Nürnberg - Nach dem fulminanten 5:1-Erfolg über Karlsruhe ist der Club wieder auswärts gefordert. Beim VfL Bochum will die Klose-Elf ihre düstere Auswärtsbilanz aufpolieren - und endlich Konstanz in die eigenen Auftritte bringen.

Hinter dem FCN und Cheftrainer Miroslav Klose liegen bewegte Wochen: Erst verlängerte der 47-Jährige nach monatelanger Hängepartie seinen auslaufenden Vertrag, dann sorgte seine Mannschaft für eine angemessene Reaktion auf dem Platz. Durch den 5:1-Kantersieg über den KSC verschafften sich die Franken zudem etwas Luft auf die Abstiegsplätze.

Kann der Club auch auswärts?

Nun aber gilt es, den jüngsten Positiveindruck zu bestätigen. Das wiederum gelang den Nürnbergern in der laufenden Saison bislang ausgesprochen selten, was auch mit der miesen Bilanz in der Fremde zu tun hat: lediglich zwei Siege und sieben Punkten stehen dort zu Buche, in der Auswärtstabelle bildet der Club das Schlusslicht. „Wir hätten auswärts auch ein paar Punkte mehr holen können, weil wir schon viele gute Halbzeiten gespielt haben“, analysierte Klose auf der Pressekonferenz vor dem Auftritt im Ruhrgebiet, „aber das reicht in der 2. Liga nicht.“

Der Gegner derweil dürfte durchaus in der Lage sein, den FCN vor die ein oder andere Aufgabe zu stellen. Die Bochumer stehen derzeit auf Rang neun - einen Platz und nur einen Zähler hinter den Franken. Der VfL war im Anschluss an den Bundesliga-Abstieg enttäuschend in die Saison gestartet. Bereits nach dem 5. Spieltag zogen die Verantwortlichen entsprechende Konsequenzen und setzten Coach Dieter Hecking vor die Tür.

Schwer zu schlagen: VfL unter Rösler im Aufwärtstrend

Übernehmen sollte schließlich Uwe Rösler, der das Team seitdem in die Erfolgsspur zurückgeführt hat. „Bochum hat eine gute Mannschaft. Sie sind bei Standards stark und können gut umschalten. Sie versuchen aber auch fußballerische Lösungen zu finden und haben sehr viele Facetten in ihrem Spiel“, weiß Klose um die Qualität der Gastgeber. Tatsächlich hat in der „Rösler-Tabelle“ kein Team mehr Punkte geholt als die Westfalen, deren letzte Niederlage vom November vergangenen Jahres datiert.

Zugleich konnten die Bochumer nur eines der letzten sieben Ligaspiele für sich entscheiden. Damit auch der Club etwas Zählbares von der Castroper Straße mit ins Frankenland nehmen kann, bedarf es höchster Konzentration und Abgeklärtheit, wie Klose betonte: „Wir müssen konstanter werden und dürfen in den entscheidenden Situationen nicht in Rückstand geraten. Das haben wir klar analysiert und angesprochen.“

Eine Frage der Effizienz

VfL-Coach Rösler jedenfalls zeigte sich beeindruckt von der jungen FCN-Mannschaft, deren Stärken er insbesondere im Umschaltspiel ausmacht - eine Einschätzung, die sein Nürnberger Kollege nicht teilt: „Ich würde uns nicht als Kontermannschaft bezeichnen. Aber wenn wir Ballgewinne hatten, haben wir zu viel auf Ballbesitz gespielt. Wir haben das Mutige nicht erkannt. Daran haben wir gearbeitet und gegen den KSC gut hinbekommen.“ Gelingt es der Klose-Elf zudem ähnlich kaltschnäuzig aufzutreten wie zuletzt, könnte womöglich auch die magere Auswärtsbilanz schon bald etwas freundlicher ausfallen.