Nürnberg - Nach dem Blackout in Berlin rüstet sich Deutschland für den Notstand. Während die Kommunen die Infrastruktur auf den Prüfstand stellen, sollten sich die Bürger mit Notfallvorräten wappnen. Das Bundesamt gibt Auskunft.

Natürlich müssen Behörden in einem Notfall wie einem Blackout zur Tat schreiten, die Behörden verweisen allerdings auch darauf, dass jede Person oder Familie selbst für einen Notfall gerüstet sein sollte. Es gibt Checklisten, wie sich Bürger und Bürgerinnen einen Notvorrat für zu Hause aufbauen können - und welche Lebensmittel, Medikamente oder auch Hygieneartikel dringend im Haushalt vorliegend sein sollten.

Denn Ereignisse wie ein Sturm, Stromausfall oder Hochwasser können es zeitweise oder zunächst erschweren, an Lebensmittel zu gelangen. Daher, so der Appell des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, ist es wichtig und notwendig, sich einen Grundvorrat für mindestens drei Tage anzulegen.

Wer sich noch stärker absichern möchte, solle einen Vorrat für zehn Tage anlegen, lautet der Rat des Bundesamts. Pro Tag decke dieser Grundvorrat einen Energiebedarf von 2.200 Kilokalorien pro Person ab. „Bis die Katastrophenhelfer eine erste Notstruktur aufgebaut haben, könne es durchaus 72 Stunden dauern. Das sind drei Tage. In dieser Zeit und auch danach kann es erstmal schwer sein, an Lebensmittel zu kommen“, erklärt beispielsweise Krisenforscher Frank Roselieb gegenüber dem NDR.

Natürlich ist ein Notfallvorrat etwas sehr Individuelles, das an Ernährungsvorlieben und auch Allergien angepasst werden sollte. Daher sind die Angaben des Bundesamtes als Ideen oder Vorschläge zu werten. Der Fokus liegt auf Lebensmitteln, die lange, idealerweise mehrere Jahre lang haltbar sind.

Wichtige Orientierungshilfe für die Anlage eines Notvorrats sind folgende Punkte:

  • Essen und Trinken soll idealerweise für zehn Tage reichen - der Vorratskalkulator des Bundesministerium für Ernährung hilft Mehr-Personen-Haushalten oder Familien die Bevorratung passgenau zu berechnen. Pro Person und Tag sollte man auf 2.200 kcal kommen - wie das (auch abwechslungsreich) gelingen kann, zeigt ebenfalls das Bundesministerium für Ernährung in seiner Vorratstabelle.
  • 2 Liter Flüssigkeit pro Person und Tag
  • Gelagerte Lebensmittel regelmäßig verbrauchen und neu bevorraten ( der sogenannte lebende Vorrat)
  • Haustiere darf man nicht vergessen (Nahrung, Einstreu, etc.)

Grundausstattung: Nudeln, Reis oder Konserven als Notvorräte

Einige Grundnahrungsmittel, die in den Notvorrat gehören (können):

Mehrere Jahre haltbar:

  • Nudeln ohne Ei und Vollkorn
  • weißer, polierter Reis
  • Zucker
  • Honig
  • Salz
  • Branntwein-Essig
  • Wasser in Glasflaschen
  • Gemüse, Fisch, Brot und Fertigprodukte in Konserven (idealerweise Dosen, da sie blickdicht sind)
  • sauer eingelegtes Gemüse im Glas
  • Tomatensauce/Pesto
  • Dosenfleisch wie Corned Beef oder Frühstücksfleisch ist zwar lange haltbar, aber meist gepökelt, was krebserregend sein kann. Besser ist beispielsweise eingekochtes Fleisch im Glas.
  • Tierfutter

Lange haltbar:

  • vakuumierter Kaffee
  • Knäckebrot
  • weißes Mehl
  • Tee
  • getrocknete Gewürze
  • Trockenobst
  • getrocknete Hülsenfrüchte
  • Speiseöl (ungeöffnet)

Nur kurz haltbar:

Bei vielen Lebensmitteln des Alltag ist der Kühlschrank vonnöten, wie Wurst/Aufschnitt, frisches Fleisch, Fisch - daher eignen sie sich nicht sonderlich gut als Vorrat. Man kann sich allerdings Abhilfe durch Alternativen schaffen, die kühl und dunkel gelagert werden sollten:

  • H-Milch (ungeöffnet)
  • Eier
  • Butterschmalz
  • Schmelz- oder Hartkäse am Stück
  • Kartoffeln
  • Zwiebeln

Bei vielen Lebensmitteln entscheidet die richtige Lagerung über die Haltbarkeit. Dabei ist ein kühler, dunkler und trockener Standort von Vorteil. Luftdichte Gefäße wie Schraubgläser oder Plastikboxen schützen die Produkte vor Schädlingen und Feuchtigkeit.

Notvorrat: Nicht nur Nahrung und Flüssigkeit sind wichtig - auch Medikamente und Hygieneartikel

Zu den Medikamenten und Mitteln medizinischer Vorsorge, die man zuhause haben sollte, zählen unter anderem:

  • Schmerzmittel
  • Pflaster
  • Wunddesinfektion
  • fiebersenkende Mittel und ein Fieberthermometer
  • Mittel gegen Übelkeit, Durchfall, Erbrechen
  • Elektrolyte als Ausgleich bei Flüssigkeitsverlust
  • Verbandtuch von Brandwunden und Salbe gegen Verbrennungen
  • Schere, Pinzette
  • natürlich persönliche Medikamente

Hygieneprodukte, die man vorrätig zuhause haben sollte, sind unter anderem:

  • Desinfektionsmittel
  • Waschmittel und Seife
  • Müllbeutel, die stabil und größer sind - im Notfall auch zum Einhängen in die Toilette
  • Feuchttücher
  • Toiletten- und Haushaltspapier
  • Haushaltshandschuhe

Wenn nichts meht geht: Diese Geräte und Dinge sind im Notfall außerdem wichtig

Doch nicht nur Lebensmittel, Medizin oder Hygieneartikel sind für den Fall, wenn alles zusammenbricht, wichtig - wenn der Strom fehlt, geht auch keine Elektronik. Alternativen sind daher elementar, um beispielsweise informiert zu bleiben oder auch kochen zu können. Hier ein paar der wichtigsten Mittel oder Geräte:

  • ein Kurbel- oder batteriebetriebenes Radio, das ohne Strom auskommt
  • Kerzen und Feuerzeug(e)
  • Taschenlampe mit vorrätigen Batterien
  • eine alternative, stromlose Kochgelegenheit wie ein Campingkocher mit entsprechenden Brennstoffen (Gaskartusche zum Beispiel)
  • eine unabhängige Heizgelegenheit (Gasheizer, Petroleumofen oder Ethanolkamin) plus entsprechende Brennstoffe
  • Decken und andere wärmende Stoffe
  • Liste mit wichtigen Telefonnummern
  • eine geladene Powerbank
  • Warn-App auf dem Handy, wie Nina, die auch im Blackout warnen
  • Bargeld (auch für den Fall der Evakuierung)

Mit einer Checkliste gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die Infos noch einmal gebündelt heraus - das Dokument kann man sich beispielsweise auch herunterladen, ausdrucken, ausfüllen oder abhaken.

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