Fürth - Das Kleeblatt hat gegen Arminia Bielefeld erstmals seit November wieder ein Heimspiel gewonnen. Noel Futkeu bereitete den Siegtreffer vor - nachdem er als Joker ungewöhnlich früh in die Partie gekommen war.

Das Kleeblatt war gegen Arminia Bielefeld quasi zum Siegen verdammt - und es hielt dem Druck stand: Mit 2:1 hat die Mannschaft von Heiko Vogel die Ostwestfalen bezwungen. Durch den Dreier stellen die Fürther wieder Kontakt zur Konkurrenz im Abstiegskampf her und verlassen zumindest vorübergehend den letzten Tabellenplatz. Der entscheidende Treffer des Tages fiel nach einer Koproduktion zweier Angreifer: Noel Futkeu legte mit viel Übersicht quer auf Dennis Srbeny, der aus kurzer Distanz cool blieb und vollstreckte.

Dass Noel Futkeu zum Zeitpunkt des Treffers, der früh in der zweiten Hälfte fiel, auf dem Platz stand, hatte unter anderem mit dem Ramadan zu tun. Zunächst einmal musste der treffsicherste Fürther Stürmer wie schon gegen den 1. FC Magdeburg von außen zusehen: Heiko Vogel hatte sich für ein Sturmduo aus Dennis Srbeny und Sayfallan Ltaief in der Startelf entschieden. Doch bereits zur Halbzeit nahm Vogel Ltaief zusammen mit Doni Arifi wieder herunter. Eine Maßnahme, die der Fürther Coach einerseits mit dem fehlenden Rhythmus der beiden Winterneuzugänge, andererseits mit dem Beginn des Fastenmonats Ramadan begründete: „Ein wesentlicher Faktor, den man berücksichtigen muss.“ Bei beiden Spielern sei deshalb bereits nach 45 Minuten „energetisch ein Limit erreicht“ gewesen, das Vogel zu ihrer Auswechslung veranlasst habe.

Lob für Futkeu und Srbeny

So kam Noel Futkeu verhältnismäßig früh für einen Joker in die Partie und war in der 53. Minute als Vorlagengeber des entscheidenden 2:1 durch Srbeny zur Stelle. Für beide Angreifer hatte Vogel auf der Pressekonferenz nach der Partie nur lobende Worte übrig: Den Konter so auszuspielen sei für Vogel angesichts der schwierigen tabellarischen Situation des Kleeblatts „nicht selbstverständlich“ gewesen. Ein „ganz großes Kompliment“ wollte der Fürther Coach gegenüber Futkeu aussprechen und lobte dessen Übersicht bei der Torvorlage: „Das hat er fantastisch gemacht.“

Auch der Torschütze blieb nicht unerwähnt. Die Startelfnomminierung von Dennis Srbeny - überhaupt erst seine zweite in der laufenden Saison - erklärte Vogel so: „Denno ist für mich ein sehr spielintelligenter Spieler, auf den ich mich hundert Prozent verlassen kann.“ Der Treffer zum 2:1 war nur eine logische Konsequenz für den Übungsleiter des Kleeblatts: „Deswegen ist es für mich auch keine Überraschung, dass er das Tor gemacht hat. War für mich klar, er hat es bestätigt.“

Wichtiger Sieg: Mehr als drei Punkte wert?

Insgesamt sah Heiko Vogel einen „aufgrund der zweiten Halbzeit“ verdienten Sieg seiner Mannschaft. Mit der Leistung im ersten Durchgang war der Trainer „nicht ganz so zufrieden. Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet, dann sind wir zu weit vom Matchplan abgewichen und haben Bielefeld immer besser ins Spiel kommen lassen.“ Dass die Gäste dem Kleeblatt ihr Spiel vor dem Seitenwechsel „aufgezwungen“ hätten, beeindruckte Vogel stark. Nach dem Treffer zum 2:1 sah der Fürther Coach „viel Abnutzungskampf“, besonders gegen die Bielefelder Standardsituationen habe seine Mannschaft „alles entgegengeworfen, was uns zur Verfügung stand.“

„Heute haben wir uns belohnt, das freut mich für die Mannschaft mega“, resümierte Vogel. Der Erfolg sei aber „kein Grund zur Euphorie“, sondern erst einmal nur „eine Bestätigung, dass man Punkte sammeln kann, und da müssen wir weitermachen.“ Vogel glaubt, dass der Sieg „auch mental Kräfte freisetzen kann“ und befand „Siege geben Selbstbewusstsein.“ Mit einer Einschränkung: „Nur fürs nächste Spiel, dann müssen wir weitermachen.“ Weitermachen muss das Kleeblatt, vor allem weiterpunkten, wenn es noch die Klasse halten will. Bereits am kommenden Spieltag bietet sich beim nächsten Heimspiel die Chance auf den nächsten Dreier, wenn der FC Schalke 04 im Ronhof gastiert.