Nürnberg - Beim Club war Robin Knoche erst Abwehrchef, dann Reservist - nun verlässt der Innenverteidiger Nürnberg und schließt sich Arminia Bielefeld an. Dem FCN fehlen nach dem Abgang die Alternativen im Abwehrzentrum.

Über 300 Bundesligaspiele, fünf Einsätze in der Champions League und 29 Partien in der Europa League: Als der 1. FC Nürnberg im Sommer 2024 Robin Knoche an den Valznerweiher holte, galt das als echter Transfer‑Coup. „Stolz“ sei man auf diesen Deal, sagte damals Sportvorstand Joti Chatzialexiou. Kurz darauf machte Miroslav Klose den damals 32‑Jährigen zum Kapitän. In seiner ersten Saison wurde Knoche zum Abwehrchef, absolvierte 31 Spiele - jedes davon von Beginn an - und kam auf knapp 2700 Einsatzminuten.

In dieser Spielzeit änderte sich seine Rolle jedoch grundlegend. Klose stellte früh in der Saison auf eine Viererkette um. In der neuen Struktur hatten Fabio Gruber und Luka Lochoshvili die Nase vorn. „Er hat leider zwei vor sich, die sind einfach besser, das ist Fakt“, sagte Klose im Oktober über die Reservistenrolle seines Kapitäns. Knoche schaffte es in der laufenden Spielzeit nur viermal in die Startelf und stand nach 19 Spieltagen lediglich 419 Minuten auf dem Platz. Dass der 33-Jährige damit haderte, war in den vergangenen Monaten immer wieder spürbar.

„Robin war mit seiner Einsatzzeit nicht zufrieden“, bestätigte Sportvorstand Joti Chatzialexiou am Freitag. Als sich im Winter das Interesse von Arminia Bielefeld konkretisierte, ging es schnell. „Der persönliche Umgang und die Klarheit in den Gesprächen haben mir sofort das Gefühl gegeben, dass es passt“, erklärt Knoche seinen Wechsel. Der Innenverteidiger bat den Club um die Freigabe und beide Seiten einigten sich schließlich einvernehmlich auf eine Vertragsauflösung.

Alternativen für das Abwehrzentrum gesucht

„Er war in seinen eineinhalb Jahren Kapitän und Führungsspieler auf und neben dem Platz, hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Wir wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft“, sagte Chatzialexiou, der Ende Dezember noch einen Wechsel im Winter ausgeschlossen hatte. Nach Ondřej Karafiát und Tim Drexler ist Knoche bereits der dritte Innenverteidiger, der den FCN innerhalb kürzester Zeit verlässt. Die Personaldecke im Abwehrzentrum wird damit immer dünner. Hinter dem gesetzten Duo Gruber/Lochoshvili stehen aktuell nur die jungen Talente Tarek Buchmann und Kristian Mandic bereit. Trainer Klose kündigte am Donnerstag an, dass der Club noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden wolle: „Wir schauen uns um.“

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Robin Knoche nach seiner Ankunft in Bielefeld: „Nach den Gesprächen mit den Verantwortlichen war für mich schnell klar, dass ich den aufgezeigten Weg mitgehen und meinen Beitrag zur Erreichung der Ziele leisten möchte.“ © Arminia Bielefeld

Knoche: „Es war mir eine Ehre“

Knoche wollte sich zum Abschied auch noch einmal an die Club-Fans richten: „Es war mir eine Ehre, Kapitän in diesem Verein zu sein. Gemeinsam durften wir zwei unvergessliche Derbysiege feiern und noch viele weitere tolle Momente genießen. Außerdem habt ihr Club-Fans unsere Mannschaft und mich immer unterstützt. Dafür möchte ich mich bei euch bedanken und wünsche dem Verein, der gesamten Mannschaft sowie euch, liebe Club-Fans, viel Erfolg für die Zukunft!“