Nürnberg - Rund 15 Jahre ist es her, dass George R. R. Martin die „Game of Thrones“-Reihe zu einem Ende hätte bringen sollen. In einem Interview erzählte er vor Kurzem mehr zu „The Winds of Winter“.

George R. R. Martin hat viel zu tun. Seit seine Fantasy-Buchreihe „Game of Thrones“ zum internationalen Erfolg wurde, nicht zuletzt wegen der HBO-Serie zu den Büchern, hat sich sein Leben grundlegend geändert.

Seitdem hat die Serie einige Spin-offs erhalten, bei denen George R. R. Martin stark involviert ist. Zudem war er mit einer Reihe anderer Projekte beschäftigt. Die Folge ist klar: Der Fortschritt von „The Winds of Winter“ und „A Dream of Spring“, also der beiden Bände, die die Reihe abschließen sollen, läuft nur schleppend. Was sich für viele Fans wie die Untertreibung des Jahrhunderts anhört.

Wird George R. R. Martin Game of Thrones jemals abschließen?

Viele Fans glauben nichtmehr daran, dass George R. R. Martin seine Reihe selbst abschließen wird. Diese Befürchtung deckt sich in gewisser Weise mit einer Information, die der Autor im jüngsten Interview mit The Hollywood Reporter verrät. Denn er erklärt, rund 1100 Manuskriptseiten von „The Winds of Winter“ geschrieben zu haben - diese Zahl hat sich seit 2022 nicht verändert.

Dennoch bleibt der Abschluss der Reihe eine Priorität für George R. R. Martin. Aufgeben will er nicht, auch wenn die Arbeit an den beiden Büchern nicht immer leichtfällt: „I would hate that. It would feel like a total failure to me. I want to finish.“

Der Schreibprozess fällt ihm übrigens nicht gerade deswegen schwer, weil Martin die Ideen ausgingen. Im Gegenteil, es gibt eher zu viele Ideen. Und an Selbstkritik mangelt es ihm auch nicht gerade.

„I will open the last chapter I was working on and I‘ll say, ‚Oh fuck, this is not very good.‘ And I‘ll go in and I‘ll rewrite it. Or I‘ll decide, ‚This Tyrion chapter is not coming along, let me write a Jon Snow chapter.‘“

Sobald er demnach ein Kapitel öffne, an dem er gerade gearbeitet habe, kann es gerne passieren, dass es ihm nicht mehr gefällt und er es umschreibt. Oder er kommt mit einem Kapitel über Tyrion nicht recht weiter und schreibt lieber eines über Jon Schnee.

George R. R. Martin: Gute und schlechte Nachrichten für Game of Thrones-Fans

Aber wann will er die Reihe denn endlich vollenden? Das ist die schlechte Nachricht: Ein Ende ist nach wie vor nicht in Sicht.

Doch es gibt auch gute Neuigkeiten für Fans. Auch wenn es wehtut: Komplett verabschieden brauchen wir uns von einem von George R. R. Martin geschriebenen Ende der Reihe nicht. Denn die morbiden Anschuldigungen auf der WorldCon im vergangenen Jahr, er solle die Arbeit an einen anderen Autoren abgeben, weil er selbst nicht mehr lange zu leben habe, laufen ins Leere und hinterlassen bei dem Autoren nach wie vor einen bitteren Geschmack.

„I really didn‘t need that shit,“ he says. „Nobody needs that shit.“

Tatsächlich erfreut sich George R. R. Martin mit seinen 77 Jahren bester Gesundheit. Abgesehen natürlich von altersbedingten Wehwehchen wie Rückenschmerzen und Ähnlichem: „I‘m old, so I have some old-people stuff. My lower back hurts sometimes. I don‘t like to stand around. But I feel OK. Maybe you should make that your headline: ‚George R.R. Martin Is Not Dying.‘“

Ein anderes Ende für „Ein Lied von Eis und Feuer“

Inhaltlich dürfte auch das eine gute Nachricht für Fans der Reihe sein. Denn das Ende der HBO-Serie kam bei den Fans gar nicht gut an. Tatsächlich verwandelte es so manchen „Thronie“ in unversöhnliche Kritiker.

George R. R. Martin hat bestätigt, dass sein Ende andersausfallen wird. Nicht nur soll es wesentlich düsterer werden als das Serienfinale, das er selbst als Happy-End-Version empfindet. Buch und Serie waren dafür bekannt, dass es keine „Plot-Armor“ für Hauptcharaktere gibt. Jede Figur kann jederzeit sterben, egal wie zentral sie bis dahin für die Handlung war. Insbesondere hier will George R. R. Martin von der Serie abweichen, besonders für Tyrion sieht er schwarz:

„I was going to kill more people, not the ones they killed [in the show]. They made it more of a happy ending. I don‘t see a happy ending for Tyrion. His whole arc has been tragic from the first. I was going to have Sansa die, but she‘s been so appealing in the show, maybe I‘ll let her live …“