Berlin - Eine neue kriminelle Masche sorgt für Aufsehen. Diesmal geht es um eine Mail. Wir erklären, warum Sie hier besonders aufpassen müssen.

Wie die Verbraucherzentrale in einer aktuellen Warnmeldung bekannt macht, ist derzeit ein Schreiben in Umlauf, das angeblich im Namen von Amazon verschickt worden sei. Die E-Mail erwecke demnach den Eindruck, dass eine Rückerstattung erfolgreich bearbeitet wurde. Unter dem Hinweis „Rückerstattung erfolgreich!“ werde zudem ein konkreter Geldbetrag („€129,89“) genannt, der angeblich zur Auszahlung bereitsteht.

Um die Auszahlung abzuschließen, solle die Kundschaft jedoch noch ihre „Zahlungsinformationen“ kurz bestätigen. Besonders auffällig sei hier die kurze Fristsetzung. Solche Fristsetzungen dienen dazu, Druck aufzubauen und zu unüberlegtem Handeln verleiten. Auch weitere Anzeichen für Phishing seien hier klar zu erkennen: unpersönliche Anrede („Guten Tag“), unseriöse Absenderadresse, kurze Fristsetzung sowie ein Link in der Mail.

Schon jetzt schreien zahlreiche Merkmale also hier klar nach Betrug. Erstens würde ein Unternehmen wie Amazon niemals einfach so ohne jegliche Vorwarnung Ihr Konto komplett sperren. Zudem würde man Ihnen auch niemals ein zeitlich derart knappes Ultimatum auf die Brust setzen.

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Vor dieser Nachricht wird aktuell gewarnt. (Symbolbild) © https://www.verbraucherzentrale.de

Von Seiten der Expertinnen und Experten heißt es dazu wörtlich weiter: „Wir empfehlen Ihnen, solche Nachrichten unbeantwortet zu lassen, in den Spam-Ordner zu verschieben und keinerlei Aufforderungen nachzugehen. Falls Sie ein Konto bei Amazon haben, prüfen Sie über die offizielle App oder die bekannte Website, ob Sie dort ähnliche Aufforderungen finden.“

Millionen Kunden in Deutschland betroffen: Vorsicht vor dieser Nachricht von Amazon

Würde man auf diesen Link klicken, landet man auf einer Seite, die der Homepage des jeweiligen Unternehmens täuschend ähnlich sieht. Jedoch handelt es sich hier dann um eine Fake-Seite, welche die Betrüger vorab erstellt haben. Würden Sie dort einmal Ihre geheimen Daten eingeben, schnappt die Falle in diesem Moment zu. Dann hätten in diesem Fall die Gauner freien Zugriff auf Ihr Online-Konto. Im schlimmsten Falle könnte man dann hier auf Ihren Namen zahlreiche Amazon-Bestellungen tätigen. Weil das Milliardenunternehmen aus den USA nicht nur wegen Bestellungen, sondern auch wegen seines Streamingdienstes in Deutschland sehr beliebt ist, sind rein auf dem Papier damit potenziell Millionen Kundinnen und Kunden betroffen.

In sämtlichen Fällen gilt ganz allgemein: Keinesfalls darauf reagieren. Oft fragen sich auch Menschen, ob irgendetwas falsch gemacht wurde, weil man solche Spam-Nachrichten erhält. Hier kann man für Beruhigung sorgen.

Mittlerweile arbeiten Betrüger mit hochintelligenten Maschinen. Diese generieren in der Sekunde Hunderte Zahlenkombinationen – bis irgendwann eine echte Nummer zufällig herauskommt, die dann angeschrieben wird. Gleiches gilt in Sachen Buchstabenkombinationen und Mailadressen. Zudem könnte Ihr Kontakt auch in einem Datenleck aufgetaucht und dadurch in die Hände von Betrügern gelangt sein. Heißt im Klartext: Auch wenn Sie nicht auf „gefährlichen Seiten“ surfen, kann es Sie mit einer Nachricht hier einmal treffen.

Leergeräumtes Konto vermeiden - so können Sie sich jetzt schützen

Solange Sie darauf nicht reagieren, kann Ihnen auch nichts passieren. Gefährlich kann es erst dann werden, wenn Sie auf Links klicken und dort persönliche Daten wie Passwörter oder Kontonummern eingeben. Meist treten diese Spam-Mails alle zwei, drei Monate schubweise auf. Dann erhalten Sie mehrere Nachrichten auf ein paar Tage verteilt. Irgendwann hört der Spam dann wieder auf – bis eine künstliche Maschine in ein paar Monaten wieder zufällig bei Ihrer Telefonnummer beziehungsweise Ihrer Mailadresse herauskommt.

In einem Beispiel, das unserer Redaktion vorliegt, kam es gleich zu drei verschiedenen Nachrichten innerhalb weniger Tage. Auch hier hat der Empfänger einfach nicht darauf reagiert, beziehungsweise die Nachrichten über die SMS-Funktion sogar als Spam gemeldet. Vorteil: Nach einiger Zeit erkennt Ihr Telefon den Absender und leitet die Nachricht automatisch in den Spam-Ordner weiter, ohne Ihnen die Nachricht extra zu pushen.