Nürnberg - Seit Jahren wartet Nürnberg auf ein Ikea‑Einrichtungshaus. Der schwedische Möbelhändler bleibt zurückhaltend - und nun taucht das Grundstück sogar in Spekulationen über ein mögliches FCN‑Ausweichstadion auf.

„Ikea kommt nach Nürnberg“: Mit dieser Ankündigung sorgten die Stadt und der schwedische Möbelkonzern vor über zehn Jahren für große Erwartungen. Baubeginn 2018, Eröffnung 2019, rund 80 Millionen Euro Investition und bis zu 200 neue Arbeitsplätze - so lauteten die Pläne. Heute, mehr als ein Jahrzehnt später, ist davon nichts zu sehen. Auf dem riesigen Grundstück an der Regensburger Straße stehen statt eines blauen Möbelhauses noch immer lediglich gelbe DHL‑Container.

Bei der Stadt sorgt die lange Verzögerung für Unmut. „Das Grundstück ist immerhin zwischengenutzt, aber eine Entwicklung im Sinne des Bebauungsplanes wäre uns sehr viel lieber“, sagt Daniel Ulrich, Planungs- und Baureferent der Stadt Nürnberg. „Ein Ikea-Möbelhaus an dieser Stelle wäre perfekt.“ Ob und wann es jedoch tatsächlich kommt, könne allein Ikea beantworten.

Der Konzern selbst bleibt vage. „Ikea hat das Grundstück an der Regensburger Straße im Jahr 2016 mit dem Ziel erworben, unsere Präsenz in der Region langfristig zu stärken“, teilt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mit. Aktuell liege der Fokus jedoch auf kleineren Formaten wie Planungsstudios und Pop-up-Stores in Innenstädten und Metropolregionen. Gleichzeitig entwickle man die Standortstrategien weiter und prüfe verschiedene Möglichkeiten - auch für Nürnberg.

Ein Ausweichstadion für den FCN auf dem Ikea-Areal?

Das zeitweise fast schon in Vergessenheit geratene Grundstück an der Regensburger Straße erfuhr im Dezember wieder die Aufmerksamkeit einer breiteren Öffentlichkeit. Auslöser war ein Bericht der Nürnberger Nachrichten, in dem - losgelöst von der tatsächlichen Realisierbarkeit - verschiedene potenzielle Flächen für ein mögliches Interimsstadion des 1. FC Nürnberg durchgespielt wurden. Dabei tauchte auch das Ikea‑Areal als theoretische Option auf, falls der Club während des Vollumbaus des Max‑Morlock‑Stadions ausweichen müsste. Ikea kommentiert diese Überlegung auf Nachfrage nicht konkret: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu vertraulichen Gesprächen mit potenziellen Partnern oder Standortanbietern nicht öffentlich äußern.“

Auch die Stadt äußert sich zurückhaltend. Grundsätzlich komme für ein mögliches Interimsstadion jeder Standort infrage - unabhängig davon, wem das Grundstück gehört. Doch im derzeitigen Planungsstadium spiele die Standortfrage ohnehin noch keine Rolle. „Es macht keinen Sinn, jetzt Standortfragen zu diskutieren, ohne die grundsätzliche Vorbewertung zu haben“, sagt Bürgermeister Christian Vogel.

Entscheidung über Ausweichstadion frühestens im Sommer 2026

Derzeit läuft noch die Vorplanung des Vollumbaus durch das Stuttgarter Planungsbüro asp Architekten GmbH, in der auch ein möglicher Interimsbetrieb untersucht wird. Dabei geht es beim Ausweichstadion erst einmal um grundsätzliche Fragen wie etwa, was für eine Konstruktion bei einer Vorgabe von etwa 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauern möglich ist, wie viel Platz für ein Ausweichstadion benötigt wird und wie es mit einer Zulassung durch die DFL aussieht.

Im Sommer 2026 stellt das Planungsbüro seine Ergebnisse dem Stadtrat vor. Anschließend entscheidet dieser über das weitere Vorgehen. Erst wenn eine Variante mit Ausweichstadion den Zuschlag erhält, soll die Standortfrage ermittelt werden. Und erst dann rückt die Frage in den Fokus, ob auch das Ikea‑Areal eine Rolle spielen könnte.