Nürnberg - Um den immer weiter steigenden Bierpreisen auf dem Oktoberfest zu begegnen, hat der Präsident des Bayerischen Brauerbundes eine radikale Idee: Oktoberfestbesucherinnen und -Besucher sollten Eintritt zahlen.

Jedes Jahr steigen die Bierpreise auf dem Oktoberfest. Auf der letzten Wiesn kostete die teuerste Maß Bier 15,80 Euro. Im Schnitt legen die Preise von Jahr zu Jahr um rund drei Prozent zu. Die Brauereien begründen das oft mit gestiegenen Kosten. Auch das Essen in den Festzelten wird von Jahr zu Jahr teurer.

Jetzt hat Bayerns Bierbrauerpräsident Georg Schneider den Vorschlag geäußert, Eintritt für das Oktoberfest zu verlangen, um den steigenden Kosten begegnen zu können, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Die Bierpreise alleine könnten nicht mehr die Finanzierungsgrundlage bilden.

Eintrittspreise auf dem Oktoberfest um Kosten zu stemmen

Mit den Einnahmen aus dem Bierausschank und dem Essensverkauf finanzieren die Wirte der Festzelte unter anderem die Kosten für Auf- und Abbau sowie für das Personal oder die Kapellen in den Festzelten. Auf dem letzten Oktoberfest wurden rund 6,5 Millionen Maß Bier ausgeschenkt.

Im Angesicht steigender Preise äußerte nun Georg Schneider, der Präsident des Bayerischen Brauerbundes, den Vorschlag: "Bei einer Veranstaltung wie dem Oktoberfest sollte man darüber nachdenken, Eintritt zu verlangen. Bei Veranstaltungen wie dem Oktoberfest müssen wir darüber nachdenken, ob Bier die Haupt-Kalkulationsgrundlage für alle Kosten sein kann."

Klare Absage von Wiesn-Chef

Die Idee, Eintrittspreise auf dem Oktoberfest einführen zu wollen, wurde jedoch schnell von oberste Stele verworfen. Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) sprach sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) klar dagegen aus, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. "Das Oktoberfest ist ein Volksfest und kein Freizeitpark", sagte der Wiesn-Chef der dpa. "Ein Eintritt passt überhaupt nicht zum Volksfestcharakter der Wiesn und kommt nicht infrage." Denn das Oktoberfest sei ein Volksfest und kein Freizeitpark.

Außerdem fügte Scharpf hinzu: "Die Wiesn ist für jeden und jede da, nicht nur für die, die sich einen teuren Eintritt leisten können. Die Gäste, die nur durchschlendern und die Atmosphäre genießen wollen, sind genauso willkommen wie die, die in den Bierzelten feiern oder sich in einem Fahrgeschäft vergnügen wollen."

Ein Bereich des Oktoberfestes ist allerdings schon seit längerem kostenpflichtig: Für die Oide Wiesn, dem besonders traditionellem Teil des Oktoberfestes, müssen Besucherinnen und Besucher Eintritt bezahlen. Der Besuch des Oktoberfestes wird wohl auch weiterhin ohne Eintritt zu bezahlen möglich sein. Aber auch die Bierpreise werden weiter steigen.