
Dass die Social-Media-Plattform TikTok zahlreiche Daten von ihren Nutzerinnen und Nutzern sammelt, dürfte niemanden überraschen. Dass TikTok das aber auch macht, wenn man die App gar nicht auf seinem Handy installiert hat, dagegen schon. Recherchen der BBC zufolge spioniert TikTok auch Verbraucherinnen und Verbraucher aus, wenn diese im Internet surfen. Auf diese Weise gelangt das Unternehmen teilweise an hochsensible Informationen von Internetnutzerinnen und -Nutzer.
Möglich macht das unbemerkte Sammeln von Daten im Hintergrund ein sogenanntes "Tracking Pixel". Dabei handelt es sich um einen Code, der im Hintergrund einer Internetseite lädt und Daten etwa zum Klickverhalten sammelt und an TikTok weitergibt. Solche Tracking-Tools sind nichts Ungewöhnliches, auch „Google“, „Meta“ und andere nutzen sie.
Wie die BBC herausgefunden hat, erhält TikTok dadurch bisweilen auch sehr persönliche Informationen. So wurde unter anderem festgestellt, dass auch auf Webseiten zur Krebsvorsorge, Fruchtbarkeit oder psychischen Problemen Verläufe von Nutzerinnen und Nutzern getrackt und sensible Daten an TikTok übermittelt werden.
So können Sie sich vor Tracking Tools schützen
Internetseiten mit derlei Tracking-Tools sammeln Daten über jede einzelne Besucherin oder jeden einzelnen Besucher, unabhängig davon, ob diese TikTok nutzen oder nicht. Das ermöglich dem Unternehmen, gezielt Werbeanzeigen auch außerhalb der App zu schalten. Laut der datenschutzorientierten Internet-Suchmaschine DuckDuckGo hat TikTok solche Tracker auf fünf Prozent der weltweiten Top-Internetseiten.
Von TikTok selbst heißt es, man informiere stets transparent über die Datennutzung. Von der Verarbeitung sensibler Daten distanzierte sich das Unternehmen derweil. Gleichzeitig stellte TikTok die Eigenverantwortlichkeit von Webseitenbetreibern hinsichtlich der Weitergabe von Daten heraus.
Internetnutzerinnen und -nutzer sind Tracking Tools aber nicht schutzlos ausgeliefert. Browser wie DuckDuckGo und Brave stellen die Privatsphäre in den Vordergrund, indem sie Tracking Tools und unsichtbare Tracking Pixels blocken. Zudem empfehlen Experten zu diesem Zweck Browser-Erweiterungen wie Privacy Badger und Ghostery.
Auch die Nutzung von Smart-TVs kann getracked werden
Ganz verhindern lässt sich Tracking zwar kaum, doch man kann ihm so weit wie möglich entgegenwirken. Das Cybersicherheitsunternehmen „Kaspersky“ empfiehlt beispielsweise, das automatische Laden von Bildern in E-Mails zu blockieren - die meisten Nachrichten sind auch ohne Bilder problemlos verständlich.
Zudem funktioniert Tracking-Schutz sowohl auf Betriebssystemebene als auch über den Heimrouter. Auch auf Smart-TVs können sogenannte Zählpixel eingesetzt werden, erklärt das Unternehmen. Deshalb rät „Kaspersky“ dazu, die Einstellungen des Betriebssystems oder die Funktionen des Routers entsprechend anzupassen. Auch eine VPN-Verbindung kann vor Tracking schützen.
Darüber hinaus lässt sich die Datenspur einschränken, wenn Browserdaten und Cookies regelmäßig gelöscht werden oder man den Browser im privaten Modus nutzt, erklärt Hannes Federrath, Professor an der Universität Hamburg, im Gespräch mit dem ZDF.