
Schon die Nürnberger Anfangsformation hatte die ein oder andere Überraschung parat: Der Club wechselte im Vergleich zur 1:2-Pleite in Paderborn auf fünf Positionen. Kapitän Gruber kehrte nach abgesessener Gelbsperre zurück in die Startelf, wodurch Neuzugang Mkrtchyan auf der Bank Platz nahm. Baack und Nzingoula rückten für das gesperrte Mittelfeld-Duo Lubach und Becker in die Zentrale. Im Angriff erhielt Routinier Grimaldi den Zuschlag gegenüber Scobel. Zudem fand sich Youngster von der Hitz bei seinem Zweitliga-Debüt prompt in der ersten Elf wieder, Janisch musste dafür weichen.
Der erste Abschluss der Partie gehörte jedoch den Gästen. Fukudas Versuch aus der zweiten Reihe verfehlte das Ziel allerdings deutlich (2.). Etwas gefährlicher war da schon Yilmaz’ Distanzschuss, der KSC-Schlussmann Bernat kurz darauf erstmals prüfte (4.). Im eigenen Ballbesitz bauten die Franken über ihre beiden Innenverteidiger auf, wobei sich Markhiyev häufig in die letzte Linie fallen ließ. Den KSC erwarteten die Nürnberger mannorientiert in einem eng angelegten 433. Der Club übernahm in einer umkämpften Anfangsphase zunächst den Ballbesitz, ohne bereits zwingend zu werden. Die Klose-Elf wirkte jedoch einen Tick wacher in den direkten Duellen - viele zweite Bälle landeten auf Seiten des FCN.
Justvans Doppelpack bricht den Bann
Die Badener, die das Mittelfeld schnell zu überbrücken versuchten, fanden nach rund 20 Minuten allmählich besser in die Begegnung. Ein Umstand, der ihnen zum Verhängnis werden sollte: nach einem Nürnberger Befreiungsschlag behauptete sich Zoma stark und bediente den freien Grimaldi. Dieser scheiterte noch an Keeper Bernat, die Kugel allerdings gelangte über Umwege zu Justvan, der mithilfe des Innenpfostens die Nürnberger Führung besorgte (25). Nur drei Zeigerumdrehungen später lag der Ball schon wieder im Gästetor - wieder hatte Justvan Maß genommen. Grimaldis Zuspiel verwertete der Spielmacher fulminant aus halblinker Position.
Der KSC zeigte sich bemüht, auf den fränkischen Doppelschlag zu antworten. Im eigenen Ballbesitz agierten die Karlsruher jedoch viel zu fahrig und unkoordiniert. Stattdessen war es der Club, der sich noch einmal anmeldete. Erst versuchte sich von der Hitz nach missglückter Kopfball-Abwehr von Bernat aus großer Distanz (33.), dann prüfte Markhiyev den Gäste-Keeper per direktem Freistoß (39.). Zuvor hatte Scholl für sein Einsteigen gegen Zoma die erste Gelbe Karte der Partie gesehen.
Der dritte Nürnberger Streich sollte noch vor der Pause folgen: Grimaldi setzte Nzingoula per Steckpass in Szene, dessen Hereingabe wurde aus kurzer Distanz von Zoma über die Linie gedrückt (41.). Weil der glänzende Zoma kurz darauf abgeblockt wurde (44.) und auf der anderen Seite Fukuda an Reichert scheiterte (45.), war dies gleichbedeutend mit dem Pausenstand.
Karlsruher Dreifachwechsel verpufft
KSC-Coach Christian Eichner reagierte mit drei Wechseln auf den desolaten Auftritt seiner Mannschaft. Die erhoffte Wende blieb jedoch aus, vielmehr jubelten einmal mehr die Hausherren. Erneut war es Nzingoula, der Zoma bediente. Der Italiener traf nach 50 Minuten zum 4:0. Einen kleinen Dämpfer erhielt die Nürnberger Partylaune, als Schiedsrichter Stieler auf den Elfmeterpunkt zeigte: Von der Hitz hatte Opitz im eigenen Strafraum touchiert - Routinier Wanitzek verwandelte souverän (58.).
Der KSC schien nun Gefallen am Offensivspiel gefunden haben zu haben. Wieder waren Opitz und Wanitzek die Hauptverantwortlichen. Letzterer verzog jedoch aus vielversprechender Position (61.). Ein Fehlschluss, der sich gegen einen gnadenlos effizienten Club rächen sollte: Yilmaz behauptete sich auf der linken Seite und schlug eine punktgenaue Flanke in die Mitte. Dass 1,74-Meter-Mann Zoma dort relativ unbedrängt einköpfen konnte, war ein Spiegelbild für die ungenügende Abwehrleistung der Gäste - der dritte Treffer des 22-Jährigen (65.).
Club-Juwel Soldic feiert Zweitliga-Debüt
Mit der komfortablen Führung im Rücken ließen es die Hausherren nun etwas ruhiger angehen. Auf Seiten der Karlsruher setzte der eingewechselte Ben Farhat seinen Abschluss am langen Eck vorbei (70.). Fünf Minuten danach brachte Defensivmann Jung das Leder aus kürzester Distanz nicht am stark reagierenden Reichert vorbei (75.). Die Schlussphase läutete Cheftrainer Miroslav Klose mit einem Dreifachwechsel ein. Der erst 16-jährige Marko Soldic feierte seine Premiere und wurde zugleich zum jüngsten Zweitliga-Profi der Club-Geschichte (82.). Etwas Zählbares brachte der noch immer bemühte FCN jedoch nicht mehr zustande, sodass es beim deutlichen 5:1 blieb.
Durch den Kantersieg ziehen die Franken am Karlsruher SC vorbei und stehen vorübergehend auf Tabellenplatz acht. Am kommenden Freitag hat der Club beim VfL Bochum die Chance, den Aufwärtstrend zu bestätigen.
