
Die Tourismusorte in Franken kämpfen gegen nachlassendes Interesse an Wein, Wurst und Gesang. Mehr Vinotheken und Tagesbars für Wanderer und Radler im fränkischen Weinland, gut beworbene Jubiläen, genussorientierte Flusskreuzfahrten auf dem Main sowie Städtetourismus etwa in Nürnberg sollen das Niveau zumindest stabil halten, wie der Tourismusverband Franken mitteilt. Der Verband ist ein Zusammenschluss vor allem touristisch interessierter Kommunen in der Region.
Auch große Musikereignisse, darunter die Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele, das Nürnberger Bardentreffen oder das Samba-Fest in Coburg zögen weiterhin Besucher an. Im kommenden Jahr warten zahlreiche Jubiläen, etwa 50 Jahre Bardentreffen, 30 Jahre Taubertal-Festival oder 150 Jahre Wagner-Festspiele.
Die Zahl der Übernachtungen ging im vergangenen Jahr leicht um 0,4 Prozent auf 23,7 Millionen zurück. Ein deutliches Minus zeigt sich bei den Übernachtungen von Touristen aus dem Ausland. Die Zahlen brachen um 3,5 Prozent ein. Der Tourismus in den Städten entwickelte sich besser als in ländlichen Regionen.
Für das kommende Jahr nimmt der Tourismusverband beim internationalen Marketing vor allem die Niederlande in den Blick. „Die niederländischen Gäste haben eine hohe Affinität zu Radfahren, Genuss und Kultur und damit zu Themen, bei denen Franken besonders stark ist“, erklärte Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen und Vorsitzender des Tourismusverbandes Franken. Insgesamt kommen rund 15 Prozent der Gäste in Franken aus dem Ausland. Am liebsten kommen die Menschen aus den USA, Asien, Österreich, Schweiz, Italien oder Skandinavien. Da die internationalen Märkte eine große Rolle spielen, sind Auszeichnungen von großer Relevanz. Bayreuth wurde beispielsweise zuletzt in die „52 Places to Go“ der New York Times aufgenommen.
Thomas Bold betont dabei, wie auch die einheimische Bevölkerung von dem florierenden Tourismus profitiere: „Tourismus ist zum einen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der ortsgebundene Arbeitsplätze sichert. Zum anderen bereichern touristische Angebote die Infrastruktur für die Bevölkerung.“ Rad- und Wanderwege, Museen und Kulturangebote, Gastronomie, Thermen und Freizeitangebote wären ohne Tourismus in der jetzigen Fülle nicht vorhanden und die betroffenen Orte damit weniger attraktiv.
Hauptattraktion in Franken bleibt die Stadt Nürnberg mit ihrem weltberühmten Christkindlesmarkt und zahlreichen Messegästen mit 2,69 Millionen Gästen, gefolgt vom fränkischen Weinland mit rund 1,4 Millionen und der Region Romantisches Franken mit den historischen Städten Ansbach, Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl.
Tourismuszahlen für 2025: Bayern kann Gästerekord verzeichnen - Oberfranken verliert am deutlichsten
Ziel müsse es sein, die Gäste länger in Franken zu halten, sagte die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, Angelika Schäffer. Derzeit beträgt die durchschnittliche Verweildauer 2,3 Tage. Traditionell höher ist diese im Bädertourismus, der allerdings insgesamt ebenfalls unter Druck stehe. Die Zahl der Gästeankünfte ging in den fränkischen Kurbädern wie Bad Kissingen oder Bad Staffelstein im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent auf 804.190 zurück, die Zahl der Übernachtungen stieg dagegen auf 4,12 Millionen.
Ebenso vorgestellt wurden die Tourismuszahlen für ganz Bayern. Laut Statistischem Landesamt in Fürth kann der Freistaat trotz Wirtschaftsflaute im vergangenen Jahr einen Gästerekord verzeichnen. Nach Berechnung der Behörde kamen insgesamt 41 Millionen Gäste nach Bayern, 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Zurückzuführen war das hauptsächlich auf eine gestiegene Zahl inländischer Urlauber. Mit Ausnahme Oberfrankens stiegen die Gästezahlen in allen Regierungsbezirken. Das größte Plus verzeichneten Niederbayern und die Oberpfalz.