Nürnberg - Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigen von kommunalen Betrieben im öffentlichen Nahverkehr zum Streik auf. Fahrgäste müssen mit Problemen rechnen. In Franken wird es zu massiven Einschränkungen kommen.

In der aktuellen Tarifrunde bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten für Montag, 2. Februar 2026, bundesweit zu Streiks auf. In ganz Franken wird der Nahverkehr in von Einschränkungen betroffen sein, teilt die VAG mit. Betroffen sind neben Nürnberg unter anderem auch Fürth, Bamberg und Bayreuth.

In einer Pressemitteilung von ver.di heißt es: „In den Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) geführt werden, fordert ver.di insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen ÖPNV: etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.“

Fürth: Schulverkehr und U-Bahn von Streik betroffen

In Fürth kommt es ebenso wie bei anderen Verkehrsunternehmen in der Region auf den Buslinien ganztägig zu Beeinträchtigungen. Der Warnstreik in Fürth beginnt mit Betriebsbeginn um 4 Uhr morgens und dauert 24 Stunden. Dennoch versucht das Unternehmen mit einem reduzierten Fahrplan den ÖPNV aufrecht zu erhalten.

Vornehmlich in Zusammenarbeit mit privaten Verkehrsunternehmen verkehren die Busse laut einer Mitteilung „voraussichtlich im 60-Minuten-Takt auf einem eingeschränkten Streckennetz“.

Die Linien E71, E72, E73, E75, E77 (30-Minuten-Takt), E78, E79 und E33 verbinden unter anderem die Stadtteile Burgfarrnbach, Hardhöhe, Vach, Atzenhof, Oberfürberg und Großgründlach sowie den Flughafen Nürnberg mit der Fürther Innenstadt.

Von den Einschränkungen ist auch der Schulverkehr betroffen. Man werde - soweit es personell möglich sei - mit einzelnen Verstärkerfahrten auf den oben genannten Linien punktuell unterstützen.

Der Betrieb des Fürther Teils der U-Bahnlinie U1 liegt in der Verantwortung der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG). Auch hier sind Streiks angekündigt, deshalb werden die U-Bahnen nicht verkehren - auch in Fürth nicht. Die VAG-Buslinien fahren voraussichtlich eingeschränkt nach dem NightLiner-Netz. Informationen hierzu werden auf der Webseite der VAG eingestellt.

Die geänderten Fahrzeiten sind nicht in der VGN-Verbindungsauskunft hinterlegt. Alle Ersatzfahrpläne sowie eine Übersicht des Streiknetzes sind hier zusammengestellt. Wichtig ist: An den Haltestellen sind keine Sonderfahrpläne ausgehängt. Telefonisch beantwortet die infra unter 0911 9704-4000 weitere Fragen.

Die Deutsche Bahn und damit auch die S- und R-Bahnen sind von dem Streik nicht betroffen.

Die infra rät ihren Fahrgästen, sich vor Fahrtantritt auf jeden Fall kurzfristig zu informieren und mehr Zeit für die Fahrt einzuplanen. Die Servicecenter in der Leyher Straße 69 und im Fürther Hauptbahnhof sind wie gewohnt geöffnet. Auch das Verwaltungsgebäude an der Leyher Straße 69.

Reduzierter Fahrplan in Bayreuth

Auch der Bayreuther Stadtbusverkehr ist am Montag von Streiks im kommunalen Nahverkehr betroffen. Beim Kundencenter Verkehr an der ZOH kann es zu Einschränkungen kommen.

Für den Stadtbusverkehr (Linien 301 bis 326) können die Stadtwerke Bayreuth einen reduzierten Fahrplan anbieten, da die externen Partnerunternehmen regulär fahren. Welche Fahrten stattfinden und wo es zu Ausfällen kommt, können Fahrgäste hier einsehen. Welche Busse fahren, wird voraussichtlich ab Sonntag auch in der Fahrplanauskunft des VGN abrufbar sein. Fahrgäste bitten die Stadtwerke Bayreuth, sich ausschließlich über diese Kanäle zu informieren. Andere Apps und Portale, z.B. der Deutschen Bahn, werden die kurzfristigen Veränderungen nicht anzeigen.

„Wir bitten unsere Fahrgäste um Verständnis für die Einschränkungen. Bei den Fahrten, die stattfinden, kann es aufgrund der angespannten betrieblichen Situation dennoch zu Verzögerungen und Überfüllungen kommen“, sagt Jan Koch, Sprecher der Stadtwerke Bayreuth in einer Mitteilung.

Nicht vom Streik betroffen sind die Verwaltung der Stadtwerke Bayreuth, die Parkeinrichtungen der Stadtwerke, die Lohengrin Therme, das Stadtbad, das Kundencenter Energie & Wasser sowie der Bereich der Energie- und Wasserversorgung.

Ganztägiger Warnstreik auch in Bamberg

Auch die Bamberger Busfahrgäste bekommen den Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder zu spüren: Für Montag hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ihre Mitglieder auch im Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Bamberg zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Busse bleiben ergo in den Depots, es finden keine regulären Fahrten statt.

Die Stadtwerke richten jedoch einen Notfahrplan ein, der auf dem Weg der Linien 935, 936, 937 und 938 basiert. Die Schulbusse der Fa. Basel fahren regulär.

Für den Notfahrplan haben die Stadtwerke ein privates Busunternehmen beauftragt. „Damit wollen sie ihren Kunden zumindest ein kleines ÖPNV-Angebot machen“, heißt es in einer Mitteilung. Am Montag werden demnach zwischen 6 Uhr (erste Abfahrt ab ZOB) und 20 Uhr (letzte Abfahrt ab ZOB) Busse im Stundentakt auf den Strecken der Linien 935, 936, 937 und 938 fahren.

Auf der Linie 936 können die Haltestellen „Gönnerstraße“ und „Marienplatz“ stadteinwärts jedoch nicht bedient werden, heißt es. Die Fahrpläne sind auf der Webseite der Stadtwerke Bamberg abzurufen. Aufgrund der Kurzfristigkeit sind die Notfahrten nicht in der digitalen Fahrplanauskunft zu finden.

Weil nur wenige Busse unterwegs sein werden, gehen die Stadtwerke von einer sehr hohen Auslastung der Fahrzeuge aus. Die Schulbusse der Firma Basel fahren am Montag in vollem Umfang und nach dem regulären Fahrplan.

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