 Kondome sollten Veranstalterangaben zufolge zu Beginn der Spiele ausliegen. Wenige Tage später meldete Cortina bereits einen Kondom-Engpass. IOC-Sprecher Mark Adams kündigte in einer Pressekonferenz Nachschub an, nicht ohne das Thema verschmitzt zu kommentieren: „10.000 wurden benutzt, 2.800 Athleten - man kann es sich ausrechnen.“ Was er zugegebenermaßen verschwieg: Die Kondome sind natürlich auch als Souvenir beliebt.
Der Date-Marathon der selbst ernannten „Olympia-Bachelorette“
Als selbst ernannte „Olympia-Bachelorette“ machte die US-Rodlerin Sophia Kirkby im olympischen Dorf einige Männer verrückt. Sie kündigte schon Wochen vor den Winterspielen an, nach ihren Wettkämpfen einige Dates zu planen - und ging durchaus systematisch vor: „Beim Rodeln kenne ich schon alle. Bobfahren – das mache ich nicht noch mal.“ Auch Fans sollten ihre Chance erhalten. Am Valentinstag postete sie auf ihrem Instagram-Kanal gleich mehrere Fotos mit einem Date. Es ging in einen Spa-Bereich und ein Sterne-Restaurant. Danach schwärmte Kirkby: „Als dritten Gang hatte ich die beste Pasta meines Lebens. Ich werde noch jahrelang an diese Pasta zurückdenken.“
Penis-Wirbel im Skispringen schafft es bis zu Olympia
Gibt es wirklich Penis-Tricks im Skispringen? Erstmals kam das skurrile Thema bei der Vierschanzentournee auf, während der Winterspiele eroberte es auch US- und UK-Medien. Die „Bild“ hatte um den Jahreswechsel herum berichtet, es solle Sportler geben, die für ein paar Millimeter mehr Stoff zu Hyaluronsäure gegriffen hätten, um vor der Messung ihren Penis aufzuspritzen. Bei Olympia musste auch DSV-Sportdirektor Horst Hüttel Penis-Fragen beantworten. „Das Problem an der ganzen Sache ist: Die derzeitige Vermessung wird von einem 3D-Scanner gemacht. Der Punkt, wo das Schrittmaß genommen wird, wird aber händisch festgelegt“, sagte Hüttel. „Je weiter unten sich die Geschlechtsteile befinden, desto weiter unten ist der Schritt beim Athleten in der Fis-Tabelle manifestiert.“ Chefkontrolleur Mathias Hafele stellt neue Messmethoden in Aussicht.
Häme für Mariah Carey (wenn man sie denn erkannt hat…)
Der erste Viral-Hit dieser Winterspiele ging auf die Kappe von Mariah Carey: Die Popdiva sang auf der Eröffnungsfeier den italienischen Klassiker „Nel blu, dipinto di blu“, dabei las sie aber von einem Teleprompter ab, der den Text in Lautschrift angezeigt hatte. Statt „infinito“ stand dort etwa „een-fee-nee-toe“. Kritiker frotzelten, nur deshalb habe sie so eine langsame Interpretation der Hymne gewählt. Einen anderen kostete Careys Auftritt sogar den Job. Der Sportchef des italienischen Fernsehsenders Rai, Paolo Petrecca, verwechselte die weltberühmte Sängerin mit der in Italien populären Schauspielerin Matilda De Angelis. Die IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, die auf der Ehrentribüne neben Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella saß, hielt er für dessen Tochter. Nach herber Kritik reichte der ohnehin umstrittene Petrecca seinen Rücktritt ein, nicht ohne kurz zuvor bei Instagram auf einen Jesus während des letzten Abendmahls zugeschriebenen Satz aus dem Matthäus-Evangelium zu zitieren: „Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.“








