Nürnberg - Von extremen Frosttemperaturen blieb Deutschland bisher weitestgehend verschont. Bisher. Denn die sibirische Kälte lauert vor der Tür, ist im Nordosten bereits angekommen und wirkt sich auch auf das Frankenwetter aus.

Eine massive Kältezone hat sich über der Ukraine, Russland und Polen aufgebaut, die Temperaturen sinken auf -30 Grad. Auch in Schweden und Norwegen ist eine sibirische Kälte angekommen. Die eisige Luftmasse liegt nur wenige hundert Kilometer von Deutschland entfernt.

Ursprünglich sollte die Kaltluft auch Deutschland treffen, wird aber – das erklärte der Meteorologe Jan Schenk gegenüber Focus Online – durch starke Tiefdruckgebiete auf dem Nordatlantik nach Norden abgedrängt. Je nach Strömung kann die Kälte auch nach Westen ausgreifen und den Frost näher an Mitteleuropa heranführen.

Worauf muss man sich in Deutschland einstellen? „Minus 20 Grad sind grundsätzlich möglich. Das ist einmal die kalte Luft, die so ein bisschen zu uns stößt und zum anderen die Auskühlung über dem Neuschnee, den wir haben“, sagte Wetter-Experte Schenk.

Nächte mit zweistelligen Minusgraden möglich

Laut dem Meteorologen Dominik Jung zeigen mehrere Wettermodelle Anzeichen, dass der Norden und Osten der Bundesrepublik von anhaltender Kälte betroffen sein könnten. Insbesondere in der ersten Februarwoche seien Dauerfrost sowie Nächste mit zweistelligen Minusgraden möglich.

Jung schreibt in seiner Kolumne beim Westfälischen Anzeiger weiter: „Ebenso gut könnte sich die Wetterlage kurzfristig drehen. Gelangen atlantische Tiefdruckgebiete stärker nach Mitteleuropa, würde die Kälte nach Osten zurückgedrängt. In diesem Fall wäre die aktuelle Entwicklung nur ein kurzer Wintervorstoß. Bleibt das Hoch jedoch stabil, könnte sich der Frost weiter ausbreiten.“

DWD warnt vor Frost - auch in Bayern

Aktuell merkt man erste Ausläufer des Tiefs in Deutschland. Bereits am Sonntag erreichten die Höchsttemperaturen in Hamburg und Berlin nur -5 beziehungsweise -6 Grad. Am Montagvormittag warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Norden und Osten vor mäßigem Frost, im Nordosten vor strengem Frost mit Temperaturen bis -14 Grad. Auch in Bayern sei mit leichtem bis mäßigem Frost zu rechnen.

Wie der fränkische Meteorologe Stefan Ochs auf seinem Portal Wetterochs prognostiziert, macht sich die sibirische Kälte in Franken zunächst durch trocknere Luft und Höchsttemperaturen bis +2 Grad bemerkbar. Auch gelegentliche Schneefälle sind möglich.