
Die erste Tasse Kaffee des Tages brauchen die meisten Menschen wahrscheinlich einfach, um irgendwie wach zu werden und um den letzten Schlaf aus den Gliedern zur vertreiben. Nun legt eine neue Studie eines US-amerikanischen Forscherteams unter anderem von der Harvard Medical School nahe, dass Kaffee auch etwas für die Gesundheit tun soll. Die Untersuchung zeigt, dass das koffeinhaltige Heißgetränk in der Lage sein könnte, das Risiko an Demenz zu erkranken, zu verringern.
Die Wissenschaftler stellten sich die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen dem langfristigen Konsum von koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee und dem Risiko für Demenz besteht. Hierzu führten sie eine Untersuchung mit 131.821 Menschen durch. Die Daten lagen bereits aus zu US-amerikanischen Studien zur öffentlichen Gesundheit vor und wurden nun erneut herangezogen und ausgewertet. Alle zwei bis vier Jahre wurde mittels Fragebögen erfasst, welche Lebensmittel die Studienteilnehmer zu sich nahmen, darunter auch der Konsum von Kaffee und Tee. Bis zu 43 Jahre lang wurden Probanden begleitet. Am Ende erkrankten 11.033 Menschen an einer Demenz.
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen einem höheren Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und einem geringerem Demenzrisiko. Der Konsum von entkoffeiniertem Kaffee hänge hingegen nicht mit einem geringeren Demenzrisiko zusammen. Die deutlichsten Unterschiede wurden demnach bei einem moderatem Konsum von etwa zwei bis drei Tassen koffeinhaltigem Kaffee pro Tag beobachtet. Höhere Konsummengen brächten keine zusätzlichen Vorteile. Ein ähnlicher, wenngleich etwas schwächerer Schutzeffekt, zeigt sich beim Konsum von Tee.
Die Forschenden schränken allerdings ein, dass sie mit ihrer Studie zwar einen statistischen Zusammenhang sichtbar machen konnten, es gibt aber keinen endgültigen Beweis für die Ursache (Kausalität). Das bedeutet, es könnte sein, dass Kaffee trinken das Demenzrisiko senkt, es könnte aber genauso sein, dass Menschen mit Demenz schlicht weniger Kaffee trinken.
Andere Wissenschaftler betonen zudem, dass es andere Maßnahmen gebe, die weitaus wirksamer seien, um das Demenzrisiko zu senken. Dazu gehöre Sport, eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf das Rauchen. Der Konsum von Kaffee könne vielmehr Teil eines Mixes für ein gesundes Gehirn sein.
