
In der aktuellen Tarifrunde bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten für Montag, 2. Februar 2026, bundesweit zu Streiks auf. Auch der Nahverkehr in Nürnberg wird von Einschränkungen betroffen sein, teilt die VAG mit.
In einer Pressemitteilung von ver.di heißt es: „In den Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) geführt werden, fordert ver.di insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen ÖPNV: etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.“
In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird derzeit zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Insgesamt betroffen sind fast 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben der Landkreise sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Die Forderungsliste der Gewerkschaft ist lang: Unter anderem enthält sie eine Erhöhung der Tarifgehälter um 668,75 Euro pro Monat sowie den Wechsel von einer 38,5-Stunden-Woche auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
„Harte Runde“ von Gewerkschaft angekündigt
„Die Beschäftigten im ÖPNV stehen unter hoher Belastung durch extrem ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und ständigen Zeitdruck“, erklärte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. „Wir brauchen hier dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder verlässlich Fachkräfte für den öffentlichen Nahverkehr zu finden.“
In den bisherigen Verhandlungen hätten sich die Arbeitgeber fast jeder Verbesserung verweigert, so Behle weiter. Teils sollen Belastungen sogar erhöht werden, etwa durch längere Schichten oder die Streichung des Krankengeldzuschusses. Die Gewerkschafterin kündigte in der Pressemitteilung eine „harte Runde“ an, wenn in die Verhandlungen keine Bewegung komme.
Es ist davon auszugehen, dass in den betroffenen Verkehrsbetrieben der ÖPNV zum Erliegen kommt. Nur die etwa 5000 Beschäftigten in Niedersachsen sind wegen der anhaltenden Friedenspflicht nicht zum Streik aufgerufen – bei der Hamburger Hochbahn entscheidet sich im Laufe dieses Freitags nach den aktuellen Verhandlungsgesprächen, ob die Gewerkschaft hier ebenfalls für den 2. Februar zum Streik aufruft.
Auch Bayern von Streik im Nahverkehr betroffen - S-Bahnen in Nürnberg fahren
Nach ersten Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) sind im Freistaat unter anderem München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt von dem Streik betroffen.
In den betroffenen Städten werden voraussichtlich dennoch einzelne Busse fahren, vor allem dort, wo der Betrieb an externe Firmen vergeben ist, heißt es seitens der dpa. Unter Umständen fahren auch einzelne U-Bahn-Linien. Die S-Bahnen in München und Nürnberg sind nicht betroffen, da sie von der Bahn betrieben werden.
VAG kündigt an: Keine U-Bahnen in Nürnberg
Von Seiten der VAG Nürnberg heißt es, im Rahmen der Streiks werde es am Montag keinen U-Bahn und keinen Straßenbahnbetrieb geben. Auch das übliche Angebot mit Bussen entfällt. Die Streik beginnt am Montag um vier Uhr und wird 24 Stunden dauern.
Auf Basis des NightLiner-Netzes wird es am Montag ersatzmäßig einige Verbindungen geben. Das Notfallangebot wird mit privaten Anbietern durchgeführt. Im Stundentakt fahren 14 Buslinien sternförmig vom Hauptbahnhof ab. Laut Informationen der VAG erfolgt die Abfahrt immer zur vollen Stunde. Die erste Fahrt startet am Montag um vier Uhr. Zusätzlich sollen die Buslinien 82 (Koppenhof – Reichelsdorfer Bahnhof) und 83 (Koppenhof Wende – Katzwang Süd Wende) nach Jahresfahrplan fahren.
Die Informationen zu den Fahrplaneinschränkungen sollen ab dem Wochenende auch online und über die App abrufbar sein.