Wunsiedel - Drei Bürger sind in Oberfranken von der Polizei für ihre Zivilcourage geehrt worden. Eine Frau hatte einer 17-Jährigen das Leben gerettet und zwei Männer bewahrten einen 88-Jährigen davor, sein Vermögen zu verlieren.

Der oberfränkische Polizeipräsident Armin Schmelzer kam eigens zur Polizeiinspektion Wunsiedel, um drei Bürgern für ihr couragiertes Verhalten seinen aufrichtigen Dank auszusprechen. Der Dienststellenleiter, Erster Polizeihauptkommissar Hubert Schricker, hatte am Dienstag im Namen des Polizeipräsidiums Oberfranken Frau Pamela Gärtner aus Marktredwitz, Herrn Peter Sieber und Herrn Fabian Turban – beide aus Marktleuthen – zu einer kleinen Feierstunde auf seine Dienststelle in der Kemnather Straße eingeladen.

Den Anlass gab das jeweils vorbildliche Verhalten dieser drei Landkreisbürger, das es nach den Worten des Polizeipräsidenten als Beispiel für die Zivilgesellschaft zu würdigen gilt, wie es in einer Pressemitteilung der Polizei heißt. Frau Pamela Gärtner rettete einem Mädchen das Leben. Herr Sieber und Herr Turban bewahrten einen 88-Jährigen vor großem Schaden.

Mädchen das Leben gerettet

Am Nachmittag des 27. November 2025, gegen 15.30 Uhr, fasste Pamela Gärtner ihren ganzen Mut zusammen und bewahrte eine 17-Jährige davor, sich in Suizidabsicht von einer Brücke auf die B 303 bei Bad Alexandersbad zu stürzen. Als sie die Jugendliche auf der Fahrt nach Wunsiedel am Brückengeländer entdeckte, hielt sie ihr Fahrzeug sofort an. Sie eilte zu der Person auf die Brücke und es gelang ihr, sie im Gespräch von ihrem Vorhaben solange abzuhalten, bis wenige Minuten später eine Streife der Polizeiinspektion Wunsiedel eintraf. Mit vereinten Kräften gelang es den Beamten in einem günstigen Moment zusammen mit Gärtner die junge Dame über das Geländer zurück zu ziehen. Pamela Gärtner rettete nach den Worten des Polizeipräsidenten dadurch ein junges Menschenleben.

Beinahe gesamtes Vermögen verloren

Ebenfalls lobenswert verhielten sich am Nachmittag des 12. Dezember 2025 die beiden Markleuthener Fabian Turban und Peter Sieber. Den beiden ist es zu verdanken, dass ein 88-jähriger Mann aus Selb davor bewahrt werden konnte, sein gesamtes Vermögen zu verlieren.

Betrüger hatten den Senior unter der Legende von falschen Polizeibeamten telefonisch so massiv unter Druck gesetzt, dass dieser seine Wertgegenstände einpackte. Das Paket sollte auf Anweisung der Täter anschließend durch einen Kurierdienst nach Stuttgart gebracht werden. Den Auftrag dafür erhielt der Fahrdienst aus Marktleuthen ebenfalls telefonisch durch die Betrüger, ohne zunächst Verdacht zu schöpfen. Da ihm die ganze Sache nach der Abholung des Pakets nicht geheuer vorkam, wandte sich Fabian Turban, der beauftragte Kurierfahrer an seinen Chef, Peter Sieber.

Statt die Fahrt nach Stuttgart anzutreten, meldeten sich die beiden Marktleuthener persönlich bei der Wunsiedler Polizei. Diese wiederum nahm mit dem 88-jährigen Selber Kontakt auf und öffnete mit dessen Einverständnis das Paket. Zum Vorschein kam ein hoher fünfstelliger Bargeldbetrag, Goldbarren und Goldmünzen. Schnell war den Beamten klar, dass der Senior aus Selb beinahe auf eine Betrugsmasche hereingefallen wäre, die ihn um sein gesamtes Vermögen gebracht hätte.

Verhindert wurde dies durch die beiden Marktleuthener und deren überlegtes Handeln. Letztendlich herrschte große Erleichterung bei dem „Beinahe-Opfer“, als er durch die Polizei sein Vermögen wieder zurückgegeben bekam.

Polizeipräsident Armin Schmelzer überreichte den Betroffenen ein persönlich von ihm unterzeichnetes Dankschreiben verbunden mit dem Wunsch, dass dieses Verhalten anderen Menschen als Vorbild dienen sollte. Der Wunsiedler Polizeichef schloss sich den Worten von Armin Schmelzer an und stellte heraus, dass beide Fälle ein positives Beispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken von Bürger und Polizei darstellen.

Menschen, die an Depressionen oder Suizidgedanken leiden, sind nicht allein. Betroffene erhalten zum Beispiel bei der Telefonseelsorge niederschwellige Hilfe. Die Nummer 0800 111 0 111 ist rund um die Uhr besetzt, die Beratung ist kostenfrei und anonym. Auch der Krisendienst Mittelfranken ist 24 Stunden am Tag unter 0800 655 3000 oder 0911 42 48 55 0 erreichbar. Beratungen können auch Online oder vor Ort erfolgen. In schweren Notfällen verständigen Sie bitte den Rettungsdienst unter 112.


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