
Wer auf der Fürther Freiheit zuletzt aufmerksam entlangspazierte, dürfte in den vergangenen Tagen womöglich stutzig geworden sein: Auf einem Wahlplakat war Kurt Georg Strattner zu sehen. „Fürth braucht Sportförderung & Handwerk“, war unter dem Porträt des FDP-Politikers zu lesen. Zunächst einmal mag das nicht unbedingt ungewöhnlich erscheinen, schließlich steht am 8. März in Bayern die Kommunalwahl an. Doch Strattner steht an diesem Tag nicht zur Wahl. Denn: Der ehemalige Malermeister ist bereits seit gut zehn Jahren tot. Er starb am 4. Mai 2016 im Alter von 85 Jahren.
Wie die FDP Fürth-Stadt auf nordbayern.de-Nachfrage erklärt, stammt das Plakat aus dem Jahr 2014 - unter anderem an dem damals noch etwas anders aussehenden Partei-Logo zu erkennen. Auch in dem Jahr stand eine Kommunalwahl an, für die Stattner aufgestellt war.
Von 2005 bis 2015 war er Teil des Fürther Stadtrats. Sein Amt legte er der Online-Enzyklopädie Fürthwiki zufolge 2015 aus gesundheitlichen Gründen nieder. Der SpVgg Greuther Fürth-Fan war an Krebs erkrankt. Beim letzten Fußballspiel des Kleeblatts der Saison 2015/16 wurde anlässlich Strattners Todes im Ronhof eine Gedenkminute abgehalten. Seine Witwe nahm dabei seinen Platz in der VIP-Lounge ein.
Wahlplakat zeigt verstorbenen FDP-Politiker Kurt Georg Strattner
Wie also kommt es, dass Strattner nun auf einem Wahlplakat zu sehen war? Die FDP Fürth-Stadt erklärt das gegenüber nordbayern.de so: „Wir verwenden aus Gründen der Nachhaltigkeit auch wiederverwendbare Plakatständer.“ Es würden also alte Poster mit neuen überklebt. Das sei gängige Praxis - auch bei anderen Parteien. So weit so gut. In diesem Fall vermutet Dominik Paslawski, Vorsitzender der FDP Fürth-Stadt, dass sich die Plakate, die über die Jahre über das aus dem Jahr 2014 stammende geklebt wurden, gelöst haben. Die Schneefälle in den vergangenen Wochen haben womöglich ihr übriges getan. So sei „diese Zeitreise bis zu den Kommunalwahlen 2014 zustande“ gekommen.
Eine andere Möglichkeit sei, dass der aktuelle Aushang abgerissen wurde. Vandalismus also. Allerdings sei in Fürth sonst kein vergleichbarer Paslawski bekannter Fall passiert, teilt er mit.
Inzwischen ist das alles bereits wieder Geschichte und Strattners unfreiwilliges Comeback hat ein Ende. „Das Plakat wurde nach Bekanntwerden direkt wieder überklebt“, so Paslawski.
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