Nürnberg - Bald gibt es eine neue Großbaustelle in der Südstadt: 600 Meter der Allersberger Straße werden für mehrere Monate gesperrt und umgebaut. Das ändert sich: Alle Infos zu Umbau, Umleitung und Kosten auf einen Blick.

Wie die Stadt Nürnberg mitteilt, beginnt am 24. März der Umbau des wohl empfindlichsten Nadelöhrs der Südstadt. 600 Meter der Allersberger Straße, zwischen der Wölckernstraße und der Wodanstraße werden dann für über ein Jahr gesperrt sein.

Grund dafür ist die erneuerungsbedürftige Infrastruktur: Die Straßenbahngleise sowie die Fahrbahn sollen modernisiert und technisch auf den aktuellen Stand gebracht werden. Laut Angaben der Stadt Nürnberg werden die Bauarbeiten etwa 15 Monate andauern und somit erst im Frühsommer 2027 abgeschlossen sein.

Das sind die Umbaupläne in der Allersberger Straße - mehr Nachhaltigkeit und Inklusion

Die Großbaustelle ist in acht Bauabschnitte gegliedert. Zunächst startet die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) mit Kanal- und Schachtarbeiten. Der bislang unterdimensionierte Abwasserkanal wird erneuert und soll leistungsfähiger ausgebaut werden. Anschließend werden die Fahrleitungsmaste und die Oberleitung sowie die Gleise der Straßenbahn von der VAG erneuert. Die Anlagen seien nach rund 40 Jahren am Ende ihrer Nutzungsdauer angelangt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

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So soll der vom Umbau betroffene Bereich der Allersberger Straße einmal aussehen. © Servicebetrieb Öffentlicher Raum

Bei der Sanierung der Gleise soll auch ans Klima gedacht werden: Rund ein Drittel der Trasse werden als Rasengleis angelegt. Laut der VAG sorge das für eine deutliche Abtrennung zwischen der Fahrbahn und den Straßenbahngleisen, schaffe einen neuen Lebensraum für Insekten und sorge für weniger Lärm. Im Zuge des Umbaus werden außerdem zwei Baumquartiere an der Kreuzung Anna-/Forsthofstraße vergrößert, wodurch sich Wachstumsbedingungen der bestehenden Bäume verbessern sollen. Auch in Sachen Inklusion wird laut Angaben der VAG nachgeholfen. So wird die Haltestelle Schweiggerstraße neu und barrierefrei gestaltet. Für den letzten Schritt der Großbaustelle ist der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) zuständig. Er sorgt dafür, dass Fahrbahnen, Geh- und Radwege wieder vollständig befahrbar sind.

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Besonders der schmale Radweg in der Allersberger Straße wurde in der Vergangenheit vom Kreisverband Nürnberg und Umgebung kritisiert. André Winkel, Pressesprecher des Sör, berichtet, dass der Radverkehr zwischen der Wölckernstraße und der Paulstraße einen neuen, deutlich gekennzeichneten Radstreifen bekommt. „Dadurch werden Konflikte mit dem Kfz-Verkehr – insbesondere durch parkende Fahrzeuge – reduziert“, so Winkel. An der Humboldtstraße wird die Situation beim Überqueren und Einfahren verbessert. An der Kreuzung Anna-/Forsthofstraße können Radfahrende über eine eigene, getrennte Radwegefurt auf die Vorrangroute Annastraße fahren. Die Ampel-Radfurt an der Forsthofstraße, der angepasste Bordstein und der Wegfall einiger Stellplätze würden in Zukunft dafür sorgen, dass Radfahrende sicherer in die Allersberger Straße einfahren können, meint Winkel.

Umleitungen während der Baustelle an der Allersberger Straße - Das sollten Autofahrer wissen

Die Stadt Nürnberg teilt offen mit, dass die Baustelle den Verkehr ausbremsen wird, da die Allersberger Straße im betroffenem Bereich komplett gesperrt sein wird. Für Autofahrer gibt es eine ausgeschilderte Umleitung über die Münchener Straße und Hainstraße im Osten oder die Pillenreuther Straße im Westen. Die Stadt Nürnberg erklärte zudem, dass die Ottilien- und die Augustenstraße während mehrerer Baustufen nicht von der Allersberger Straße aus zu erreichen seien. Die Verkehrsführung im Bleiweißviertel werde deshalb so angepasst, dass die Bereiche von der Wilhelm-Spaeth-Straße beziehungswiese der Holzgartenstraße aus erreicht werden können.

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Eine großräumige Umleitung führt über die Münchener Straße und Hainstraße im Osten oder die Pillenreuther Straße im Westen. © Servicebetrieb Öffentlicher Raum

Beim ÖPNV sind die Straßenbahnlinien 6, 7 und 8 von der Sperrung betroffen und fallen während der Umbau-Arbeiten aus. Mit Ersatzbussen der Bezeichnung E08 sowie einer Umleitung der Linie 45 sorgt die VAG für eine zusätzliche Anbindung des Nibelungenviertels.

Für den Radverkehr werden während der Bauzeit die verkehrsberuhigten Parallelstraßen der Allersberger Straße als Umleitung genutzt.

Gehwege bleiben größtenteils frei

Da die Bauarbeiten überwiegend im Straßenbereich stattfinden werden, bleiben Gehwege und Zugänge zu Wohnhäusern, Geschäften oder Arztpraxen größtenteils frei. „Sollten im Zuge von Leitungs- oder Straßenbauarbeiten Eingriffe in Gehwege oder im unmittelbaren Eingangsbereich notwendig sein, wird die Erreichbarkeit durch provisorische Lösungen wie Fußgängerbrücken jederzeit sichergestellt“, so Winkel.

Kosten in zweistelliger Millionenhöhe

Die Gesamtkosten des Umbaus – einschließlich Leitungsarbeiten, Gleiserneuerung und Oberflächengestaltung – belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro, berichtet Winkler. Für das Projekt werden Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), Fördertatbestand „Grunderneuerung“, angestrebt. Zudem sei eine Förderung für den Radverkehr über die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vorgesehen.

Erst mal Ruhe nach der Großbaustelle

600 Meter der Allersberger Straße sind nun erstmal für über ein Jahr gesperrt. Für die Anwohner heißt das vor allem: Lärm und Schmutz vor ihrer Haustür. Doch der Pressesprecher des Sör hat auch eine gute Nachricht für die Anwohner: Nach Abschluss der Bauarbeiten sei für viele Jahre keine erneute größere Baustelle zu erwarten, da für den Straßenaufbau eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten angesetzt wird. Die etwa acht Zentimeter starke Asphaltdeckschicht – die sogenannte Verschleißschicht – könne je nach Beanspruchung nach rund zehn Jahren erneuert werden. Das Abfräsen und Neuaufbringen der Deckschicht könne in der Regel innerhalb einer Woche erfolgen.

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