
Gäbe es eine Checkliste an Kriterien, was es für erfolgreichen Abstiegskampf braucht, ständen eine gute Defensive, Aufbruchsstimmung und Zusammenhalt auf jeden Fall darauf. Erste Ansätze für einen stabileren Abwehrverbund ließ das Kleeblatt seit der Winterpause erkennen, kassierte nur drei Gegentore in drei Spielen. Zum Vergleich: In der Hinrunde lag der Durchschnitt bei 2,6 Gegentreffern pro Partie. Die Aufbruchsstimmung ist mit einigen Neuzugängen sowie dem jüngsten 2:1-Erfolg in Kiel ebenfalls entfacht.
Und der Zusammenhalt? Den betonten die Fans bereits beim Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig. Auf der Nordtribüne war zu lesen, was es aus Sicht des Vereins für den Klassenerhalt braucht: „Wenn der Abstiegsstrudel droht, ist Zusammenhalt das oberste Gebot.“ Die Botschaft war klar – und sie sollte kein einmaliger Appell bleiben.
„Um dieses Signal noch stärker nach außen zu tragen, bündeln nun die aktive Fanszene, die Fanabteilung und der Verein ihre Kräfte und zeigen ihre Geschlossenheit“, erklärte die SpVgg auf ihrer Website. Vorausgegangen war ein Austausch, an dem Fanvertreter, Spieler, Mitarbeitende, Management, Gremien, die Stadt Fürth sowie Partner beteiligt waren. In der Folge entwarfen Fans erste Motive und formulierten ein gemeinsames Leitmotiv für den Saisonendspurt.
„Unser Kleeblatt, das wird niemals untergeh‘n – Gemeinsam zum Klassenerhalt“ soll fortan als zentrales Motto durch den Abstiegskampf tragen. Vereinzelte Fans des Rivalen reagieren auf diesen Slogan mit Spott. Der Vorwurf: „Unser … wird niemals untergeh‘n“ ist im regionalen Fußballkontext vor allem mit einem anderen Verein verknüpft. „Die Legende lebt, wenn auch der Wind sich dreht. Unser Club wird niemals untergeh‘n!“ hallt vor jedem Heimspiel durch das Nürnberger Max-Morlock-Stadion – und genau diese Nähe lässt bei manchem Fußballfan die Alarmglocken schrillen.
Bin jetzt kein Experte, aber irgendwie kommt mir der Slogan bekannt vor 🫣#FCN #SGF https://t.co/V1FkTQaUUD
— Steffen (@2_Steffen) February 5, 2026
Der Vorwurf entzieht sich aber jeglicher Grundlage: Auch in Fürth wird der Gesang „Unser Kleeblatt, das wird niemals untergeh’n“ seit Jahren in der Kurve angestimmt - auch diverse andere Fußball-Standorte in Deutschland bemühen diese Formulierung. Ein plumpes oder unglückliches Abkupfern vom Rivalen, wie es von Seiten mancher FCN-Fans vorgeworfen wird, liegt also nicht vor. Als Club-Fan besitzt man schlichtweg qua Naturell weniger Kenntnis über die Fangesänge der Fürther, als die Fürther selbst. Im Übrigen, auch das äußern einige Nürnberger auf Twitter-Nachfolgeplattform X, wünscht man sich auch östlich der Stadtgrenze einen Ligaverbleib der Weiß-Grünen, des Frankenderbys willen.
Aber: Deutlich wichtiger als das Wohlwollen des Rivalen ist im Abstiegskampf der Zusammenhalt in den eigenen Reihen - und davon zeigte sich nicht zuletzt auch Heiko Vogel beeindruckt. Der Cheftrainer bezeichnete das Engagement der Fans, welche in der Stadt verschiedene Transparente mit markigen Sprüchen platziert hatten, als „sensationell“ und betonte selbst, dass es nur gemeinsam geht. Damit das Kleeblatt nicht untergeht.